… Koblenz?

Waren Sie schon |

Wo Vater Rhein und Mutter Mosel aufeinandertreffen, liegt die „Schängel“-Stadt Koblenz. Hier wartet die Altstadt mit Geschichte an allen Ecken auf. Getreu der rheinischen Lebensart kommt der Genuss dabei aber auf keinen Fall zu kurz.

Sightseeing, Koblenz, Waren Sie schon mal in, Sehenswürdigkeiten, Städte
In ihrer Beautylounge verwöhnt Sarah Müller (M.) Lisa Nickodemus (l.) und Natalie Jost Stammkunden genauso wie Touristen
Sightseeing, Koblenz, Waren Sie schon mal in, Sehenswürdigkeiten, Städte
Das Deutsche Eck zieht Besucher aus aller Welt in seinen Bann
Sightseeing, Koblenz, Waren Sie schon mal in, Sehenswürdigkeiten, Städte
Mit der Seilbahn geht es hoch zur Festung Ehrenbreitstein
Sightseeing, Koblenz, Waren Sie schon mal in, Sehenswürdigkeiten, Städte
Das Forum Confluentes beherbergt u. a. die Tourist-Information und die interaktive Ausstellung Romanticum
Sightseeing, Koblenz, Waren Sie schon mal in, Sehenswürdigkeiten, Städte
Die Statue von Kaiser Wilhelm I. ist inklusive Sockel 27 Meter hoch
Sightseeing, Koblenz, Waren Sie schon mal in, Sehenswürdigkeiten, Städte
Die Zwiebeltürme der Liebfrauenkirche sind in der Altstadt von überall aus zu sehen
Sightseeing, Koblenz, Waren Sie schon mal in, Sehenswürdigkeiten, Städte
Am Rathaushof haben Kinder und auch Erwachsene Spaß am Wasser speienden Schängelbrunnen
Sightseeing, Koblenz, Waren Sie schon mal in, Sehenswürdigkeiten, Städte
Als „Vier Türme“ werden diese historischen Häuser mit kunstvollen Erkertürmen bezeichnet
Sightseeing, Koblenz, Waren Sie schon mal in, Sehenswürdigkeiten, Städte
1925 wurde das Weindorf als Ausstellung angelegt. Heute kann man in den Häusern stilvoll speisen

Wo Vater Rhein und Mutter Mosel aufeinandertreffen, liegt die „Schängel“-Stadt Koblenz. Hier wartet die Altstadt mit Geschichte an allen Ecken auf. Getreu der rheinischen Lebensart kommt der Genuss dabei aber auf keinen Fall zu kurz.

Die linke Hand fest an den Zügeln thront er erhobenen Hauptes über der kleinen Landzunge, an der Rhein und Mosel zusammenfließen – keine Frage: Wohl jeder, der am Deutschen Eck in Koblenz steht, gerät beim Anblick des 14 Meter hohen Reiterstandbilds Kaiser Wilhelms I. ins Staunen. Der Sockel, auf dem er steht, misst nochmals 23 Meter. In diesen Genuss kommen zu können, ist nicht selbstverständlich. Denn im Zweiten Weltkrieg wurde das Monument, das 1897 als Dank für die Deutsche Reichsgründung durch den Kaiser errichtet worden war, zerstört. Erst 1993 wurde eine Nachbildung angebracht, die seitdem Menschen aus der ganzen Welt in ihren Bann zieht. „Es ist atemberaubend“, schwärmt Sarah Müller, die im Herzen der Altstadt ihre Beautylounge betreibt.

Erst Festung, dann Altstadt

Lässt man von der Statue aus den Blick schweifen, fällt einem auf der anderen Seite des Rheins ein weiteres Wahrzeichen ins Auge: die Festung Ehrenbreitstein. Hinauf schwebt man vom Konrad-Adenauer-Ufer aus mit der 2011 für die Bundesgartenschau errichteten Seilbahn. Wer die Kabine 17 erwischt, hat Glück: Sie hat einen Glasboden, durch den man während der Fahrt die vielen Schiffe auf dem Rhein beobachten kann. In der zwischen 1817 und 1828 errichteten preußischen Befestigungsanlage gibt es nicht nur viel zu besichtigen: Im Sommer finden dort Konzerte, Theatervorstellungen und Gottesdienste statt.

