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Trawenmoor Moor Dr. Spiller
Immer mehr Kunden wünschen sich natürliche Inhaltsstoffe in ihrer Kosmetik. Und was könnte natürlicher sein als das Moor? Warum aber sind dessen Ingredienzen so gut für die Haut – und wie gewinnt man sie überhaupt? Hand aufs Herz – an was denken Sie zuerst, wenn Sie das Wort „Moor“ hören? An schwere, schwarze Erde, an Feuchtigkeit und einen modrigen Geruch? Zumindest Letzteres ist völlig falsch, klärt Klaus Kitzmantel auf. Der gebürtige Österreicher ist Senior Developer bei Dr. Spiller im bayerischen Siegsdorf und die Biokosmetiklinie Trawenmoor ist unter anderem sein „Baby“, das er und das Entwicklerteam gemeinsam kreiert haben und das ihm ganz besonders am Herzen liegt. Was genau ist ein Moor? Seit dem 16. Jahrhundert wird Moor zu medizinischen und kosmetischen Zwecken genutzt und ist bekannt für seine positive Wirkung auf die Haut, die den im Moor enthaltenen Huminsäuren zuzuschreiben ist. „Eigentlich ist ein Moor wie eine Wüste“, sagt Klaus Kitzmantel. „Es ist ein Extremhabitat, ein extremer Lebensraum, gekennzeichnet durch Mangel. Während es in der Wüste jedoch an Wasser mangelt, besteht das Moor fast ausschließlich daraus – jedoch aus „leerem“ Wasser, sauer- und nährstoffarm. Dadurch mussten sich die dort beheimateten Lebewesen verschiedene Eigenschaften angewöhnen.“ Als Beispiel nennt er den Sonnentau: Um an Nährstoffe zu kommen, fängt und frisst die Pflanze Kleinstlebewesen wie Fliegen. „Vegan ist sie aber trotzdem“, grinst Klaus Kitzmantel. In Mooren gibt es wenig Substrat, daher bilden sich Inseln und Oberflächen – der Boden baut sich quasi selbst auf. Die Basis dabei sind die Torfmoose (Sphagum), die es schaffen, die extrem wenigen vorhandenen Nährstoffe zu sammeln, die sie für ihr Wachstum benötigen. Dadurch wird ihre Umgebung immer saurer, was den Moosen nichts ausmacht, jedoch ihren Konkurrenten ein Wachsen immer mehr erschwert.Die Nähr- und Mineralstoffe verbleiben in deren absterbenden Zellstrukturen, die unter Sauerstoffmangel zu huminsäurereichem Torf werden: „Der Kopf ist lebendig, das Unterteil stirbt ab.“ Der tote Teil entwickelt Huminsäuren. Was steckt Gutes im Moor? Huminsäuren entstehen durch einen Zerfallsprozess von Moosen, Gräsern, Hölzern und Heilkräutern, die während des Prozesses in biologisch sehr gut verwertbare Mineralstoffe, Aminosäuren und Spurenelemente umgewandelt und dann in Huminsäuren fixiert werden. „Huminsäuren haben viele interessante Eigenschaften“, erklärt Klaus Kitzmantel. „Sie haben sehr unterschiedliche Strukturen, von ganz klein bis extrem groß, können farblos sein, aber auch gelb über dunkelbraun bis schwarz und sind allesamt Ionenaustauscher. Das Interessante für die Kosmetik ist jedoch ihre Wirkung: Huminsäuren sind entzündungshemmend, spenden Feuchtigkeit, fördern Zellaktivität und Regeneration.“ Doch Huminsäuren können noch viel mehr. Durch ihre große Oberflächenstruktur sind sie in der Lage, Schadstoffe und Toxine in der Haut zu binden und die natürliche Reinigungsfunktion der Haut zu unterstützen. Sie wehren freie Radikale ab und neutralisieren sie – und sie reduzieren oxidativen Stress. Speziell in der Biokosmetikserie Trawenmoor steckt jedoch noch „mehr Moor“: Mooszell-Extrakt, der die Vitalität der Zellkerne unterstützt, ein Moorpflanzen-Trio – bestehend aus Torf-Moos, Farn und Strauchflechte – als Feuchtigkeitsspender und der Birkenpilz, der der Haut dabei