Ikigai: Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

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Ikigai: Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens

Was motiviert Sie jeden Morgen zum Aufstehen? Und wann fühlen Sie sich wirklich erfüllt und glücklich? Das japanische Prinzip des Ikigai hilft Ihnen dabei, die Antworten darauf zu finden.

Dass wir in einem digitalen Zeitalter leben, ist unbestritten. Wir verbringen einen Großteil der Zeit vor einem Bildschirm, ganz egal, ob es sich dabei um das Smartphone, den Computer oder den Fernseher handelt. Aber wie viele Stunden des Tages widmen wir dem, was wirklich wichtig ist und uns glücklich macht?

Wofür stehe ich jeden Morgen auf?

Wer auf diese Frage antwortet: „Um die neuesten Beiträge auf Instagram & Co. zu checken und über alle Trends in der digitalen Welt informiert zu sein“, sich im Stillen aber danach sehnt, sich öfter auf das Hier und Jetzt fokussieren zu können und Zeit mit Dingen zu verbringen, die einem wirklich am Herzen liegen, für den lohnt es sich, einen Blick nach Japan zu werfen. Hinter der japanischen Philosophie des sogenannten Ikigai steckt möglicherweise der Schüssel zu einem erfüllteren Leben.

Lebensweisheit aus dem alten Japan

Denken Sie beim Stichwort Japan auch zuerst an hypermoderne Städte, Technologien und Disziplin? Dabei steckt in dem Land im fernen Osten noch viel mehr – zum Beispiel uralte philosophische Traditionen wie das Ikigai. Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort „Lebenssinn“. Kurz gesagt geht es darum, individuelle Gründe dafür zu finden, warum wir jeden Morgen aufstehen und was das Leben für uns lebenswert macht – sei es in der Freizeit oder beruflich.

Mit vier Fragen zum persönlichen Glück

Um das individuelle Ikigai zu finden, müssen laut der japanischen Lebensphilosophie vier Perspektiven auf das, was wir tun, betrachtet werden. Sind Sie bereit, sich selbst besser kennenzulernen? Dann schnappen Sie sich Zettel und Stift, suchen Sie sich ein ruhiges Plätzchen und nehmen Sie sich die folgenden Fragen vor:

1. Was kann ich gut?

Welche Talente habe ich? Welche Ausbildungen und Erfahrungen habe ich in meinem bisherigen Leben angesammelt? Notieren Sie alles, was Ihnen dazu in den Sinn kommt. Dabei muss es nicht unbedingt nur professionell zugehen. Sie backen den besten Marmorkuchen, können gut mit Tieren umgehen oder besonders lang die Luft anhalten? Rauf damit auf die Liste!

2. Was mache ich gerne?

Diese Frage stellen wir selbst und andere uns viel zu selten. Nehmen Sie sich jetzt die Zeit und überlegen Sie genau. Was bereitet mir wirklich Freude? Was kann ich immer wieder machen, ohne dass mir dabei langweilig wird? Worüber könnte ich mich stundenlang unterhalten? Was habe ich schon als Kind mit Begeisterung getan? Denken Sie bei der Beantwortung der Fragen nicht an das, was Sie besonders gut können, sondern an die Dinge, an denen ihr Herz wirklich hängt.

3. Womit kann ich Geld verdienen?

Die dritte Frage, die dem Ikigai zugrunde liegt, ist schon wieder etwas pragmatischer. Trotzdem ist sie genauso wichtig wie die übrigen Perspektiven. Schließlich brauchen wir zum Leben Geld. Fragen Sie sich also: Womit kann ich ganz konkret Geld verdienen, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten? Welche Jobs, die ich machen könnte, gibt es auf dem Arbeitsmarkt? Welche Beschäftigungen hatte ich schon? Welcher Arbeit würde ich gerne nachgehen?

4. Was braucht die Welt?

Auch wenn es bei Ikigai darum geht, unser persönliches Glück zu finden, müssen wir uns bei der vierten und letzten Frage auch mit der Welt um uns herum beschäftigen. Was braucht die Welt meiner Meinung nach gerade am meisten? Welche Themen in meiner Umwelt beschäftigen mich? Für welche Probleme wünsche ich mir eine Lösung? Was würde ich der Welt gerne hinterlassen? Schränken Sie sich bei den Antworten nicht ein, sondern überlegen Sie einfach hemmungslos drauflos. Vielleicht beschäftigt Sie globale Gerechtigkeit am meisten. Aber auch wenn Sie mit kleinen Gesten für mehr Lachen in Ihrer unmittelbaren Umgebung sorgen möchten, darf dieser Gedanke auf Ihrer Liste Platz finden.

Erkenntnisse im Alltag integrieren

Wenn Sie es bis hierher geschafft haben, dürfen Sie sich selbst gratulieren. Der wichtigste Schritt auf dem Weg zum eigenen Ikigai ist getan. Wahrscheinlich haben Sie jetzt schon Neues über sich gelernt und Dinge identifiziert, die Sie öfter in den Alltag integrieren möchten. Malen bereitet Ihnen Freude? Dann nehmen Sie sich am Wochenende Zeit dafür und tauschen Sie öfter mal Smartphone gegen Pinsel. Sie haben ein Talent für Sprachen? Warum nicht einen Sprachkurs besuchen? Umweltschutz liegt Ihnen am Herzen? Dann recherchieren Sie, wie Sie sich am besten dafür engagieren können.

Die Schnittmenge finden

Wer grundlegend etwas im eigenen Leben verändern möchte, sollte jetzt allerdings noch einen Schritt weiter gehen. Machen Sie sich auf die Suche nach den Überschneidungen aller vier Perspektiven. Die folgenden Fragen können Ihnen dabei helfen: Mit welchem meiner Talente ließe sich auch realistisch Geld verdienen? Was macht mir Spaß und ist dabei auch noch gut für die Welt um mich herum? Zur Lösung welcher Probleme, die mich beschäftigen, könnte ich mit meinen Fähigkeiten auch ganz konkret beitragen?
Im Idealfall kommen Sie am Ende Ihrer Überlegungen zu dem Schluss, dass es Themen gibt, die sich in allen vier Perspektiven wiederfinden. Dass Sie Ihr persönliches Ikigai gefunden haben, muss nicht gleich einen Jobwechsel oder Ähnliches bedeuten. Wer seine eigenen Fähigkeiten, Wünsche und Möglichkeiten kennt und ihnen Platz im Leben einräumt, steht morgens garantiert öfter mit einem Lächeln auf und genießt die wirklich erfüllenden Momente des Tages bewusster. Und vielleicht ist ja genau das der wahre Sinn des Lebens.

Quelle: Generali

Fotos: stock.adobe.com/Drubig Photo