... Nürnberg?

Waren Sie schon |

Nürnberg ist für seine Rostbratwürste und Lebkuchen weltbekannt, hat aber weit mehr zu bieten als nur kulinarische Erlebnisse. Machen Sie sich mit auf zu einem kleinen Stadtrundgang, der nicht nur den Gaumen in Verzückung bringt.

Das Profil Institut (l.) von Sylvia Nöcker liegt im Zentrum am Obstmarkt
„Die Nürnberger essen unheimlich gerne Eis – bei Temperaturen ab zehn Grad“, lacht Kosmetikerin Sylvia Nöcker
Panoramablick von der Burg auf die Altstadt
Der Schöne Brunnen neben dem Rathaus zählt zur Historischen Meile
Berühmt ist Nürnberg auch für seinen Christkindlesmarkt
Messegelände und Kongresshalle – Monumentalbau aus NS-Zeit
Der Hauptbahnhof, ursprünglich ein neugotisches Gebäude, wurde im Jahr 1900 im Stil des Neubarock umgebaut
Die Frauenkirche am Hauptmarkt
Das Weinstadel – im Mittelalter Lepraspital, später Weinlager – am Nürnberger Wasserturm
Die Sebalduskirche ist die älteste Pfarrkirche
Die Sonnenuhr prangt an der Fassade des Stadtmuseums (Fembo-Haus): einst ein großes Kaufmannshaus
Das Wahrzeichen ist die Burg – eine Doppelburg mit Kaiserburg und Burggrafenburg, die über der Stadt thront

Obwohl Nürnberg mit über einer halben Million Einwohnern die zweitgrößte Stadt Bayerns ist, empfindet Sylvia Nöcker sie dennoch als familiär: „Jeder kennt jeden. Und als ich früher noch in der Innenstadt gar nicht weit von unserem Geschäft entfernt gewohnt habe, musste ich morgens trotzdem eine halbe Stunde früher loslaufen, weil ich auf dem Weg immer so viele Bekannte getroffen habe und ins Plaudern gekommen bin.“ Gemeinsam mit Eva-Maria Kraut führt die Kosmetikerin ihr Institut am Obstmarkt – nur wenige Schritte vom Hauptmarkt entfernt, wo im Advent der Christkindlesmarkt Besucherscharen anlockt.

Die Historische Meile

Zwar wurden im Zweiten Weltkrieg etliche Teile der mittelalterlichen Altstadt zerstört, die im Grunde aber dennoch erhalten blieb und so für viele Touristen äußerst attraktiv ist. Zum Pflichtprogramm gehört für Sylvia Nöcker etwa die Kaiserburg, die zu den geschichtlich und baukünstlerisch bedeutsamsten Wehranlagen Europas zählt. „Hier empfehle ich Gästen auch eine Fahrt mit der Bimmelbahn, die viele Sehenwürdigkeiten rund um die Burg ansteuert.“ Wer nicht allzu zart besaitet ist, kann sich auch die Lochgefängnisse anschauen (nach einer Renovierung ab Sommer 2018 wieder geöffnet): Die Kellergewölbe des Nürnberger Rathauses dienten einst zur Verwahrung und Untersuchung von Häftlingen. Und die vielen kleinen Zellen sowie die Folterkammer vermitteln einen Eindruck davon, wie es im Mittelalter um die deutsche Gerichtsbarkeit stand.

Oder wie wäre es mit einer Erlebnisführung durch die historischen Felsengänge der Stadt – Süddeutschlands größtes Keller-Labyrinth, das die Nürnberger Bürger im Laufe der Jahrhunderte in den Buntsandstein gruben? Die Gewölbe dienten früher vornehmlich dazu, Bier – insbesondere das rote Stadtbier – zu lagern und reifen zu lassen. Und dass die Hausbrauerei Altstadthof diese Tradition 1984 wieder aufgregriffen hat, lässt erahnen, dass man bei der Besichtigungstour des Hauses nicht nur hören und schauen, sondern auch verkosten kann.

Mit dem historischen Kunstbunker direkt unter der Kaiserburg wurde kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges ein einzigartiges Depot geschaffen. Viele bedeutende Nürnberger Kunstschätze konnten den Bombenhagel dort, bis zu 24 Meter tief eingelagert, unbeschadet überstehen. Wer sich lieber wieder oberirdisch aufhalten möchte, kann das Germanische Nationalmuseum aufsuchen, eine Stippvisite ins Spielzeugmuseum unternehmen – schließlich gilt Nürnberg seit über 600 Jahren als Stadt des Spielzeugs – oder sich im DB-Museum vergnügen: das älteste Eisenbahnmuseum der Welt.

Jüngste Geschichte im Blick

Für unverzichtbar hält Sylvia Nöcker einen Besuch im „Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände“. In der ursprünglich für 50 000 Menschen ausgelegten, aber unvollendet gebliebenen Kongresshalle befasst sich eine Dauerausstellung mit den Ursachen und Folgen der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Das „Memorium Nürnberger Prozesse“ zeugt davon, wie im Schwurgerichtssaal des Justizpalastes in der Stadt Weltgeschichte geschrieben wurde.

Für ausgleichende Entspannung rät Sylvia Nöcker zu einem Ausflug in die Umgebung der Weißgerbergasse, wo viele Restaurants und Cafés (z. B. Tafelberg, Sebald, Prison St. Michel) den Gast verwöhnen. In der warmen Jahreszeit kann man die Seele z. B. auch am Stadtstrand an der Pegnitz oder im „Seehaus“ am Wöhrder See baumeln lassen.

Von | Fotos: Fotolia (10x)/tschecki, cscoly2, rh2010, borisb17, pusteflower9024, Asvolas, animaflora, neirfly, J.Mühlbauer exclus.; Sylvia Nöcker

Ebenfalls für Sie interessant

Pforzheim Zusammenfluss Nagold Enz
Waren Sie schon 26.06.2019
Papenburg Brigg
Waren Sie schon 23.05.2019
Bad Nauheim Sprudelhof
Waren Sie schon 17.04.2019
Marsberg Panorama
Waren Sie schon 24.02.2019