Oxidativer Stress: Keinen Rost ansetzen

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Oxidativer Stress: Keinen Rost ansetzen

Wie sich oxidative Prozesse auswirken, sehen wir deutlich bei verrostendem Eisen. Doch wie wirkt sich oxidativer Stress auf die Haut aus – und wie lässt sie sich wirksam davor schützen? Unsere Gastautorin Dr. Meike Streker weiß mehr.

 

Oxidativer Stress lässt uns alt aussehen. So ist bekannt, dass ein zu intensives Sonnenbad Schäden in der Haut verursacht, die diese vorzeitig altern lassen. Einfach gesagt besteht bei oxidativem Stress ein Ungleichgewicht zwischen Oxidanzien und Antioxidanzien, sodass freie Radikale und reaktive Sauerstoffspezies (reactive oxygen species, kurz: ROS) überwiegen.

Die Dosis macht den Schaden
Grundsätzlich produziert unser Körper laufend ROS, die an einer Vielzahl wichtiger Prozesse im Organismus beteiligt sind und auch positive Aufgaben erfüllen. So sind sie unter anderem an normalen Signalprozessen beteiligt. Ferner ist ihre Produktion für den Organismus von essenzieller Bedeutung, um das innere Milieu des Körpers und die Reaktivität der Zellen aufrechtzuerhalten. Primäre Orte der ROS-Produktion in den Zellen sind die Mitochondrien, wo sie an der Energiegewinnung beteiligt sind. Unter normalen Bedingungen wird der oxidative Schaden in der Zelle auf ein Minimum reduziert. Ist der Mensch jedoch äußeren Belastungen oder Noxen (schädigende Stoffe) ausgesetzt, entsteht ein Überschuss an ROS und somit oxidativer Stress.

Um oxidativen Stress in der Haut vorzubeugen bzw. ihm entgegenzuwirken, ist eine ausgewogene Ernährung essenziell. So können wir beispielsweise eines der bekanntesten Antioxidanzien, Vitamin C, nicht selbst produzieren – der Körper ist also auf seine Zufuhr angewiesen. Vitamin C ist nicht nur in Orangen oder Zitronen enthalten, sondern findet sich in hoher Konzentration auch in Tomaten und Paprika.

Helfer von innen und von außen
Studien haben gezeigt, dass Tomaten die Konzentration von ROS nach UVA-Exposition deutlich reduzieren und darüber hinaus das Level der Lipidperoxidation sowie die Zell-
sterberate und Entzündungsreaktionen verringern können. Bei der Auswahl von Obst und Gemüse sollte generell darauf geachtet werden, dass nur reif geerntete Produkte auf den Tisch kommen. Denn Untersuchungen haben gezeigt, dass dieses weit mehr Schutzkapazität gegenüber freien Radikalen mit sich bringt, als Obst, das erst einen weiten Weg bis auf unseren Tisch zurücklegen muss.

Antioxidanzien haben sich ebenso als kosmetische Wirkstoffe im Einsatz gegen oxidativen Stress in der Haut bewährt. Auch hier gilt Vitamin C als Klassiker, dessen Wirkung auf die Haut in einer Vielzahl von Studien nachgewiesen ist. Es schützt die Zellen vor freien Radikalen und bringt darüber hinaus konservierende Eigenschaften für das Hautpflegeprodukt mit.

Gemeinsam stark gegen den Stress
Neben den drei Klassikern Vitamin C, E und Q10 gibt es eine Vielzahl an weiteren antioxidativen Wirkstoffen in der Kosmetik. So finden das Polyphenol Resveratrol oder die aus Weizenkleie gewonnene Ferulasäure aufgrund ihrer starken antioxidativen Kapazität einen breiten Einsatz in Cremes und Seren. Aber auch Hyaluronsäure bringt eine antioxidative Wirkung mit sich. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine Kombination aus einem angepassten Lifestyle, einer ausgewogenen Ernährung und ausgewählten kosmetischen Wirkstoffen einen effektiven Schutz vor oxidativem Stress bietet.

Lesen Sie den vollständigen Artikel in der kommenden Ausgabe des KOSMETIK international Magazins.

Fotos: stock.adobe.com/savelof

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