Beinwell: heilsames lila Wunder

Für die Kabine |

Beinwell: heilsames lila Wunder

Schon in alten Kräuterbüchern wurde Beinwell hochgelobt. Dank seiner hautberuhigenden Eigenschaften ist das Kraut Bestandteil vieler kosmetischer Rezepturen. Inhaltsstoffe wie Allantoin fördern die Zellneubildung und die Regeneration von Gewebe.

Gutes aus dem Bauerngarten

Kaum eine Heilpflanze beschreibt schon mit ihrem deutschen Namen so gut ihre Wirkung wie Beinwell. „Bein“ bezieht sich auf die Knochen (Gebeine), und „wellen“ oder „wallen“ bedeutet zusammenwachsen. In früheren Zeiten durfte Beinwell in keinem Bauerngarten fehlen. Man empfahl es vor allem zur Behandlung von Brüchen, Quetschungen, Verrenkungen und zur Wundheilung, später auch bei Lungenerkrankungen.

Weitverbreitete Heilpflanze

Ursprünglich stammt Beinwell aus Osteuropa und Asien, ist aber mittlerweile in ganz Europa und Nordamerika weitverbreitet. Das Kraut wird 25 bis 60 cm hoch. Seine bis zu einem halben Meter langen Hauptwurzeln graben sich tief ins Erdreich. Weltweit gibt es ca. 40 Arten und für den Garten existieren noch weitere Zuchtformen. Der echte Beinwell hat röhrenförmige, lila Blüten. Andere Arten setzen mit üppigen Blüten in Rot, Blau, Weiß oder Gelb bunte Farbtupfer. Beinwell gehört zu den Borretschgewächsen, liebt feuchte Böden und ist daher oft an Wasserläufen zu finden. Die Blüten dienen insbesondere den Hummeln als Nektarquelle, werden aber auch von einer ganzen Reihe anderer Wildbienen gerne besucht.

Hildegard von Bingen pries Beinwell an

Verwendet werden das Kraut und die frische oder getrocknete Wurzel. Hildegard von Bingen empfahl Beinwell als eines der wertvollsten Heilkräuter der Volksmedizin. Heute erfährt die Beinwellpflanze eine Renaissance, weil aktuelle Erkenntnisse ihre vielfältige Wirksamkeit bestätigen und um neue Einsatzmöglichkeiten erweitert haben. Hier wären sowohl die Indikationen der rationalen Phytotherapie (äußerliche Anwendung bei Prellungen, Zerrungen, Quetschungen und Verstauchungen) aufzuführen als auch die Anwendung in alternativen Heilverfahren wie Homöopathie, Hildegardmedizin, anthroposophischer Medizin, Spagyrik oder der asiatischen Medizin (TCM und Ayurveda).

Allantoin gegen Hautirritationen

Einer der wichtigen Inhaltsstoffe des Beinwell ist Allantoin. Es fördert die Zellerneuerung von verletztem Gewebe – sowohl im Bereich von Muskeln und Gelenken als auch der Haut. Beinwellzubereitungen kommen u. a. auch bei Verbrennungen, Sonnenbrand, Herpes simplex, Mykosen und Hämorrhoiden zum Einsatz. Wegen seiner hautberuhigenden Eigenschaften ist Allantoin auch Bestandteil vieler kosmetischer Rezepturen und zur Pflege empfindlicher und entzündeter Haut geeignet. Hilfreich ist hier das Auflegen von Kompressen, die zuvor in Beinwellsud getränkt wurden. Bei Ekzemen und anderen Hautirritationen ist die Heilpflanze ebenfalls zu empfehlen. Ihre Inhaltsstoffe fördern die Zellneubildung und Regeneration von Gewebe, erweitern die Arteriolen und führen so zu einer Verbesserung der Durchblutung. Das entzündungshemmende Allantoin wird außerdem zur Behandlung von Akne sowie zur Herstellung von Rasierwasser und pflegenden Cremes verwendet.

Auch zur Fußpflege geeignet

Beinwellfußsalbe hilft gegen Schrunden und bei schmerzenden und schlecht durchbluteten Beinen. Shampoos, die Beinwellextrakt enthalten, lindern Juckreiz und stärken den Haarboden. Ein Beinwellbad regeneriert den Bewegunsaparat und Beinwellbalsam hat sich als wirkungsvolles Mittel bei müden, angestrengten Beinen erwiesen. Eine Massage mit Beinwellöl wirkt sich positiv auf den angespannten Bewegungsapparat aus. Weitere wetvolle Inhaltsstoffe des Beinwell sind  Vitamine, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Rosmarinsäure und Kieselsäure. Anwendungen mit Stammzellenextrakt der Beinwellwurzel zeigten, dass er die Hautregenerationsrate verbessert und die altersbedingte Abnahme der Regenerationsfähigkeit der Haut aufgehalten wird. Dies führt zu einer gesunden, geschmeidigeren Haut mit einer verbesserten Barrierefunktion. Kombiniert in einer Körpercreme, soll der Extrakt umweltbedingten Alterungsprozessen entgegenwirken, die Haut glätten und ihre Vitalität erhalten.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der August-Ausgabe von KOSMETIK international.

 

Von | Fotos: stock.adobe.com/guppys