Sommerfigur? Nein danke!

Kommentar |

Waltraud Ellerich-Minareci, Chefin vom Dienst, über den Spielraum einer Sommerfigur, der uns das Leben leichter macht.

Waltraud Ellerich-Minareci
Speckrolle_Bauchfalte

Keine Frage, Sie verstehen sofort, was die Kundin braucht, wenn sie auf Bauch, Beine und Po hinweist – und dazu klagt, dass sie im Urlaub am Strand und bei leichter Sommerkleidung doch so gerne so gut wie möglich aussehen möchte. Nun ist ja alles eine Frage der Perspektive. Mitnichten ist die Kleidergröße 34 eine Zielvorgabe von Körperbehandlungen im Kosmetikinstitut. Gott sei Dank ist das so, wo blieben die kurzen Augenblicke voller Wonne, die es bei so viel Zartheit gar nicht geben könnte? Dazu eine kleine Geschichte, aus dem Leben erzählt. Morgens früh um kurz nach acht im Bus: dichtes Gedränge der Pendler und Schulkinder, mittendrin vereinzelt Mütter, die ihre Kleinen begleiten. Eine von ihnen erledigt noch schnell etwas am Smartphone. Ihr Sohn, etwa sieben Jahre alt, zupft voller Ungeduld an ihrem Ärmel und verlangt im Nörgelmodus ihre Aufmerksamkeit. Die bekommt er, quälende Minuten später, als sie endlich fertig ist. Beide lehnen sich eng aneinander geschmiegt auf ihrer Bank zurück und halten verträumt den Tag noch etwas an, behagliches Schnurren beiderseits. Die Fahrgäste atmen auf, Ruhe kehrt ein. Bis die helle, kristallklare Stimme des Kindes – seine Händchen sind inzwischen an die Speckfalten der Mama gewandert und pumpen und kneten sie versonnen – plötzlich den Satz durch den Bus weht: „Mami – ist das alles aus Gummi?“, fragt er voller Unschuld. Alle beeilen sich, das Gesicht zum Fenster zu drehen. Kurzum, es ist gut, dass jeder es mit seiner Figur so halten kann, wie er es mag – und Sie dabei professionell helfen.

Fotos: Fotolia/Knut Wiarda

Ebenfalls für Sie interessant

Sommersprossen
Kommentar 19.09.2018
Foto-Obsession
Kommentar 01.07.2018
Verrückte Trendsportarten
Kommentar 01.05.2018
Verantwortung muss sein!
Kommentar 01.03.2018