Sobald man nach Besichtigung der Festung unten wieder festen Boden unter den Füßen hat, ist ein Spaziergang durch die Altstadt angesagt. „Die hat einiges zu erzählen – hier ist so viel passiert“, betont Sarah Müller. Die Mehlgasse, in der sich ihr Institut befindet, ist besonders geschichtsträchtig. So ging hier das „Pfefferminzje“ ein und aus: Es handelt sich dabei um eine schlagfertige Frau, die in den 1920er-Jahren Pfefferminzbonbons für ihren Lebensunterhalt verkaufte. „Gleich hier um die Ecke ist auch eine Statue von ihr“, weiß die Kosmetikerin. Bei so viel Geschichte ist es kein Wunder, dass die Guides ihre Touristengruppen auch durch die Mehlgasse mit ihren kleinen Häuschen inklusive alten Fassaden und Holzfenstern lotsen. „Viele Touristen fragen dann bei mir nach Pediküre, da sie Probleme mit Druckstellen oder Hühneraugen haben.“ So hatte Sarah Müller sogar schon Kunden aus Australien und Uruguay.

Achtung, der Schängel spukt!

Auch beim weiteren Gang durch die Altstadt ist die Geschichte von Koblenz allgegenwärtig – und zwar in Form von zahlreichen Kirchen, Statuen und Brunnen. An einem von letzteren stehen meist besonders viele Menschen – und das hat seinen Grund: In unregelmäßigen Abständen speit der kleine Bronze-Junge, der oben auf dem Brunnen angebracht ist, Wasser und macht dabei manchen Passanten nass, was bei vielen Schaulustigen wiederum für Schadenfreude sorgt. Bei dem Jungen handelt es sich um den „Schängel“, einst ein Begriff für einen Lausbub. Heute ist er ein Pseudoynm für alle gebürtigen Koblenzer.

Kulinarische Köstlichkeiten

Bei einer so verwinkelten Altstadt wie der von Koblenz lohnt sich ein Blick in die vielen Innenhöfe: Dort sind oft tolle kleine Cafés und Restaurants zu finden. So wie das „Restaurant Verbene“, das Sarah Müller wärmstens empfiehlt. Dort gibt es Mehr-Gänge-Menüs aus frischen, regionalen Zutaten. „Die haben aber nur wenige Plätze, deshalb: unbedingt reservieren!“ Ebenfalls etwas versteckt liegt das Restaurant „SAUbar“, das für Frische und Regionalität steht. Viel Charme hat das „Café Pfefferminzje“, das sich gegenüber von Sarah Müllers Institut befindet. „Es gibt viele vegetarische und vegane Speisen und man kann dort sehr gemütlich sitzen.“ Wer Lust auf Kaffee und Kuchen hat, sollte laut der Kosmetikerin unbedingt das „Klein‘s Backstüffje“, eine traditionelle Bäckerei, in der noch selbst gebacken wird, oder das alteingesessene „Café Werrmann“ aufsuchen.

Derart gut gestärkt darf man auf keinen Fall eine Schifffahrt auf Rhein und/oder Mosel verpassen. Bei den kleinen Touren kann man die Koblenzer Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus bewundern. Die größeren Touren führen meist bis nach Bingen an Rhein – vorbei an romantischen Burgen und steil emporragenden Weinbergen. Und spätestens bei einem Gläschen Wein wird auf einer solchen Fahrt klar: Das also ist sie, die heitere, rheinische Lebensart, die der Schängel schon lange vormacht!

Von | Fotos: Torsten Gauls/Gauls – Die Fotografen (5x); Thomas Frey (1x); Herbert Piel/P!ELmedia (1x); Ulrich Pfeuffer/GDKE Rheinland-Pfalz (1x); Sarah Müller (1x)

Ebenfalls für Sie interessant

Russische Kapelle
Waren Sie schon 27.11.2018
Lahr_Sonnenplatz
Waren Sie schon 28.08.2018
... Delitzsch?
Waren Sie schon 20.06.2018
... Furth im Wald?
Waren Sie schon 01.06.2018