... Saalfeld?

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Die „Steinerne Chronik Thüringens“: Diesen Beinamen trägt Saalfeld, kann die ehemalige Bergbau-, Kloster- und Residenzstadt doch auf eine über 1 110-jährige Geschichte zurückblicken. Diese lässt sich auch heute noch nacherleben.

Saalfeld Panorama
Saalfeld liegt idyllisch im Thüringer Wald
Saalfeld Hoher Schwarm
Die Burgruine „Hoher Schwarm“ ist eines der Wahrzeichen der Stadt
Darrtor
Das Darrtor ist das älteste von vier noch gut erhaltenen Stadttoren
Saalfeld Rathaus
Für die frühe thüringisch-sächsische Renaissancekunst steht das Rathaus
Saalfeld Villa Bergfried
In der in den 1930er-Jahren errichteten Villa Bergfried finden diverse Veranstaltungen statt
Saalfeld Carillon
Im Park der Villa Bergfried steht das Carillon, ein spielbares Glockenspiel
Knut Schieferdecker Carillon
Johanna Stadermanns Vater Knut Schieferdecker spielt das Carillon regelmäßig
Johanna Stadermann Kosmetikerin
„Ich finde es schön, in meiner Heimat zu arbeiten“, schwärmt Kosmetikerin und Visagistin Johanna Stadermann
Johanna Stadermann Institut
Seit acht Jahren ist Johanna Stadermann mit ihrem Institut „Kosmetik & Visagistik Johanna Schieferdecker“ im Herzen Saalfelds selbstständig

Hinter den sieben Bergen ...“ In Saalfeld wohnen zwar nicht die sieben Zwerge, wohl aber lebte laut Legende eine Fee in einem der vielen Berge des Thüringer Waldes. Diese fanden die Bergleute, die im Mittelalter hierher kamen, nicht. Dafür aber schwarzes Schiefergestein. An dieser Stelle tut sich dem Besucher heute eine faszinierende Welt voller Tropfsteine und schillernder Grottenseen auf: Die „Feengrotten“ sind laut Guinness Buch der Rekorde die „farbenreichsten Schaugrotten der Welt“. Da wundert es nicht wirklich, dass hier auch geheiratet wird! „Menschen aus ganz Deutschland geben sich unter Tage das Ja-Wort“, weiß Visagistin Johanna Stadermann. Oft setzt sie die Braut mit einem Make-up in Szene – und sorgt in ihrem Institut „Kosmetik & Visagistik Johanna Schieferdecker“ zudem für das Wohlbefinden vieler Hochzeitsgäste.

Rundgang über den Markt

Nach einem Besuch der Feengrotten sollte man eine Besichtigung der Altstadt auf keinen Fall versäumen. „Saalfelds gute Stube ist der Marktplatz“, schwärmt die Kosmetikerin. Dort reiht sich ein historisches Gebäude ans andere: Ein Blickfang ist das Renaissance-Rathaus, in dem die Stadtverwaltung ihren Sitz hat. Gegenüber ist die Hof- oder Marktapotheke zu finden, in einem Gebäude, das als romanisches Wohnhaus erbaut wurde und zeitweise Sitz des kaiserlichen Stadthalters war. Den Marktplatz zieren hübsche Arkaden: „Die Liden“ entstanden aus mittelalterlichen Buden und Verkaufsständen, in denen heute Geschäfte untergebracht sind. Von hier aus läuft man direkt auf die Johanneskirche zu. Ein Gang nach drinnen lohnt sich: Am Deckengewölbe des Chors befindet sich die „Himmelswiese“, eine große Pflanzendarstellung aus der Spätgotik. Die Stadt wird eingerahmt von vier mittelalterlichen, gut erhaltenen Toren. Renaissance, Romantik, Gotik: Es ist dieser Epochen-Mix, den Johanna Stadermann zu schätzen weiß. Dass sie vor neun Jahren der Liebe wegen in ihre Heimat zurückkehrte, hat sie nie bereut – im Gegenteil. „Ich mag die Herzlichkeit der Menschen hier, die Ruhe, die kurzen Wege sowie die Nähe zu meiner Familie und meinen Freunden.“

Gesang und Musik im Fokus 

Neben der Geschichte ist Musik allgegenwärtig in Saalfeld: „Mit dem Mädelchor Saalfeld, den Thüringer Sängerknaben und dem Oratorien-Chor gibt es seit 1950 eine gigantische Gesangstradition“, so die Kosmetikerin. Ganz andere musikalische Klänge kann man bei einem Spaziergang durch die weitläufige Parkanlage der Villa Bergfried hören: Dort steht das berühmte Saalfelder Carillon, das als das älteste erhaltene spielbare Glockenspiel Deutschlands in Aktion gilt. Die 25 Bronze-Glocken lässt Johanna Stadermanns Vater Knut Schieferdecker regelmäßig ertönen – etwa an den drei ersten Adventssonntagen sowie zu besonderen Veranstaltungen in der Villa Bergfried, einer ehemaligen Fabrikantenvilla.

Die Thüringer Küche genießen

Gastlichkeit wird in Saalfeld groß geschrieben. Um die zu erleben, empfiehlt Johanna Stadermann, eine Thüringer Bratwurst unter freiem Himmel zu genießen. Zudem sollte man eines der typischen Kloßgerichte kosten sowie den „Detscher“, ein süßes Kartoffelgebäck. Letzteres steht beim jährlich stattfindenden „Detscherfest“ im Mittelpunkt. Ansonsten gibt es auch viele Gaststätten – von gemütlicher Kneipe über Gourmetrestaurants bis hin zur Restaurant-Terrasse mit Blick auf den Thüringer Wald. Hach, einfach märchenhaft!

Von | Fotos: Gabriela Rumrich, Michael Miltzow (2x), www.bildwerk-weimar.de (2x), Matthias Frank Schmidt (3x), Knut Schieferdecker (2x), Johanna Stadermann (2x)

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