Verantwortung muss sein!

Kommentar |

Redakteurin Elke Rohwer über Zeitgenossen, die sich der großen Verantwortung ihres Jobs nicht bewusst sind.

Zuhören gehört zum Job der Apothekerin dazu

Kürzlich wurde ich Zeuge eines Gesprächs in einer Apotheke. Gespräch ist falsch, denn dazu kam es nicht.  Ein Kunde wandte sich an den Apotheker: „Meiner Mutter geht es schlecht, und ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll.“ Der Kunde, der sichtlich aufgewühlt wirkte, wollte fortfahren, wurde aber vom Apotheker unterbrochen. In genervtem Ton gab dieser ihm zu verstehen, dass er keine Zeit habe, ihm jetzt zuzuhören. Er habe Bereitschaftsdienst gehabt, die Hälfte seiner Angestellten sei entweder krank oder im Urlaub und er hätte viel zu tun. Der Kunde wagte einen weiteren Versuch, scheiterte und verließ geknickt den Laden. Mir fiel der Hinweis aus der Werbung ein, der so endet „ ... oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.“ Heute las ich in einer Studie, dass Ärzte, um Zeit zu sparen, ihre Patienten oft nach 15 Sekunden unterbrechen und bewusst Fragen stellen, auf die der Patient nur mit „Ja“ oder „Nein“ antworten kann. Dabei ist das Gespräch doch eine wichtige Voraussetzung, dass der Patient Vertrauen fasst, zur Medizin und zum behandelnden Arzt! Auch wenn es dem Kunden in der Apotheke nicht hilft, tröstet mich doch der Gedanke, dass es auch Menschen gibt, für die es einfach dazugehört, sich die großen und kleinen Probleme ihrer Kunden anzuhören. Dabei denke ich besonders an Sie als Kosmetikerin. Falls Ihre Kunden es bisher versäumt haben, sage ich es jetzt in aller Deutlichkeit: Vielen Dank, dass Sie für Ihre Kunden da sind und sich trotz Stress und Termindruck Zeit nehmen. In besagter Apotheke war ich jedenfalls zum letzten Mal.

Von | Fotos: Fotolia/contrastwerkstatt

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