Langsam, aber kräftig

Kesorn Püschel bietet in ihrer Praxis in Kuppenheim traditionelle Thaimassage-Techniken an. Als Thailänderin kennt sie das Fußpflege-Angebot in ihrem Heimatland.

© Kesorn Püschel

Mit einem herzlichen Lächeln begrüßt mich Kesorn Püschel in ihrem Studio in Kuppenheim, Landkreis Rastatt. „Kesorn – Traditionelle Thaimassage“ liegt etwas versteckt in einem weitläufigen Hof im Industriegebiet. Die meisten Kunden besuchen das Studio der thailändischen Masseurin auf Empfehlung.
Die 42-Jährige lebt seit acht Jahren in Deutschland, vor vier Jahren hat sie ihr Studio eröffnet. Ihre Ausbildung hat sie 2011 an einer privaten Schule in der Provinz Chon-buri, im Osten Thailands absolviert.

Ausbildung zur Thai-Masseurin

Im Gespräch gibt mir Kesorn Püschel Einblick in den Bereich der professionellen Fußpflege und den damit verbundenen kulturhis­torischen Hintergrund. „In Thailand gibt es den Beruf der Fußpflegerin in der Form nicht. Vielmehr ist die Fußpflege Bestandteil der Ausbildung zur Thai-Masseurin“, sagt die zierliche Frau und weist mich stolz auf ihre Ausbildungsurkunden hin, die im Thekenbereich an der Wand hängen.
Zu ihrer Ausbildung gehörte u. a. das Erlernen verschiedener Massagetechniken, wie etwa der Fußmassage. „Bei der Thai-Massage wird grundsätzlich mit Druck gearbeitet“, sagt Kesorn Püschel. Den Füßen kommt in Thailand besondere Bedeutung zu. „Über die Füße kann man Einfluss nehmen auf das Wohlbefinden des ganzen Körpers. Anhand von 26 Druckpunkten kann ich Beschwerden lindern. Vielen meiner Kunden, die mit Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Verdauungsproblemen zu mir kommen, kann ich helfen.“

Blinde Angestellte

In Thailand, so erzählt mir die Masseurin, gehört das Entfernen von Hornhaut und die allgemeine Pflege von Haut und Nägeln in den Arbeitsbereich der „kosmetischen Nagelfrauen“, die besonders in den Nagelstudios der großen Städte einen regen Zulauf haben. Mit medizinischen Fußproblemen sucht man in Thailand einen Arzt auf. Darüber hinaus finden sich in den Straßen der Ballungszentren viele Massagestudios, die sich auf Fußmassage spezialisiert haben. Hier sind auch verhältnismäßig viele blinde Menschen tätig, die für ihre einfühlsame Arbeitsweise geschätzt werden, erläutert Kesorn Püschel. „Schöne gepflegte Füße sind in Thailand selbstverständlich. Durch das durchgängig warme Klima tragen besonders Thailänderinnen überwiegend offene Schuhe“, sagt sie und fügt hinzu: „Noch vor etwa 80 Jahren war es in kleineren Städten und auf dem Land selbstverständlich barfuß zu laufen, denn Schuhe waren teuer. Bevor man als Barfußläufer ein Haus betrat, rei­nigte man die Füße.“

Schritt für Schritt

Bevor Kesorn Püschel eine Fußmassage beginnt, führt sie mit dem Kunden zunächst ein Anamnesegespräch, um bei einer Tasse Tee zu erfahren, wo es Beschwerden gibt. Anschließend werden die Füße gereinigt und in ein warmes Handtuch eingeschlagen, damit sie nicht auskühlen und die Muskulatur entspannt bleibt.
Nun beginnt sie die Behandlung mit Öl oder Kräuterbalsam. Während Kesorn Püschel für ihre Kräuterstempelmassage getrocknete Kräuter verwendet, ist es für Massagestudios in Thailand selbstverständlich, bis zu 20 verschiedene, frische geerntete Kräuter, häufig aus dem eigenen Garten, einzusetzen. „Die traditionell thailändische Fußmassage ist langsam, aber kräftig“, erläutert Püschel. Mit speziellen Massagestäbchen aus Hartholz wird der Druck auf einzelne Reflexzonen verstärkt. So kann die Masseurin z. B. über die Ferse die Gebärmutter ansprechen, über den Mittelfuß Darm und Nieren und über den großen Zeh das Gehirn. Beendet wird jede Fußbehandlung traditionell mit einer entspannenden Massage im Bereich Schultern, Nacken und Kopf.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in GUT zu FUSS 2/2017.