Raus aus den Schuhen

Barfuß gehen, den Untergrund mit den Fußsohlen spüren und die Füße wieder an ihre ursprüngliche Aufgabe heran führen. Kleine Übungen mit Wellnessprogramm als Zusatzangebot für Ihre Praxis.

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Ein warmer Tag, blauer Himmel und eine saftige Wiese oder der Sandstrand an einem klaren See, die Schuhe ausziehen und die Füße sich mit der Erde verbinden lassen. Wenn der Sand sanft durch die Zehenzwischenräume rieselt und die Fußsohlen durch den warmen Boden gestreichelt werden, kommen Kindheitserinnerungen oder vergangene Urlaubsbilder in das Gedächtnis zurück. Sich treiben lassen, Zeit für sich haben und die Natur hautnah fühlen. Das Barfußgefühl völlig neu entdecken und genießen. Mit den Zehen die Grashalme pflücken oder barfuß in eine von der Sonne erwärmte Pfütze springen. Was für ein himmlisches Gefühl von Freiheit und auch Leichtigkeit.
Heute zwängen wir unsere Füße Tag für Tag in enge Socken und luftdichte Schuhe, High Heels oder feste Arbeitsschuhe. Der Fuß kann so seiner Arbeit nicht mehr nachgehen, Bänder und Muskeln werden durch die Begrenzung kaum gefordert und bilden sich mangels Nutzung zurück. Schaffen Sie Abhilfe!

Der Sinnespfad

Legen Sie einen Weg mit kleinen Rundhölzern und frischem Tannengrün an. Aber auch größere Stammstücke können ausgelegt werden und ergeben einen guten Sinnespfad. Etwa 70 000 Nervenbahnen enden in unserer Fußsohle, die alle Reize aufnehmen und an unser Gehirn weiterleiten. Ähnlich wie beim Schokolade essen werden Glückshormone ausgeschüttet und lassen eine tiefe Entspannung und Leichtigkeit im gesamten Körper entstehen. Laufen auf nackten Sohlen macht uns also glücklich! 

Peelen mit Sand

Durch das Barfußlaufen wird der Fuß auf natürliche Weise gepflegt. Im Sand zu laufen ist wie ein sanftes Peeling, es entfernt lästige Hornhaut und glättet die Fußhaut. So ein Sandpeeling ist in der Praxis ganz leicht herzustellen. Einfach eine Holzschale mit feinkörnigem Sand befüllen und der Kunde tritt etwa fünf Minuten in dem Sand oder verbindet das Sandbad mit einem kleinen Trainingsprogramm. Als intensive und pflegende Packung kann der Kunde seine Füße in ein Kreide- oder Heilschlammbad stellen. Verschiedene Heilschlämme und -kreiden gibt es als Fertigmischungen, die nur noch mit warmem Wasser angerührt werden müssen.

Erst einwirken lassen, dann abspülen

In einer kleinen Fußbadewanne oder einem größeren Eimer kann die Packung bis zur Mitte der Waden einwirken und in einem anderen Gefäß mit klarem, lauwarmen Wasser abgewaschen werden. Auch eine entspannende Fußmassage tut jetzt so richtig gut. Mit einem naturbelassenen Sesam- oder Mandelöl und langsamen Massagegriffen entspannen sich die Fußmuskeln und finden zu neuer Energie und Kraft.
Um ein gesundes Hautklima rund um den Fuß zu erhalten, sind Naturmaterialien wie Baumwollsocken und Lederschuhe eine Grundvoraussetzung. Synthetische Stoffe und Kunststoff in den Schuhen tragen zur Schweißbildung und einem schlechten Gang bei. Da die Fußsohlen als unsere dritte Niere bezeichnet werden, sollte eine gute Belüftung und das Aufsaugen von Schweiß durch die Strümpfe gewährleistet sein. Ist trotzdem ein Schweißfuß entstanden, hilft Salbei im Fußbad sowie als ätherisches Öl in der Massagelotion.

Für zwischendurch

Kleine Beweglichkeitsübungen für die Füße eignen sich auch für Ihre Kunden, die noch im Wartebereich sitzen. Das erste Mal ist diese Übung sehr schwierig und erfordert vollste Konzentration: Legen Sie ein Springseil gerade auf den Boden. Der Kunde sitzt aufrecht auf einem Stuhl. Nun mit den Füßen einen Knoten in das Seil machen. Den Knoten mit den Füßen wieder lösen. Anschließend sind die Füße in jedem Falle warm und bereit für Kneippsche Anwendungen. Mit der Kombination aus Anwendungen nach Kneipp sowie kleinen Fußgymnastikprogrammen können Sie neue Wege gehen, das Körperbewusstsein des Kunden schulen und somit auch für alle anderen Pflegeanwendungen ein neues Gefühl erlebbar machen.

Fantasiereise

Eine tiefe Entspannung kann mit einer Fantasiereise erreicht werden: „Ein warmer und sonniger Tag beginnt. Die leichte Brise streichelt Gesicht und Körper, du atmest langsam und tief ein, der süße Duft einer Sommerwiese – blumig und frisch – ein wohliges Gefühl. Du bist barfuß unterwegs auf der saftigen, grünen Sommerwiese. Das kitzelige Gefühl der Grashalme an den Füßen und zwischen den Zehen. Spüre den Boden unter deinen Füßen und genieße die sanfte Massage und das Gefühl von warmer Erde auf deiner Haut. Du probierst aus, welche Gangarten du mit deinen Füßen erleben kannst, wie das Gefühl an der Fußhaut wechselt und wie es sich anfühlt, mit nackten Füßen zu springen oder zu rennen. Der Wind streichelt sanft durch die Haare und um deinen Körper, du lässt dich fallen und legst dich auf den Rücken. Du streckst deine Beine nach oben, um den Wind an den Füßen zu fühlen. Du spreizt die Zehen und die Luft, die hindurchweht, kitzelt die Zehen.“ Ein Glücksgefühl macht sich breit, wie in der Kindheit, als Barfußlaufen noch ganz normal war.

Barfuß-Programm  

Viele der Übungen lassen sich gut im Freien ausführen oder auf einem kleinen Barfußweg im Institut. Das ist auch auf kleinstem Raum möglich und nicht kompliziert: Zu Hause die Schuhe ausziehen und so oft wie möglich barfuß laufen, dabei immer wieder mal auf dem Ballen und auf den Fersen gehen. Auf die Außenkanten der Füße stellen und danach auf die Innenkanten wechseln. Auf die Zehenspitzen stellen und die Füße in drei Schritten langsam Richtung Boden sinken lassen. Die Füße auf den Boden stellen und die Zehen zunächst nach oben ziehen und spreizen und danach in den Boden krallen. Aufrecht auf einen Stuhl setzen und eine Zeitung mit den Zehen zerpflücken. Die Schnipsel dann mit den Zehen in den Papierkorb werfen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in GUT zu FUSS 3/2017.