Auch für Kleinbetriebe

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Auch für Kleinbetriebe

Betriebliche Gesundheitsförderung ist nicht bloß ein Thema für große Firmen. Sie kann selbst in kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen realisiert werden. Welche Möglichkeiten es diesbezüglich gibt, hat uns eine Expertin erklärt.

Die Vorteile für ein in jeder Hinsicht gesundes Betriebsklima liegen auf der Hand: Sowohl Produktivität als auch die Motivation der Mitarbeiter steigen, zudem werden Stressfaktoren minimiert und der Krankenstand reduziert. Dadurch verbessert sich nicht nur die Arbeitsqualität, auch die Arbeitgeberattraktivität für Fachkräfte wird erhöht. In Deutschland steht den Unternehmen deshalb ein Instrument zur Verfügung, mit dessen Hilfe Arbeitgeber viel zur Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiter beitragen können – die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF).

Vielfältige Maßnahmen


Die BGF gehört zu den Handlungsfeldern des sogenannten Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Dieses umfasst die gemeinsamen Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz – körperlich wie seelisch. Erreicht werden soll dieses Ziel durch die Verknüpfung verschiedener Ansätze. Dazu zählen die Verbesserung von Arbeitsorganisation und Arbeitsbedingungen, die Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung sowie die Stärkung persönlicher Kompetenzen, erläutert Györgyi Bereczky-Löchli, die als Referentin für betriebliche Gesundheitsförderung für den BKK Dachverband e. V. tätig ist. Von der BGF können selbst kleinste und kleine Unternehmen (KKU) profitieren, größere finanzielle Ressourcen sind nicht vonnöten. Außerdem gibt es eine Steuerbefreiung, denn Arbeitgeber können bis zu 600 Euro jährlich pro Mitarbeiter in Maßnahmen der BGF investieren und steuerlich geltend machen. Die Leistungen sind vielfältig, sie reichen von Sportkursen (Bewegungsförderung) über Ernährung bis hin zu Stressprävention und einer Überprüfung der Arbeitsplatz-Ergonomie. Auch Coachings für eine motivierende Gesprächsführung oder innerbetriebliches Konfliktmanagement werden angeboten. Man muss sich natürlich gut informieren und sich Zeit für die Recherche nehmen. Auch wenn in den KKU und KMU (kleine und mittlere Unternehmen) die personellen Ressourcen nicht groß sind und im Tagesgeschäft andere Prioritäten gesetzt werden: Angesichts des breitgefächerten Spektrums an Leistungen lohnt es sich für diese Betriebe auf jeden Fall, sich durch die Angebote der BGF „durchzufuchsen“.

Vernetzung am Standort


Für KKU und KMU haben sich lokale und regionale Gesundheitsnetzwerke bewährt, in denen sich die Firmen vor Ort zusammenschließen können. Auf diese Weise kommen für Gesundheitskurse oder Coachings genug Teilnehmer zusammen. Das ist zum einen für die Krankenkassen, die die Ansprechpartner für Maßnahmen der BGF sind, wirtschaftlicher und effizienter. Zum anderen haben die Mitarbeiter der vernetzten Unternehmen die Möglichkeit, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Auch deswegen empfiehlt Györgyi Bereczky-Löchli, einem solchen Netzwerk beizutreten oder mit den Betriebsnachbarn am Standort am besten selbst eines zu gründen.

Wo kann man sich informieren?


Der BKK Dachverband e.V. hält auf seiner Homepage eine Vielzahl von wichtigen Informationen bereit, z. B. über die Entwicklung digitaler Apps für Betriebskrankenkassen.
Das Projekt Gesund.Stark.Erfolgreich richtet sich besonders an KKU und KMU. Auf dem Online-Portal der Initiative finden Sie z. B. eine Datenbank für lokale und regionale Gesundheitsnetzwerke sowie einen informativen Podcast.
Die BGF-Koordinierungsstelle ist ein Gemeinschaftsangebot der gesetzlichen Krankenkassen. Sie richtet sich Unternehmer und berät diese zu Fragen rund um die Betriebliche Gesundheitsförderung.
Vier Verbände haben sich zu der Initiative Gesundheit und Arbeit zusammengeschlossen. Deren Ziel ist es, die Gesundheit am Arbeitsplatz zu fördern. Auf ihrer Website kann man sich z. B. den iga-Report „Gesund im Kleinbetrieb“ kostenlos herunterladen.
Nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische Gesundheit findet im BGM Berücksichtigung. Das Projekt psyGA ist ein Angebot der Initiative Neue Qualität der Arbeit, das u. a. vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert wird. Es befasst sich speziell mit der physischen Gesundheit in der Arbeitswelt und verweist u. a. auf Studien und Ergebnisse, die die Relevanz dieses Themas belegen.
Und wer auf der Suche nach Angaben zur steuerlichen Absetzbarkeit von Maßnahmen der BGF ist, für den hat der GKV-Spitzenverband nützliche Informationen auf seiner Internet-Seite bereitgestellt.
 

Fotos: stock.adobe.com/ JackF