"Geräteanwendungen und Fachkundenachweis gehören zusammen"

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VCP-Vorsitzender Dr. Christian Rimpler im Interview

Die geplante Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlen bei der Anwendung am Menschen (NiSV) wurde am 19. Oktober 2018 vom Bundesrat beschlossen. KOSMETIK international Verlag im Interview mit Dr. Christian Rimpler, erster Vorsitzender des Verband Cosmetic Professional (VCP)

KOSMETIK international: Herr Dr. Rimpler, das Thema NiSG bzw. NiSV schlägt hohe Wellen. E-Mail-Newsletter – Facebook-Foren – Diskussionsrunden, überall in der Branche kann man fast schon so etwas wie Panik verspüren. Ist es also richtig, wenn gesagt wird, dass ab dem 1. Januar 2019 keine Geräteanwendungen von Kosmetikerinnen mehr durchgeführt werden dürfen?

Dr. Christian Rimpler: Nein, eine derartig pauschale Behauptung ist nach dem aktuellen Stand des Verordnungsentwurfes schlichtweg falsch und wird es auch sehr wahrscheinlich bleiben. Der größte Teil der Geräteanwendungen, wie wir sie heute im Kosmetikinstitut kennen, bleibt der Fachkosmetikerin erhalten. Aufgrund intensiver Überzeugungsarbeit konnte der Verband Cosmetic Professional (VCP) als kompetenter Branchenvertreter das Bundesumweltministerium in direkten Gesprächen zu wichtigen Änderungen im Ursprungstext bewegen. Wäre dies nicht gelungen, hätte das erhebliche Einschränkungen für die KosmetikerInnen bedeutet. Der aktuelle Verordnungsentwurf sieht nun vor, dass Kosmetikinstitute, die eine entsprechende Fachkunde nachweisen, viele professionelle Geräteanwendungen weiterhin durchführen können.

KOSMETIK international: Muss aber künftig bei jeder Geräte-Anwendung ein Arzt hinzugezogen werden, wie man immer wieder lesen kann?

Dr. Christian Rimpler: Nein. Die NiSV sieht eine Begutachtung durch einen Arzt vor der Behandlung nur dann als notwendig an, wenn der Anwender Zweifel an Hauterscheinungen im Behandlungsareal hat.

KOSMETIK international: Gibt es einen Arztvorbehalt für bestimmte Anwendungen oder Gerätegruppen?

Dr. Christian Rimpler: Ja. Ein Arztvorbehalt gilt für die in der NiSV geregelten Geräteanwendungen, welche z. B. in den Fettstoffwechsel eingreifen, für gezielte Behandlungen von Gefäßveränderungen und von pigmentierten Hautveränderungen, für auf nicht-ionisierter Strahlung basierenden Anwendungsmethoden, welche die Haut verletzen, oder für Entfernung von Tätowierungen. Diese Vorbehalte umfassen verschiedene Geräte, die für die gleiche Anwendung eingesetzt werden können. Einige Gerätetypen dürfen zukünftig generell nur durch Ärzte angewendet werden.

KOSMETIK international: Wie stehen Sie als Verband zu einer Regelung der Geräte-Anwendung im Kosmetikinstitut?

Dr. Christian Rimpler: Der VCP steht einer sinnvollen, ausgewogenen Regelung von Geräteanwendungen im Kosmetikinstitut positiv gegenüber. Als Verband haben wir uns intensiv eingebracht, um die Kosmetikinstitute vor einer Überregulierung zu bewahren und möglichst viele sichere Behandlungsmethoden in hoher Qualität weiterhin zu ermöglichen. Diese neue Qualität der Kosmetikinstitute ist für uns deutlicher Ausdruck von Verbraucherschutz mit Augenmaß.

KOSMETIK international: Wie wird es weitergehen?

Dr. Christian Rimpler: Der Bundesrat muss nun über den aktuellen Verordnungsentwurf entscheiden. Dies wird voraussichtlich am kommenden Freitag, 19. Oktober, geschehen. Wir als Verband arbeiten allerdings über diesen Termin hinaus weiter in guter Kommunikation mit den Ministerien zusammen, damit KosmetikerInnen die Chance bekommen, sich mit einem vertretbaren Aufwand zu qualifizieren.

KOSMETIK international: Vielen Dank für das Gespräch.

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