hilft, sich zu regenerieren. Wie bekommt man die Stoffe aus dem Moor? Doch wie kommt man ran an all die guten Inhaltsstoffe, die sich im Moor verstecken? „Tatsächlich mit der Schaufel“, sagt Klaus Kitzmantel lachend. Moorerde wird – in erlaubten Mengen – entnommen und aus dieser dann in einem aufwendigen Prozess die Huminsäure extrahiert. „Wir entnehmen nur die Huminsäuren, das ist ein tiefschwarzer Extrakt, der aber keine pflanzlichen Teile mehr enthält. Beim Extraktionsprozess wird die Erde unter anderem erhitzt und zerkleinert – was am Ende übrig ist, wird wieder zurück ins Moor gebracht und wird dort zu Land. Ganz so einfach wie es nun vielleicht klingen mag, war es übrigens nicht, an einen eigenen Moorextrakt zu kommen, erklärt Klaus Kitzmantel: „Wir haben etwa 12 Jahre danach gesucht. Anfangs wussten wir ja gar nicht, was das Moor uns außer Huminsäuren noch bieten kann. Also haben wir eine Wasserdampfdestillation durchgeführt und am Ende eine kleine Viole goldener Flüssigkeit mit ätherischen Ölen und Harzen erhalten. Es blieb also bei der Huminsäure.“ Lösliche Huminsäuren – und damit einhergehend die daraus produzierten Produkte – sind nämlich keineswegs schwarz, sondern gelblich-gold. Die einzige Ausnahme in der Trawenmoor-Produktreihe, die tatsächlich schwarz ist, ist die klärende Maske – das liegt aber an der enthaltenen absorptiven Pflanzenkohle. Ein polarisierendes Thema Moore sind schützenswerte Gebiete und Ökosysteme auf höchstem Niveau. Sie speichern Wasser, filtern Schadstoffe, beherbergen faszinierende Lebensgemeinschaften und binden klimafeindliches Kohlendioxid. Jeder Hektar geschütztes Moor spart jährlich rund neun Tonnen CO, knapp so viel, wie jeder von uns im Durchschnitt pro Jahr verursacht. Moore speichern mehr Kohlenstoff als jedes andere Ökosystem der Welt. Wie also passt das mit der Entnahme von Moorstoff für die Kosmetik zusammen?  „Das ist in der Tat ein polarisierendes Thema“, erklärt Klaus Kitzmantel. „Moore dürfen nicht ausgebeutet werden. Wir möchten für das spannende Ökosystem Moor sensibilisieren und darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, dieses zu schützen und zu bewahren. Es war gar nicht so einfach, den richtigen Platz zu finden, wo der sparsame Abbau in Einklang mit gelebtem Naturschutz steht. Uns ist das mit dem namensgebenden Trawenmoor in Bad Traunstein gelungen.“ Pioniere und Vorbilder in Sachen gelungene Renaturierung von Moor sind die Schotten, die seit Jahrhunderten Torf zur Whisky-Herstellung abbauen und die „Abfallstoffe“ dann wieder zurückführen. „Wir hängen mit der Kuranstalt Bad Traunstein zusammen, die für ihre Anwendungen auch Moor entnimmt und den Rest dann wieder zurückführt. Im Vergleich zur Kuranstalt brauchen wir nur einen Bruchteil.“ Ganz entscheidend ist, dass der Natur hierbei kein Schaden zugefügt wird. Deshalb wird besonderer Wert  darauf gelegt, dass nur an solchen Stellen im Moor Torf entnommen wird, wo dies positiv auf Renaturierungsprozesse einwirkt. Damit Moore wiedervernässt werden können, ist ein gleichmäßiges Niveau des Moorbodens notwendig. Deshalb ist es hilfreich, an bestimmten Stellen Torf abzubauen, um dann für einen gleichmäßig hohen Wasserstand sorgen zu können. Moorkosmetik ist also nicht nur gut für die Haut, sondern auch für die Umwelt. Und um mit dem Vorurteil aufzuräumen: Ein gesundes, intaktes Moor riecht organisch und natürlich, aber nicht modrig – wie tote Moore es tun.
Für die Kabine 26.02.2022