Unternehmens-Nachfolge

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Enten Nachfolge

Wer seine unternehmerische Tätigkeit beenden und sein Lebenswerk erhalten möchte, sollte früh planen. Tipps, wie man sein Geschäft an einen Nachfolger übergibt.

Für viele Unternehmer und Firmeninhaber ist das Ende ihrer unternehmerischen Tätigkeit und die Frage nach einer Nachfolge ebenso überraschend wie die Tatsache, dass am 24. Dezember Weihnachten ist. Die Unternehmensnachfolge zu regeln, ist für viele ein heißes Eisen, das sie nicht anfassen. Dabei muss man das Eisen bekanntlich schmieden, solange es heiß ist. Wer hier nicht wagt, wird sein Lebenswerk oftmals nicht erhalten können. Eine Unternehmensnachfolge ist eine emotional hochkomplexe Angelegenheit, bei der Gesetze, Geld und Gefühle in Einklang gebracht werden müssen.

Wenn eine Unternehmensnachfolge ansteht, bedarf es einer Vielzahl vertraglicher Gestaltungen und natürlich der entsprechenden Überlegungen im Vorfeld. Zunächst kommt es darauf an, in welcher Rechtsform das Unternehmen betrieben wird. Gibt es nur einen Inhaber, könnte man auf die Idee kommen, dass diese Einmannfirma in eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts sozusagen erweitert wird: Der bisherige Firmeninhaber kann den künftigen Inhaber zunächst aufnehmen, sodass man das Geschäft gemeinsam betreibt, bevor die Firma dann vom Nachfolger alleine weitergeführt wird.

Keine gute Idee

Von dieser Konstruktion ist abzuraten! So einfach es klingt, so kompliziert ist der Vorgang rechtlich, vor allem auch steuerrechtlich. Denn das Einzelunternehmen wird in dieser Variante in eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts umgewandelt. Dabei muss man überlegen, ob der bisherige Inhaber sein Unternehmen in die Gesellschaft einbringt, sozusagen statt Zahlung eines Geldbetrags, und vor allem, was dieses Unternehmen in diesem Fall wert ist. Man muss auch klären, ob der Einsteigende einen Geldbetrag bezahlt, und wie dieser zu versteuern ist. Dies sind nur einige Hinweise, welchen Regelungsbedarf es in diesem Fall gibt. Hat man also das Ziel, nur für eine Übergangsphase eine gemeinsame Unternehmensführung zu installieren, ist es offenkundig, dass dieses rechtliche Szenario viel zu aufwendig und kompliziert ist, um eine Nachfolge rechtlich zu gestalten.

Besser ist es in einer solchen Konstruktion, andere vertragliche Gestaltungen zu finden, z. B. einen Arbeitsvertrag mit dem Nachfolger für eine bestimmte Zeit zu machen, und die Firma anschließend in einem rechtlichen Schritt zu übertragen. Es muss dann vertraglich genau festgelegt werden, was der Nachfolger übernimmt: u. a. Warenbestand, Namen, Geschäftsausstattung und Kundendatei, soweit dies rechtlich zulässig ist, oder Rechte an einer Domain.

Mietbedingungen klären

Wichtig ist auch zu klären, welche vertraglichen Beziehungen der bisherige Inhaber hat. Sind die Geschäftsräume etwa gemietet, muss gesondert eine Einigung mit dem Vermieter erzielt werden.

Durch die Übernahme des Geschäftsbetriebes wird der Mietvertrag nicht automatisch mit übernommen. Dies gilt für alle Verträge, die der bisherige Inhaber abgeschlossen hat, gleichgültig ob es Leasingverträge sind, Versicherungsverträge oder Lieferantenverträge.

Im Arbeitsrecht gelten hier Sondervorschriften, die dazu führen können, dass die Arbeitsverträge tatsächlich auf den Nachfolger übergehen. Insofern bedarf es hier zweifellos fachkundigen Rates  – sowohl in steuerrechtlicher Hinsicht als auch in juristischer Hinsicht.

Übergabe einer GbR

Wenn das Unternehmen von mehreren Personen betrieben wird, handelt es sich oft um eine GbR, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Dann ist es möglich, dass einer der Gesellschafter ausscheidet und seinen Anteil an einen Nachfolger übergibt. Sinnvoll ist dies natürlich nur, wenn die anderen Gesellschafter damit einverstanden sind. Auch hier muss das Unternehmen bewertet werden. Die Konditionen für eine Übergabe müssen festgelegt werden – vor allem, ob eine solche Firma gegen Zahlung eines bestimmten Geldbetrages oder unentgeltlich übergeben wird. Hierzu werden gleich noch Hinweise gegeben.

Man muss außerdem im Gesellschaftsvertrag prüfen, ob es Sonderregeln für die Übertragung des Gesellschaftsanteils gibt. Bei einer GbR besteht die Besonderheit, dass es zwar einen Gesellschaftsanteil gibt, den man übertragen kann, in den Rechtsbeziehungen dritten Personen gegenüber ist es jedoch so, dass die Verträge in der Regel mit den einzelnen Gesellschaftern abgeschlossen sind. Dann müssen im Rahmen einer Übergabe ebenfalls alle Vertragspartner angeschrieben werden – und es muss um Zustimmung ersucht werden.

Übergabe einer GmbH

Wenn das Unternehmen in Form einer GmbH betrieben wird, ist die Übertragung selbst wesentlich einfacher. Einen GmbH-Anteil überträgt man, indem man ihn abtritt. Theoretisch wäre es also möglich, einfach bei einem Notar einen Termin zu vereinbaren und dann eine Beurkundung vorzunehmen, dass der Gesellschaftsanteil, der dem bisherigen Inhaber gehört, an den Nachfolger abgetreten wird und dieser die Abtretung annimmt. Rechtstechnisch ist der Vorgang also sehr einfach. Da alle Verträge mit der GmbH abgeschlossen wurden, bedarf es in diesem Fall also keiner Zustimmung von irgendwelchen Vertragspartnern für die Übergabe. Denn die GmbH bleibt nach wie vor Vertragspartner, lediglich auf der Gesellschafterebene findet ein Wechsel statt. Hier ist eine Nachfolge also relativ einfach und unspektakulär.

Aber: Natürlich müssen auch hier genaue Regelungen getroffen werden, ob für die Übergabe eine Gegenleistung zu erbringen ist oder nicht. Wie bei jedem Geschäft gilt also auch bei der Übergabe: „Ohne Moos nichts los.“

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 11/2018.

Von | Fotos: Fotolia/annieze

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