Ran an den Ärger!

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Ran an den Ärger!

Ob im Privatleben oder im Job: Reibungspunkte gibt es immer wieder. Wenn daraus ernsthafte Konflikte entstehen, fällt es vielen Menschen schwer, damit umzugehen. Wir haben nützliche Tipps zum Thema.

Konflikte entstehen meist langsam, sie entwickeln sich und nehmen die unterschiedlichsten Formen an. Sie zu erkennen, ist ein wichtiger erster Schritt auf dem Weg, sich ihnen zu stellen, nach einer Lösung zu suchen und ihr kreatives Potenzial zu nutzen. Konflikte sind nicht nur das Salz in der Suppe, es gibt ohne sie auch keinen Fortschritt. Denn betriebliche Konflikte können eine ungemein positive, aktivierende Energie darstellen.

Probleme früh angehen

Für viele Menschen ist ein Konflikt jedoch etwas Bedrohliches, etwas, das ihnen Angst macht. Sie verdrängen daher alles, was mit einer solchen Auseinandersetzung zu tun hat. Auf Dauer können ungelöste Konflikte am Arbeitsplatz immense Auswirkungen haben. Sie belasten die Arbeitsmoral und stören das Betriebsklima. Für den Einzelnen besteht sogar die Gefahr krank zu werden, wenn Konflikte im Job nicht gelöst werden. Wenn die Fronten noch nicht verhärtet sind, ist es leichter, Konflikte zu lösen. Daher gilt es, anbahnenden Problemen früh ins Auge zu sehen. Jeder muss die Verantwortung für sich selbst übernehmen, aktiv werden und nicht von den anderen Veränderungen erwarten.

Sich selbst hinterfragen

In Konfliktsituationen neigen wir häufig dazu, die Schuld bei den anderen zu sehen: Wenn der Chef endlich mal zuhören würde, wenn sich meine Kollegin nur ändern würde, wenn meine Mitarbeiterin sich nicht immer gleich verteidigen würde, heißt es dann. Den Anteil, den Chef, Kollegin oder Mitarbeiterin an der Auseinandersetzung tragen, können wir schnell benennen. Und wir selbst? Wir haben es nur gut gemeint! Fühlen uns missverstanden! Sind so verletzt worden, dass unsere Reaktion – für uns selbst – verständlich ist. Fazit: Der andere muss sich ändern, dann wäre alles viel leichter. Doch die Chance, einen anderen Menschen zu verändern, ist verschwindend gering. Das haben wir alle wohl schon allzu oft erfahren müssen. Was können Sie tun? Ein guter Anfang wäre: aufhören, die Schuldfrage zu diskutieren. An einem Konflikt sind immer beide Seiten beteiligt. Die Reaktionen beider Seiten sind verständlich, aus ihrer jeweiligen persönlichen Geschichte heraus.

Anderer Blickwinkel

Häufig lassen sich Konflikte einfach dadurch lösen, dass beide Seiten die Gelegenheit bekommen, ihre Pers­pektive, ihre Motive, ihre Gefühls­lage und Interessen in Ruhe darzulegen. Ohne unterbrochen zu werden, der andere hört einfach nur zu. Und umgekehrt. Das hat oft zur Folge, dass beide aus der Enge ihres Blickwinkels herausfinden, mehr Verständnis zueinander haben und wieder bereit sind nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt geht es um das gegenseitige Verstehen, nicht um die Lösung des Problems. Erst wenn das „Gebirge der Sturheit“ überwunden ist, kann gemeinsam nach Lösungen oder Kompromissen gesucht werden. Über Schuld zu diskutieren ist aus einem weiteren Grund nicht ergiebig: Wenn wir über Schuld nachdenken, dann sind wir in der Vergangenheit. Wir kleben gedanklich daran, wer was wann gesagt hat und wie sehr wir dadurch verletzt wurden. Die Lösung liegt aber nicht hinter uns, sondern vor uns.

Mit gutem Beispiel voran

Letztlich geht es doch darum, eine Situation herbeizuführen, die alle akzeptieren können. Und damit sind wir wieder bei der Ausgangsfrage: Wie bekommen Sie den Konfliktpartner dazu, mit Ihnen in die Zukunft zu schauen? Die Antwort ist klar: Sie können es nicht einfordern. Sie können nur mit gutem Vorbild vorangehen. Gegenseitiger Respekt ist dabei eine wichtige Voraussetzung für eine Einigung. Jeder Mensch will von anderen wahrgenommen und anerkannt werden. Das Ziel ist, eine andere innere Haltung zum Gegenüber zu gewinnen. Man kann sich zeitweise unangemessen verhalten und trotzdem als Mensch in Ordnung sein. Manche reagieren auf Stress unbewusst und quasi automatisch mit individuellen Konfliktmustern, die aus ihrer persönlichen Biografie stammen. Es ist wichtig, dem Konfliktpartner mit Respekt und Achtung zu begegnen, ihm Fragen zu stellen, zuzuhören und auf Antworten einzugehen.
Wie sage ich es am besten? Bereiten Sie sich auf ein Konfliktgespräch emotional und inhaltlich gut vor: Überlegen Sie sich,             

  • was Sie konkret am Verhalten der Kollegin stört,                
  • in welchen Situationen Ihre Kollegin das störende Verhalten zeigte und
  • warum Sie dieses Verhalten störte.

Überlegen Sie auch,                

  • warum Ihre Kollegin dieses Verhalten zeigen könnte,                
  • warum Sie den Konflikt gerne lösen möchten,                
  • was Ihr Anteil am Konflikt ist und                
  • was Sie bereit sind, hierfür zu tun.

Vor dem Gespräch sollten Sie versuchen, Ihre Emotionen unter Kontrolle zu bekommen. Denn wenn im Gespräch die Emotionen hochkochen, können zu den vorhandenen Verletzungen neue hinzukommen. Und dann ist eine konstruktive Konfliktbearbeitung meist nicht mehr möglich.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in GUT zu FUSS 4/2017.

Von | Fotos: Fotolia/Voyagerix

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