Düfte: Immer der Nase nach

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Düfte: Immer der Nase nach

Düfte begleiten uns unser Leben lang, und zwar von Anfang an. Sie beschwören in uns vergessen geglaubte Erinnerungen herauf, erzeugen Stimmungen und wecken Gefühle. Ein Duft kann einem Raum erst die passende Atmosphäre verleihen und dem Gegenüber das gewisse Etwas.

Düfte wecken Emotionen

Wir alle kennen die Situation: Wir begegnen einem anderen Menschen und können diesen gut oder weniger gut riechen. Auch wenn wir den Geruch unseres Gegenübers nicht bewusst wahrnehmen, so steuert er doch unsere Emotionen. Verantwortlich dafür ist das limbische System, der älteste Teil unseres Gehirns. Hier werden eingehende Duftreize bewertet, eingeordnet und abgespeichert. Düfte erinnern uns an vergangene Erlebnisse und können auch lang zurückliegende Empfindungen wieder lebendig werden lassen. Und sie wecken Sehnsüchte. Sind in unserem Gehirn Gerüche mit negativen Erfahrungen verknüpft, dann lassen sich diese noch nach Jahrzehnten wieder wachrufen. Ob für uns etwas gut oder schlecht riecht, ist also großteils subjektiv. Der Geruchssinn ist unser ursprünglichster und vielleicht auch unser ehrlichster Sinn. Babys können bereits ab der 28. Schwangerschaftswoche Gerüche wahrnehmen. Die Duftvorlieben der Mutter speichern sie als positiv ab. Jede unserer 30 Riechzellen ist auf eine bestimmte Duftrichtung spezialisiert und in der Lage, innerhalb dieser weiter zu differenzieren. Auf diese Weise können wir auf rund 350 verschiedene Duftrezeptoren zurückgreifen, um Gerüche zu erkennen und einzuordnen. Wir sind in der Lage, bis zu einer Billion Gerüche zu unterscheiden.

Vanille kommt gut an

In unseren Breitengraden gehören die Düfte von Zitrusfrüchten, vor allem von Orangen, zu den beliebtesten Aromen. Zitrusdüfte werden mit Klarheit, Frische und Sauberkeit assoziiert. Auch der Duft von Lavendel erfreut sich breiter Beliebtheit, sein Inhaltsstoff Linalool hat eine nachgewiesen schlaffördernde und beruhigende Wirkung. Gedämpfte Basisnoten wie Sandelholz oder Vetiver werden von vielen Personen als angenehm und entspannend empfunden. Mehr Vorsicht ist bei balsamischen Aromen wie Weihrauch oder Myrrhe angeraten — sie können bei einigen Menschen Unwohlsein, Schwindel und Übelkeit auslösen. Das trifft insbesondere auf den Geruch von Weihrauch zu. Ein sehr interessanter Duft-Vertreter ist auch die Vanille. Studien zufolge werden von Vanille beduftete Menschen von anderen positiver bewertet. Keine andere Sinneswahrnehmung hat einen so intensiven Einfluss auf unser Wohlbefinden wie das Riechen. Nicht umsonst arbeiten wir im Spa und in der Kosmetikkabine mit Aromaölen, wenn es um die stresslösende Wirkung einer Massage oder um eine angenehme Raumatmosphäre geht.

Ätherische Öle

Die psychologische Kraft der Aromen kann gezielt eingesetzt werden, auch im Kosmetikinstitut. Eine praktische Möglichkeit sind ätherische Öle, die sich tröpfchenweise dosiert in (fast) alle kosmetischen Anwendungen einbauen lassen. Zur Raumbeduftung genügt bereits ein einziger Tropfen in der Duftlampe. Deutlich weniger geruchsintensiv, dafür aber erfrischend und hautverträglich, sind Hydrolate, zum Beispiel Rosenwasser. Der Markt lockt mit zahlreichen Raumdüften – als Spray, Öl oder Zusatz für die Klimaanlage. Mit Aromaölen lässt es sich spielend experimentieren. Starten Sie mit ein oder zwei Duftkomponenten, zum Beispiel mit Rosenöl, Geranie (rosenähnliches Aroma) oder Jasmin und geben Sie Gewürze wie Vanille oder Rosmarin dezent dazu. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – gehen Sie einfach immer Ihrer Nase nach.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in KOSMETIK international 9/22.

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