Smarte Jeansjacken

Kommentar |

Digitalisierung hin oder her - aber per Jacke ein Handy bedienen? Redakteurin Anja Rieck fragt sich, ob die Menschen auf dieser Welt tatsächlich smarte Jeansjacken brauchen.

Smarte Jeansjacke
Sieht ganz harmlos aus, kann aber noch mehr: Eine smarte Jeansjacke

Unlängst startete in den USA der Verkauf der „Jacquard Jacket“, einer Jeansjacke, die sich mit dem Smartphone verbindet. Es handelt sich hierbei um das Gemeinschaftswerk einer wohlbekannten virtuellen Datenkrake und eines Arbeiterhosen-Fabrikanten mit einer mehr als 160-jährigen Tradition. Im linken Ärmelbund der denimblauen Textilie ist ein leitfähiger Webstoff eingearbeitet, der auf Berührungen reagiert wie das Display des Handys. Ein Bluetooth-tauglicher Button überträgt diese taktilen Reize dann als Eingaben an die auf dem kleinen Quälgeist befindlichen Apps. Und das soll tatsächlich funktionieren? Ich denke da so an die Tage, an denen es mit der Feinmotorik ein wenig hapert.

 

Viele Hindernisse

 

Was passiert eigentlich, wenn ich nach dem fünften Versuch diesen blöden Knopf am Ärmel mit meinen zittrigen Fingern immer noch nicht zu kriege? Ordert der smarte Überzieher dann Kreislauftropfen, die Flash Gordon in seiner Funktion als Internet-Apotheken-Bote blitzartig liefert und mir stehenden Fußes gleich auch noch einflößt? Oder kommt Paolo Pizza in seiner roten Ape angeknattert, um mir drei Riesen-Familien-Teigfladen „mit allem“ zu servieren, nur weil ich genauso oft versucht habe, einen Fussel von meinem Arm zu zupfen? Wer sich konsequent jegliche soziale Interaktion verkneifen möchte, der kann sich dann ja gerne noch „Alexa“ auf den Kopf schnallen, damit sich wenigstens einer mit ihm unterhält. Ja, halten Sie mich ruhig für technikfeindlich und miesepetrig, aber muss man denn wirklich alles den digitalen Gadgets überlassen?

 

Von | Fotos: Fotolia/Anna Reich

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