Werbung für Schwangere

Kommentar |

Redakteurin Sonja Böhme über originelle Werbungen, über die man spricht – deren Sinn aber manchmal fraglich ist.

Schwangerschaftstest? Kann man jetzt im Werbemagazin machen

Wer in der Werbung arbeitet, ist meiner Meinung nach nicht gerade zu beneiden. Oder können Sie sich vorstellen, jeden Tag kreativ zu sein und vor Ideen nur so zu sprudeln? Zumal es ja auch oft so nüchterne Dinge „zu bewerben“ gilt wie Rasenmäher oder Kopfschmerztabletten. Nicht umsonst heißt es, dass Menschen, die in der Werbung arbeiten, oftmals Aufputschmittel nehmen, um den Geist zu erweitern und dem Druck standhalten zu können. Aber das lässt sich natürlich nicht verallgemeinern. Bei der aktuellen Werbung eines bekannten Möbelhauses, die aus der Feder einer preisgekrönten schwedischen Werbeagentur stammt, könnte man sich aber schon fragen, wer da was genommen hat, um auf diese irrwitzige Idee zu kommen. Da sollen schwangere Frauen auf einen Streifen im Werbemagazin pinkeln, um einen Rabattcode sichtbar zu  machen. Dieser erscheint nur, wenn der Urin „positiv“ ist. Ok, originell ist es und erspart einigen Frauen vielleicht sogar den Kauf eines handelsüblichen Schwangerschaftstests, aber die praktische Umsetzung möchte ich mir nicht genau vorstellen. Und ich hoffe sehr für die Mitarbeiter des Möbelhauses, dass sie keines der bepinkelten Magazine von eifrigen Kundinnen vor die Nase gehalten bekommen, weil diese nicht verstanden haben, dass sie lediglich den Code benötigen, um den Rabatt zu bekommen. Aber hey, in ein paar Jahren ist es eine nette Anekdote für die Enkelkinder: „Wisst ihr, Kinder, wie ich erfahren habe, dass ich mit eurem Vater Knut schwanger bin?“ Schöne Geschichte, oder?

Von | Fotos: Fotolia/gradt

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