Los, weiter!

Während unsereiner bereits beim Treppensteigen in die fünfte Etage kurzatmig aufstöhnt, wird Martin Teucher da erst so richtig warm. Sein Ziel ist die 39. Etage ...

© Martin Teucher/Bibograffixx Photodesign

Frage: Wie läuft der Berlin Firefighter Stairrun genau ab?
Teucher: Die Zweier-Teams starten im 30-Sekunden-Takt am Alexanderplatz und gehen etwa 300 Meter zum Hotel „Park Inn“. Dort steigen sie den Not-Treppenaufgang 20 Etagen nach oben. Hier endet die Treppe. Die Teilnehmer müssen weiter über einen Hotelflur zu einer zweiten Treppe, die weitere 19 Stockwerke nach oben führt. Ziel ist die Aussichtsplattform in 110 Metern Höhe. Das Team, das am schnellsten die 770 Stufen schafft, gewinnt.  

Frage: Wer nimmt an dem Lauf teil?
Teucher: Die meisten Teams setzen sich aus Feuerwehrleuten zusammen. In diesem Jahr waren zehn europäische Länder und Amerika vertreten. Als Gaststarter waren außerdem 16 Teams der Berliner Polizei mit dabei.  

Frage: Welche Ausrüstung ist beim Rennen vorgeschrieben?
Teucher: Die Feuerwehrleute müssen Einsatzstiefel, -hose, -jacke und -handschuhe tragen. Ein Muss ist auch der Einsatzhelm inklusive angeschlossenem Atemschutzgerät.  

Frage: Woher stammt die Idee für dieses spektakuläre Rennen?
Teucher: Treppenläufe gibt es weltweit. Eine Abordnung der Berliner Feuerwehr war regelmäßig zu den Stairruns eingeladen, die die Feuerwehr in Warschau veranstaltet. Uns gefiel die Idee hinter dem Rennen so gut, dass wir seit 2006 selbst Stairruns organisieren.  

Frage: Was ist für Sie der besondere Reiz an dem Rennen?
Teucher: Durch die Teilnahme kann ich erkennen, wie fit und schnell ich bin. Im Hinterkopf hat man ja immer auch den Gedanken, Leben zu retten. Man steckt voller Adrenalin, das einen bis an die eigenen Grenzen bringt. Wichtig ist auch der Teamgedanke. Man startet und endet gemeinsam. Während des Rennens nehmen wir aufeinander Rücksicht, spornen uns an, unterstützen einander. Am Ende steht man auf dem Dach und schaut über Berlin ...  

Frage: Wie halten Sie sich fit?
Teucher: Ich trainiere das ganze Jahr meine Ausdauer, Hochhäuser gibt es dafür genug in Berlin. Die intensive Phase beginnt etwa sechs Monate vorher.  

Frage: Wie fühlen Sie sich unmittelbar nach dem Stairrun?
Teucher: Abgesehen vom guten Gefühl, durchgehalten zu haben, schmerzen die Schultern und der Rücken durch das Gewicht des Atemschutzgerätes. Die Beinmuskulatur brennt, ebenso die Füße, besonders die Lauffläche und der Vorderfuß.  

Frage: Pflegen Sie Ihre Füße ab und an?
Teucher: Nach dem Duschen creme ich sie bei Bedarf ein. Auf der Feuerwache achte ich auf bequeme Schuhe, solange ich zu keinem Einsatz muss.  

Frage: Wovon träumen Sie?
Teucher: Ich möchte einmal am Stairrun beim Columbia Center in Seattle, US-Staat Washington, teilnehmen. Der Turm ist 287 Meter hoch und hat rund 1 300 Stufen.