Tiny House

Kommentar |

Redakteurin Nadine Schneider über die Praktikabilität von Minihäusern im Alltag und die damit verbundene fehlende Privatsphäre.

Tiny House
Klein, aber fein: Tiny Houses erfreuen sich hierzulande immer größerer Beliebtheit
Nadine Haas

Weniger ist mehr – ob bei der angesagten Einrichtung im Scandi-Style oder im Kleiderschrank. Ja, der Trend macht durchaus Sinn – alleine schon aus ökologischen Gründen. Eine Freundin hat sich jetzt ein „Tiny House“ gekauft. Ab etwa 20 000 Euro sind die Häuschen auf Rädern zu haben. Im Falle meiner Freundin und ihrem Mann bedeutet das: Auf 15 Quadratmetern befinden sich nun ein Wohnraum inklusive Küchenzeile sowie ein Bad, das als einziger Raum durch eine Tür abgetrennt ist. Als ich sie vor Kurzem das erste Mal besuchte, fiel mir zuerst das viele Holz auf, genauso wie der kleine Kaminofen. Genau mein Stil.

Praktisch sieht anders aus

Als ich aber den Blick weiter schweifen ließ und das „Schlafloft“ unter dem Dach entdeckte, das man nur über eine Leiter erreicht, fragte ich mich: Wie kommt man da hoch, wenn man mal einen über den Durst getrunken hat? Und wie im Alter? Hinzu kommt, dass man dort oben gerade so sitzen kann – ich würde mir wohl jeden Morgen den Kopf an der Decke anstoßen. Nach der Besichtigungsrunde tranken meine Freundin und ich Kaffee und plauderten. Gemütlich. Aber zu viert würde man an dem kleinen Tisch nicht sitzen wollen! „Wir weichen mit unserem Besuch oft nach draußen aus“, so die frischgebackene Hausbesitzerin. Nur blöd, wenn schlechtes Wetter ist ... Mein Fazit? An die Tatsache, dass Spül- und Waschbecken nicht mal einen Meter voneinander entfernt sind, gewöhnt man sich. An die Schlafsituation auch. Aber nicht mal die Tür hinter sich zumachen zu können? Nein, danke! 

Von | Fotos: Fotolia/lowphoto

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