Offene Klostertüren

Im Kloster Bonlanden bietet Schwester Mirjam Limbach ihre Fußpflege an. Mitschwestern, Klostergäste und Kunden aus umliegenden Orten schätzen ihre Arbeit.

© Kloster Bonlanden

An der Nahtstelle zwischen Oberschwaben und Allgäu, im malerischen Illertal, steht nahe dem Ort Berkheim-Bonlanden das Kloster der Franziskanerinnen von Bonlanden. Im Jahr 1855 wurde der Grundstein gelegt für die imposante Klosteranlage, und im gleichen Jahr zogen auch die ersten Glaubensschwestern ein. Seither leben und arbeiten die Franziskanerinnen in dem weitläufigen Gebäudekomplex.
Doch die Zeit ist auch im Kloster nicht stehen geblieben. Die Schwestern unterhalten innerhalb der Klosteranlage ein Klostercafé sowie ein Tagungszentrum mit Gäs­tehäusern. Hier können die Menschen zur Ruhe kommen, sich mit Lebensthemen auseinandersetzen, am gemeinsamen Gebet der Schwes­tern und an Exerzitienkursen teilnehmen, tagen und konferieren. Eine Besonderheit ist die Krippenausstellung im Ökonomiegebäude, die das ganze Jahr über zahlreiche Besucher anlockt. Das Herzstück der Ausstellung bildet eine Simultankrippe mit 245 Personen und 124 Tierdarstellungen auf einer Fläche von 160 Quadratmetern. Weitere Krippen aus der ganzen Welt und aus dem Wirkungsbereich der Klos­terschwestern vervollständigen die Ausstellung.

Fußpflege im Kloster

Dass im Kloster auch eine Fußpflegerin beheimatet ist, die ihre Diens­te anbietet, scheint im ersten Moment überraschend. Im Gespräch mit Schwester Mirjam Limbach erfahre ich, wie es dazu kam, dass sie diese besondere Aufgabe für sich wählte, warum sie eine Ausbildung zur Fußpflegerin machte und wie die heute 59-Jährige ihre Dienstleis­tungen in das Klosterleben integ­riert.
„Nach dem Abitur kreuzte eine Ordensfrau aus Bonlanden meinen Weg. In diesem Zusammenhang besuchte ich auch immer wieder das Kloster. In dieser Zeit reifte in mir der Gedanke, dass das Leben als Ordensfrau auch für mich ein möglicher Weg sein könnte. Damals war ich 20 Jahre alt“, sagt Schwester Mirjam Limbach. Während ihres Religionspädagogikstudiums, das sie in München verfolgte, führte sie der Weg immer wieder nach Bonlanden. Nach dem Studium entschied sie sich schließlich mit 24 Jahren für ein Leben als Franziskanerin. „Die acht Jahre der Formation kommen einem Ausprobieren und Hineinwachsen gleich. In dieser Phase hat sich für mich bestätigt, dass diese Lebensform für mich gut und richtig ist“, sagt Schwester Mirjam Limbach rückblickend.

Verschiedene Stationen

In den ersten drei Jahren lernte sie die verschiedenen Arbeitsbereiche innerhalb des Klos­teralltags kennen und setzte sich intensiv mit dem Leben von Franziskus von Assisi auseinander. Zu der Zeit wirkten im Kloster noch 50 Schwestern, heute sind es noch rund 20, die älteste ist 92 Jahre alt. Als Pädagogin war sie anschließend lange Zeit an der Klosterschule für die Fächer Religion und Musik zuständig. Später brachte sie sich in die Koordination des Tagungs- und Gästehauses ein. Vor ein paar Monaten hat sie kommissarisch die Aufgabe der Konvent-Oberin übernommen. Außerdem ist sie für die Musik während der Gottesdienste und für den Kirchenchor verantwortlich und übernimmt an manchen Nachmittagen die Betreuung der älteren Mitschwestern. Irgendwann, als der Bedarf da war, begann Schwester Mirjam Limbach die Füße der älteren Mitschwestern zu pflegen, die sich selbst nicht mehr darum kümmern konnten.

Raum für die Fußpflege

Um die fachlichen Kenntnisse in diesem Bereich zu vertiefen, ließ sie sich 2014 am Fußpflege-College in Dillingen zur Fußpflegerin ausbilden. Seither betreut sie auch Kunden aus der näheren Umgebung außerhalb des Klosters. Manchmal fragt auch ein Klostergast an. Feste Fußpflegezeiten hat sie nicht. Vielmehr versucht sie, die Fußpflege in den Zeitrahmen ihrer sonstigen Verpflichtungen zu integrieren. So bietet sie im Monat etwa 30 Behandlungen an, im begrenzten Maß sind auch Hausbesuche möglich. Den Fußpflegeraum hat Schwester Mirjam Limbach mit einem Behandlungsstuhl und allen notwendigen Geräten ausgestattet.

Eine kleine Fußmassage

Zu den angebotenen Dienstleistungen gehören neben dem Kürzen, Schleifen und Fräsen der Nägel u. a. auch das Abtragen der Hornhaut, die Behandlung von Hühneraugen sowie eine kleine Fußreflexzonen-Massage. Mit ihrem Flyer macht Schwester Mirjam Limbach auf die Fußpflege aufmerksam. Darüber hinaus empfehlen zufriedene Kunden sie weiter, ihr Bedarf ist somit gedeckt. „Für mich ist es einfach schön, wenn die Kunden nach der Behandlung aufstehen, sich wie neugeboren fühlen und ohne Schmerzen wieder laufen können. Das bestätigt mein Tun.“

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in GUT zu FUSS 4/2017.