Hammer-Stakkato im Kopf

Stechend, pochend, dumpf oder rasend – für Kopfschmerzen gibt es viele Beschreibungen. Wir erklären die Unterschiede und geben Tipps zur Linderung.

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Der Schädel brummt und der Schmerz will einfach nicht nachlassen. Meistens wird dann eben mal rasch eine Tablette geschluckt, um die lästigen Beschwerden loszuwerden. Statistisch gesehen soll jeder Dritte regelmäßig unter einer der über 200 verschiedenen Arten von Kopfweh leiden. Mancher fühlt sich schon beeinträchtigt, wenn er nur ein vages Pochen spürt. Ein anderer hingegen wird von anhaltenden, pulsierenden Schmerzen zermürbt. Wer dann regelmäßig zu Schmerzmitteln (Analgetika) greift, tut sich nichts Gutes. Irgendwann helfen diese Tabletten nämlich nicht mehr. Im schlimms­ten Fall kann ein Gewöhnungseffekt entstehen, der dazu führt, dass die Dosis sukzessive erhöht werden muss, um überhaupt noch eine Wirkung zu erzielen. Es lohnt sich also, den Ursachen des Schmerzes auf den Grund zu gehen. Oftmals helfen schon kleine Veränderungen oder Maßnahmen, um den Kopf wieder beschwerdefrei zu bekommen.

Unter Spannung stehen

Schätzungen zufolge handelt es sich bei insgesamt 90 Prozent der Kopfschmerzfälle entweder um Spannungskopfschmerz (63 bis 86 Prozent) oder Migräne. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft IHS (International Headache Society) klassifiziert Kopfschmerzen sowohl nach der Ursache als auch nach der Art. Hinsichtlich der Ursachen erfolgt die Unterteilung in zwei Gruppen. Zu der einen zählen primäre oder idiopathische Schmerzen, die unabhängig von anderen Erkrankungen auftreten. Hierzu gehören Migräne und Schmerzen, die im Bereich des Hirnnervs Trigeminus entstehen, aber auch die bereits erwähnten Spannungs- und Clusterkopfschmerzen. Bei letzteren handelt es sich um starke, meist einseitig im Bereich von Augen, Stirn oder Schläfen auftretende Beschwerden. Zur zweiten Gruppe gehören die sekundären oder symptomatischen Schmerzen, die z. B. aufgrund von Infektionen, Tumorerkrankungen, nach Kopf- und Nackenverletzungen, als Nebenwirkung verschiedener Medikamente sowie Gefäßerkrankungen des Schädels oder im Halsbereich auftreten.

Ursachen klären

Wer häufiger unter Kopfschmerzen leidet, der sollte die Ursachen besser abklären lassen. Denn nur mit einer ordentlichen Diagnose kann auf Dauer etwas verändert werden, ohne dass Medikamente dabei eine zentrale Rolle spielen müssen. Bei der Untersuchung ist es zunächst wichtig, die Art und Ausprägung des Kopfschmerzes zu betrachten:              

  • Ist dieser eher stechend, pulsierend oder dumpf-drückend?                
  • Fühlt sich der Kopf an, als ob eine schwere Last auf ihm liegt?                
  • Verteilt sich der Schmerz gleichmäßig oder tritt er punktuell auf?       
  • Wechseln die Areale, in denen Beschwerden vorkommen, z. B. von der rechten auf die linke Kopfseite oder umgekehrt?                
  • Wie lange hält der Schmerz an?                
  • Was hilft dagegen und was lässt den Schmerzpegel steigen?                
  • Gibt es Begleiterscheinungen wie etwa Übelkeit, Erbrechen, Seh- oder Sprechstörungen, Fieber, Lärm- und/oder Lichtempfindlichkeit?

Intensivieren sich die Schmerzen zunehmend oder treten häufiger auf, dann empfiehlt es sich, dem Arzt von den eingetretenen Veränderungen zu berichten. Und bevor man eigenmächtig zur Tablette greift, erscheint es sinnvoll, Alternativen in Betracht zu ziehen. Immerhin sollte man nicht länger als drei Tage hintereinander oder maximal an zehn Tagen im Monat zu Schmerzmitteln greifen. Denn nicht nur der bereits erwähnte Gewöhnungseffekt ist problematisch, der Missbrauch von Analgetika kann auch Dauerkopfschmerzen verursachen.

Erstmal keine Tablette

Man sollte vielleicht erstmal ein Glas Wasser oder einen Kaffee trinken und eine Viertelstunde abwarten. Auch ein zu niedriger Blutzuckerspiegel kann Kopfschmerzen auslösen. So empfiehlt es sich, zunächst etwas zu essen, z. B. eine Banane, etwas Trockenobst oder einen Müsliriegel. Ebenso wohltuend kann ein kleines Nickerchen sein. Schon 20 Minuten Power Napping können für Entspannung sorgen – und das wiederum hilft gegen die Attacken im Kopf. Wer die Wirkung noch unterstützen möchte, legt sich z. B. ein kaltes Tuch auf Stirn, Schläfen oder in den Nacken. Sind die Schmerzen zu einem „treuen“ Begleiter geworden, lohnt nicht selten auch ein Blick auf die Schlafgewohnheiten.

  • Ist die nächtliche Erholungsphase lang genug?
  • Ist der Raum gut abgedunkelt, damit das Ein- und Durchschlafen besser klappt?
  • Passen Kopfkissen und Mat­ratze zur Statur des Schläfers?
  • Wird vor dem Schlafengehen regelmäßig Alkohol getrunken – auch wenn es nur ein Glas Wein oder Bier ist?
  • Und wie steht es um die Raumtemperatur?

Für einen erholsamen Schlaf sollte diese unter 20 Grad liegen.

Richtig runterfahren

Nicht wenige Menschen „hängen“ vor dem Zubettgehen noch stundenlang vor einem Bildschirm. Besser ist es, nochmal an die frische Luft zu gehen, denn sie hilft nicht nur gegen Kopfschmerzen. Wer jeden Tag 20 bis 30 Minuten nach draußen geht und dabei bewusst mehrere Male tief ein- und ausatmet, befördert seine Schlafqualität. Diese Sauerstoffdusche macht den Kopf frei, ist gut für die Seele und hilft gegen Stress und Müdigkeit.

Kirschkern oder Dinkel

Doch auch Wärme tut geplagten Köpfen gut. Gerade bei Verspannungen bringt z. B. ein angewärmtes Kirschkern- oder Dinkelkissen Entlastung. Ätherisches Lavendelöl hat ebenfalls einen schmerzlindernden, beruhigenden Effekt. Man kann etwas Balsam auf die Schläfen auftragen oder sich ein wenig Hydrolat auf sein Kopfkissen sprühen. Ein Bad auf Basis von Rosmarin oder Fichtennadeln wiederum duftet nicht nur gut, es ist auch durchblutungsfördernd. Eine Wohltat für verspannte Muskeln sind überdies Fangopackungen, Infrarotbestrahlungen oder ein Saunabesuch. Doch all diese Maßnahmen empfehlen sich ausdrücklich nicht bei Migräne-Attacken, denn sie können diese sogar noch verstärken. 

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in GUT zu FUSS 4/2017.