Virtueller Live Talk

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Virtueller Live Talk

Zweiter Lockdown, geschlossene Institute und Salons sowie deutliche Umsatzeinbußen: Das neue Jahr wird von Beginn an zur Herausforderung für die Beauty- und Friseurbranche. Doch wie geht es weiter, wenn die Geschäfte wieder öffnen dürfen? Als impulsgebend erwies sich der virtuelle Live Talk 2.0 des Münchner Software-Anbieters Shore.

Wie können Beauty-Dienstleister nach dem Ende des Lockdowns gestärkt wieder durchstarten? Unlängst diskutierten Nikbin Rohany, CEO des Software-Unternehmens Shore (Foto links), Joram Schirmaier, Teil der Geschäftsführung bei Myssage und Maximilian Grünberger, Marketing- und Branchenexperte bei Top Salon Consulting online in einem Live Talk darüber, was auf die Beauty- und Friseurbranche in diesem Jahr zukommt. 
Die Frage nach der Motivation, ein solches Fomat anzubieten, ist für Nikbin Rohany ganz einfach zu beantworten. Für ihn und sein Unternehmen sei es gerade in Krisenzeiten wie der jetzigen sehr wichtig, die eigenen Kunden bestmöglich bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen im zweiten Lockdown zu unterstützen. "Ich halte hier einen Austausch für sehr bereichernd", erklärte der Geschäftsführer. "So lassen sich auch Learnings aus der täglichen Arbeit teilen, sodass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ebenfalls davon profitieren können. Das spiegeln uns auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wider: Nach den vergangenen Webinaren und Live Talks haben wir von diesen immer sehr positives Feedback bekommen, z. B.  dass sie viel für ihre tägliche Arbeit mitnehmen konnten."

Perspektiven schaffen

Das Ziel des Formates war leicht zu definieren: Es gilt, als Beauty-Dienstleister den Blick nach vorne zu richten und die Zeit nach dem Lockdown planvoll anzugehen. Zu den wichtigsten Aspekten des Live Talks zählten daher für die drei Experten besonders diese Fragestellungen:

  • Wohin geht die Reise in den Instituten und Salons im Jahr 2021?
  • Welche Themen sollten nicht länger ignoriert werden?
  • Wie hat sich die Branche verändert?

Eine wesentliche Entwicklung sei die Spezialisierung, den Ausbau seiner eigenen Nische als Dienstleister –so die Überzeugung der drei Experten. Das bedeute, dass dieser sich auf einen Spezialbereich fokussieren sollte, um geschäftlich auch weiterhin erfolgreich zu sein. Kunden gewinne man nicht durch Rabatte, sondern durch Expertise, Präsenz, Branding und eine gewisse Nahbarkeit, die nicht nur vor Ort im Betrieb spürbar sein dürfe, sondern auch durch die Unternehmenskommunikation vermittelt werden sollte. Und dabei spiele die Digitalisierung eine ganz wesentliche Rolle.

Digitale Kommunikationsmöglichkeiten ausschöpfen

Einig waren sich die drei "Talker" darin, dass sich die Beauty-Dienstleister sorgfältig auf die Zeit "danach" vorbereiten und unbedingt mit den Kunden in Kontakt bleiben sollten. Das sei nicht nur für das eigene Geschäft von wesentlicher Bedeutung, auch die Kunden seien dankbar dafür, wenn sie wüßten, dass ihr bevorzugter Dienstleister am Ball bleibt und das auch entsprechend nach außen hin kommuniziert. Unterstützung böten hierbei die sozialen Medien –und das ohne größeren finanziellen Aufwand. Diese seien nicht allein ein Mittel zu Präsentation des Unternehmens, sondern vielmehr ein Bestandteil der eigenen Marketing-Strategie, die sorgfältig geplant werden sollte. Dann würde der Social Media-Auftritt durchaus Erlebnischarakter haben. Schließlich könne die Kosmetikerin oder der Friseur nicht nur imagebildende Aspekte transportieren und Impressionen aus dem Geschäftsalltag posten, sondern auch branchenbezogene, aktuelle Informationen, Tipps und Empfehlungen übermitteln. Außerdem könne die Kosmetikerin durch die verschiedenen Kommunikationsformen für sich selbst und die Kunden einen Mehrwert schaffen, wenn sie unterschiedliche Kanäle bespiele.

Den Kunden einbeziehen

Interaktionen mit dem Kunden wie Votings oder Fotoaktionen mit Gutschein- oder Produktverlosungen holten diesen zudem auf emotionaler Ebene ab, bezögen ihn mit ein und verstärkten dessen Bindung. Das gelänge im Übrigen auch mit "Klassikern" wie Newslettern, Geburtstagsmails sowie Tools zur Bewertung oder Kundenrückgewinnung. Wichtig sei, dass sich der Dienstleister bewusst mache, was für seine Kunden relevant ist. Hierzu müssten keine "Romane" verfasst werden. Deshalb, so Joram Schirmacher,  sei auch das SMS-Marketing immer noch von Bedeutung, da man sich hier auf das Wesentliche konzentrieren könne. Außerdem lande die SMS nicht im Spam-Ordner, sondern unmittelbar auf dem Display des Kunden.

Vorteile der Online-Terminbuchung

Nach dem ersten Lockdown seien die Terminbuchungen "durch die Decke" gegangen. Deshalb mache es jetzt zunächst Sinn, für Stammkunden ein gewisses Kontingent zu blockieren. Neben der telefonischen Buchung sollten Beauty-Dienstleister aber auch auf ein Online-Buchungssystem setzen. Dieses binde weniger Arbeitskraft durch die Entgegennahme der Telefonate und Terminvereinbarungen seien auch nach Geschäftsschluß möglich. Laut Nikbin Rohany erfolgten über das Buchungstool seines Unternehmens 50 Prozent der Terminbuchungen außerhalb der Geschäftszeiten. Das bedeute, dass man Kunden gewinne, wenn man online buchbar sei.

Hat die Firmenwebseite ausgedient?

Kaum ein Beauty-Dienstleister verzichtet heutzutage auf eine eigene Homepage. Doch wird es Webseiten eigentlich noch in fünf Jahren geben oder verlegt sich das alles in die Social Media? Diese Frage stellte Maximilian Grünberger während des Live Talks und ganz unbegründet ist diese nicht. Bereits heute werden z. B. von Google nur die Domains angezeigt, die für mobile Endgeräte optimiert sind. Deshalb sei es unerläßlich, den Wert der eigene Homepage nicht zu unterschätzen und diese entsprechend "auf Vordermann" zu bringen. Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) sorge dafür, dass die Homepage ein höheres Ranking erziele, deshalb leichter gefunden und häufiger angeklickt werde. Es schlage sich schließlich schon umgangssprachlich nieder, das niemand mehr etwas online suche, sondern "schnell was googelt". Zudem überwiege die Nutzung per Smartphone, die Desktop-Suche sei rückläufig. Und das sollte man bei der Optimierung seiner Webseite auf jeden Fall berücksichtigen.

Jede Menge Input und ein positives Fazit

Nach dem Online-Format zog der Geschäftsführer von Shore ein positives Fazit: “Unser Live Talk 2.0 war ein voller Erfolg – nicht nur aufgrund der über 200 angemeldeten Teilnehmer und Teilnehmerinnen, sondern vor allem wegen der regen Diskussion und des spannenden Wissensaustauschs. Im Anschluss an die Veranstaltung habe ich sehr viel positives Feedback erhalten, dass solch praxisnahes Wissen genau das ist, was die Branche jetzt braucht. Weitere Talks machen also sicherlich Sinn. ”

 

Fotos: Shore

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