Foto-Obsession

Kommentar |

Redakteurin Nadine Haas über Menschen, bei denen die Jagd nach dem perfekten Foto zur Obsession geworden ist.

Das Kolosseum in Rom? Ach, hauptsache, so viele Fotos wie möglich schießen …

Eine atemberaubende Landschaft für die Ewigkeit festhalten zu können: Ja, Fotografie ist schon was Tolles! Aber leider übertreiben es immer mehr Menschen damit, wie ich in meinem Island-Urlaub feststellen musste. Erst einmal finde ich es erstaunlich, dass es nach wie vor Menschen gibt, die sich für ein Selfie ganz nah an einen Abgrund stellen. Es ist ja nicht so, dass Menschen bei einer solchen Aktion nicht schon gestorben wären … Aber mal davon abgesehen: Bei jeder Sehenswürdigkeit waren die meisten Touristen nur damit beschäftigt, das „perfekte“ Bild zu schießen. Aber wie traurig ist es denn bitte, dass sie die Wasserfälle, Seen und Gletscher quasi nur durch die Kameralinse sahen und dabei gar nicht den Augenblick genießen konnten? Natürlich machte ich auch Bilder – aber zwei reichen doch! Die Krönung des Ganzen war dann aber ein asiatisches Paar, das in voller Hochzeitsmontur vor einer hübschen, blauen Kirche Fotos mit Selbstauslöser von sich schoss. Da daneben ein Mietwagen stand, handelte es sich dabei offenkundig um Touristen. Ich bekam mit, wie eine andere Touristin das Paar ansprach und fragte, ob es gerade geheiratet hätte, woraufhin es verneinte. Das ließ mich nachdenklich werden. Was für einen Grund kann es haben, dass man sich die Mühe macht, die Hochzeitskleidung in einen Koffer zu stopfen, um zwei Stunden lang Fotos vor einer isländischen Kirche zu machen? Ich war wirklich total perplex. Und tröstete mich mit dem Gedanken: Wahrscheinlich ist es irgendso ein Instagram-Trend, den ich nicht kenne – und das ist auch gut so ... 

Von | Fotos: Fotolia/WineDonuts

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