... Bad Nauheim?

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Die Geschichte Bad Nauheims reicht bis in die Jungsteinzeit zurück. Sein Quellwasser verhalf dem Ort zu Wohlstand – als Grundlage zur Salzgewinnung und für die Ausweisung als Heilbad.

Bad Nauheim Sprudelhof
Bad Nauheim ist für sein historisches Ambiente (hier der Sprudelhof) bekannt
Bad Nauheim Gradierbau
Fünf Gradierwerke aus dem 18. Jahrhundert sind erhalten geblieben. Sie dienten einst der Salzgewinnung
Bad Nauheim Steinfurth
Den Rosen des Ortsteils Steinfurth ist ein Fest gewidmet
Bad Nauheim Badehaus Sprudelhof
Die sechs Badehäuser des Sprudelhofs verzaubern durch kunstvolle Details wie Nixen oder Seepferdchen
Bad Nauheim Kurpark
Am Rand des Kurparks, mit Blick ins Grüne, liegt das Hotel Dolce. Das ehemalige Kurhaus ist Teil der Vier-Sterne-Herberge
Bad Nauheim Elvis
Elvis lebte zwei Jahre in Bad Nauheim
Tanja Sittinger
Seit einem halben Jahr arbeitet Tanja Sittinger in Bad Nauheim

Das Gold Bad Nauheims ist weiß: Seinen Solequellen hat der Ort im hessischen Wetteraukreis seinen Status als Heilbad zu verdanken. Schon die Kelten gewannen hier Salz, wie archäologische Funde einer Salinenanlage belegen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dieser Naturschatz balneologisch genutzt, bis zur Wende zum 20. Jahrhundert stieg Bad Nauheim zum Kurbad von Weltrang auf. Berühmtheiten wie Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth von Österreich, Karl May oder Albert Einstein verkehrten einst hier.

Umzug aus Liebe

Tanja Sittinger zog es weder wegen der Prominenz noch wegen der Solequellen aus Franken ins Hessische, sondern um der Liebe willen. Vor rund einem halben Jahr fand sie eine neue Arbeitsstelle als Spa-Managerin im Hotel Dolce. Das Vier-Sterne-Haus verfügt über einen 1 000 Quadratmeter großen Wellness-Bereich, zu dem auch ein Beauty-Salon mit drei Kabinen gehört. Hier empfangen Tanja Sittinger und zwei weitere Kosmetikerinnen sowie zwei Service-Kräfte Tages- und Hotelgäste.

Hier scheint die Zeit stillzustehen

„Das Dolce ist ein ganz schnuckeliges, schönes Hotel“, schwärmt sie von ihrer Wirkungsstätte. „Man kommt an und fühlt sich gleich wohl.“ Sie schätzt den familiären Umgang im Hotel-Team. Und auch die Bad Nauheimer seien „ganz lieb, bodenständig, freundlich und zuvorkommend. Sie haben es mir sehr leicht gemacht, mich hier einzuleben.“ Als sie zum ersten Mal in den Ort kam, nahm sie sofort seine besondere Atmosphäre wahr: „Als würde die Zeit stillstehen.“ Schließlich ist die 32 000-Einwohner-Gemeinde reich an historischen Bauwerken. Etwa den fünf Gradierwerken aus dem 18. Jahrhundert, als die örtliche Saline eine der modernsten Salzfabriken Europas war. Heute tragen sie in erster Linie zum Wohlbefinden der Kurgäste bei. Die salzhaltige Luft in ihrer Nähe wirkt sich vor allem auf die Atemwege positiv aus.

Energie tanken im Kurpark

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sorgten dann die insgesamt neun staatlich anerkannten Heilquellen mit ihrem hohen Gehalt an Sole und Kohlensäure für wirtschaftlichen Aufschwung. Ein würdiger Rahmen dafür wurde Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Bau der Trinkkuranlage und des Sprudelhofs mit seinen sechs Badehäusern geschaffen. Letzterer ist das größte geschlossene Jugendstilensemble Europas. Die ehemalige Kuranlage als Ganzes ist ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk aus Architektur, Kunst und Gartengestaltung. Teile davon wie das ehemalige Kurhaus gehören heute zum Hotel Dolce. Daher kann Tanja Sittinger in ihrer Pause auch schnell mal in den Kurpark spazieren und die schöne Natur genießen. Für sie ist das „Energietanken pur“.

Die Königin der Blumen

Naturliebhabern legt sie außerdem einen Abstecher nach Steinfurth nahe, einem Ortsteil von Bad Nauheim, der als „Rosendorf“ bekannt ist. Seit über 150 Jahren werden die edlen Blumen dort  angebaut und in alle Welt verschickt. Gewürdigt wird diese Tradition heute u. a. mit einem Rosenmuseum und einem Rosenfest, das in allen geraden Jahren gefeiert wird. Mehrere Tage steht dann die stachelige Schönheit im Mittelpunkt, es gibt eine Rosenkönigin, einen Rosenmarkt  und einen Rosenkorso.

Im Elvis-Fieber

Trubelig und bunt geht es auch auf dem alljährlichen European Elvis Festival zu. Der „King of Rock ’n’ Roll“ residierte von 1958 bis 1960 in Bad Nauheim, während er im nahen Friedberg seinen Militärdienst leistete. Sein Zimmer im Hotel Villa Grunewald ist im Originalzustand erhalten geblieben, außerdem erinnern ein nach ihm benannter Platz sowie ein Denkmal in der Nachbarschaft des Hotels Dolce an ihn. Hier legen bis heute Fans aus aller Welt Blumen und kleine Botschaften nieder. Und sie sorgen beim Festival dafür, dass „Elvis lebt“. Während drei Tagen lassen Cover-Bands, Fans in Petticoats und Cadillacs sowie viele Programmpunkte die Fifties und Sixties aufleben. „Das ist der Hammer!“, so Tanja Sittinger begeistert. „Elvis ist hier das ganze Jahr über präsent. Aber während des Festivals steht Bad Nauheim kopf.“

Zeit zum Schlemmen

Auch die Kulinarik kommt in der Bäderstadt nicht zu kurz, wie die Kosmetikerin weiß. „Es gibt hier viele tolle Cafés und Restaurants, auch im Dolce.“ Das aussichtsreichste ist auf dem Johannisberg – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn vom 268 Meter hohen Hausberg hat man einen einmaligen Blick auf Bad Nauheim und seine Sehenswürdigkeiten.

Von | Fotos: Bad Nauheim Stadtmarketing und Tourismus GmbH (6x), Hotel Dolce Bad Nauheim

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