Das Vorstellungsgespräch: Welche Fragen sind erlaubt?

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Das Vorstellungsgespräch: Welche Fragen sind erlaubt?

Sie sitzen im Bewerbungsgespräch, und dann legt der Chef auf einmal los: Wollen Sie Kinder? Sind Sie katholisch – oder homosexuell? Was darf der Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch fragen und was nicht?

Bewerber beantworten immer wieder Fragen im Bewerbungsgespräch, die der Chef gar nicht stellen darf. Das ergab eine Umfrage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Demnach sind viele Bewerber für solche Fragen nicht ausreichend sensibilisiert. So gingen z. B. etwa 39 Prozent der Befragten davon aus, dass Frauen in Bewerbungsgesprächen gefragt werden dürften, ob sie schwanger seien. Die Befragten sahen das Interesse des Chefs als gerechtfertigt an, weil er dadurch besser planen könne. Doch die Frage nach einer Schwangerschaft ist in jedem Fall unzulässig, selbst wenn aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen Schwangere eine spezielle Tätigkeit gar nicht ausführen dürfen.

Manche Fragen im Ausnahmefall zulässig


Fragen des Arbeitgebers nach dem Alter, der Staatsangehörigkeit, einer Schwerbehinderung, dem Familienstand und danach, ob der Bewerber Deutsch als Muttersprache spricht, sind nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt.
So ist etwa die Frage nach einer Behinderung oder Schwerbehinderung nur dann erlaubt, wenn der Bewerber sonst seine Arbeit nicht ausführen könnte. Das ist etwa bei Polizisten der Fall, die besondere gesundheitliche Anforderungen erfüllen müssen.
Auch bei Fragen zur Staatsangehörigkeit und Muttersprache kann es sich um eine Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft handeln. Zulässig ist die Frage nach sehr guten deutschen Sprachkenntnissen daher nur, wenn diese für die ausgeschriebene Stelle tatsächlich erforderlich sind. Der Arbeitgeber darf sich auch nicht nach der Familiensituation oder -planung erkundigen. Solche Fragen könnten Frauen benachteiligen.

Darf der Chef nach der Religion fragen?

Die Abfrage der Religions- oder Konfessionszugehörigkeit durch den Arbeitgeber im Bewerbungsgespräch halten 29 Prozent der Befragten für zulässig. Bewirbt sich jemand bei Religionsgemeinschaften und ihnen zugeordneten Einrichtungen, etwa der Caritas, ist die Frage ausnahmsweise erlaubt. Denn: Die Zugehörigkeit zur jeweiligen Konfession kann zur Bedingung für die Beschäftigung gemacht werden, wenn dies nach dem kirchlichen Selbstverständnis und Selbstbestimmungsrecht zur Ausübung der Tätigkeit erforderlich ist. Sonst nicht.
Wenig umstritten unter den Befragten ist die Frage nach der sexuellen Orientierung: Hier ist sich die überwiegende Mehrheit von 93 Prozent bewusst, dass Fragen danach nicht erlaubt sind. Eine Ausnahme ergibt sich hier allerdings im Zusammenhang mit kirchlichen Arbeitgebern. Eine unterschiedliche Behandlung aufgrund der sexuellen Identität wäre hier gerechtfertigt. Demnach dürfen Religionsgemeinschaften von ihren Beschäftigten ein loyales und aufrichtiges Verhalten im Sinne ihres jeweiligen Selbstverständnisses verlangen. Homosexualität oder das Eingehen einer eingetragenen Lebenspartnerschaft könnten einen Verstoß gegen dieses Loyalitätsgebot darstellen.

Im Zweifelsfall Gegenfrage stellen

Die Antidiskriminierungsstelle rät, sich bereits bei der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch gut auf alle möglichen Fragen vorzubereiten: Ist es gerechtfertigt, wenn sich der Arbeitgeber nach einer körperlichen Behinderung oder Beeinträchtigung erkundigt, weil für die ausgeschriebene Stelle besondere körperliche Anforderungen Voraussetzung sind? Handelt es sich um einen Arbeitgeber in kirchlicher Trägerschaft, der nach der Religionszugehörigkeit fragen darf? Ist sich der Bewerber unsicher, kann er im Vorstellungsgespräch auch immer eine Gegenfrage stellen, inwiefern etwa die gewünschte Information für die ausgeschriebene Stelle relevant sei.

Quelle: www.spiegel.de

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