Katja Riemann

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Katja Riemann

Seit 2000 ist die bekannte Schauspielerin UNICEF-Botschafterin und unterstützt „Plan international“ und „amnesty international“. 2010 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Band und 2016 den Bad Iburger Courage-Preis. Katja Riemann ist seit 2017 Markenbotschafterin der Pflegemarke CD. Auf diesem Bild zeigt sie sich zum internationalen Frauentag in der #EachforEqual-Pose – für eine geschlechtergerechte Welt.

Katja Riemann, worum geht es in Ihrem neuen Buch „Jeder hat. Niemand darf.“?

In meinem Buch geht es um die konkrete humanitäre Arbeit vor Ort. Diese Arbeit wird zumeist von den lokalen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) geleistet. Es sind zehn Kapitel, zehn Länder, zehn Themen. Länder auf dem afrikanischen Kontinent, wie Burundi – da war das Thema Mangelernährung, Kongo – Vergewaltigung als Kriegsinstrument, Senegal – Mädchenbeschneidung. Oder ich war in osteuropäischen Ländern unterwegs, in Moldawien habe ich mit Mädchen gesprochen, die in die Zwangsprostitution verkauft worden waren, oder in Nepal mit ehemaligen Sklavenmädchen. Wichtig jedoch war mir, ein positives Buch zu schreiben, in dem Humor nie zu kurz kommt und Augenhöhe nicht verloren geht, in dem von Projekten erzählt wird, die ich als Bote oder Geschichtenerzählerin bezeugen und von denen ich lernen durfte. Wir kennen die Zahlen und die Organisationen der Internationalen, aber was vor Ort tatsächlich passiert – da wäre ich froh, ich könnte mit meinen Geschichten eine Lücke schließen.

Sie reisen schon seit vielen Jahren für Menschenrechtsorganisationen in Krisengebiete. Was treibt Sie dazu an – und worin besteht Ihr Beitrag Elend zu mindern?

Tja, das ist eine gute Frage. Mein Beitrag hat sich hoffentlich in diesem Buch verdichtet. Ich glaube, dass alles immer mit einem Bewusstsein beginnt, aus dem dann wiederum selbsttätige Gedanken entstehen. Ich durfte erleben, wie Menschen inspiriert wurden von unseren Berichten oder Vorträgen über die respektvolle Herangehensweise an humanitäre Projekte. Nur wenn Sie vom „Elend“ sprechen, dann, erlauben Sie mir das bitte zu sagen, ist das bereits eine beurteilende Bezeichnung. Beginnt es nicht mit unserer Sprache, wie wir werten und Menschen beurteilen, indem wir sie in eine Box stecken, nämlich die der Elenden, denen geholfen werden muss? Ich mag das Wort Hilfe nicht, es wirkt herablassend. Vor Ort hört man „Support“, das ist Unterstützung, das ist direkt ein anderes Bild, es ist gemeinschaftlicher als die Idee der Hilfe, die man gibt oder eben auch nicht. Ich glaube, dass hierin mein Beitrag liegt: Bewusstsein zu kreieren und vorsichtig mit Menschen über Strukturen zu sprechen, die schon so lange gesetzt sind, dass wir gar nicht mehr realisieren, wie sie sich in unserer Sprache und Haltung manifestiert haben, sodass sie uns keinerlei Empathie oder Vorstellungskraft anderer Realitäten erlauben.


Was konnte in all den Jahren Ihres Engagements beim Thema „Gewalt gegen Frauen“ positiv erreicht werden?

Gewalt gegen Frauen, wo? Welche Art Gewalt? Woher kommt sie, wie ist sie entstanden? Ist es häusliche Gewalt oder gesellschaftlich anerkannte Gewalt zu Zeiten des Krieges oder verbale alltägliche Gewalt? Gewalt, nicht nur gegen Frauen, ist vielfältig und sehr vielschichtig. Die Antwort würde zu lange dauern, denn sie ist nicht allgemeingültig, auch wenn man das gern hätte, sondern vielfältig und ich kenne sie auch gar nicht umfassend. Aber ja, natürlich, es bewegt sich etwas, das ist deutlich. Da müssen wir gar nicht so weit wegschauen, da können wir direkt hier anfangen. Das ist gut.


Gibt es Körperpflegeprodukte, die Sie immer in Ihrer Tasche und dabei haben, wenn Sie das Haus verlassen?

Na klar, ich habe immer Augentropfen dabei, Bepanthen Wund- und Heilsalbe für die Lippen, Handcreme von CD und Desinfektionsmittel von der WHO.

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