Verfärbte Fingernägel: Ursachen erkennen

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Verfärbte Fingernägel: Ursachen erkennen

Mit Nagellack kann man Verfärbungen oder Deformationen der Nägel prima verstecken. Doch das löst das eigentliche Problem nicht.

Verfärbungen der Nagelplatte

Die Keratinplättchen des Nagels werden in der Nagelmatrix gebildet und liegen dicht an dicht wie Ziegel aneinander. In dieser Wachstumszone ist der Nagel hell bis weißlich. Dieser Bereich ist der Nagelmond bzw. die Lunula. Sie macht ca. ein Fünftel der Nagelfläche aus, kann aber auch größer oder kleiner sein. Die Lunula sollte sich deutlich von der rosafarbenen Nagelplatte über dem Nagelbett abgrenzen. Das freie Ende des Nagels sollte wieder heller sein und cremefarben bis weiß erscheinen. Ist die Lunula rot oder bläulich, könnte dies auf Kreislaufprobleme hindeuten, bräunliche Verfärbungen liegen oft an einer Überdosis Fluorid. Häufige Verfärbungen sind weiße Flecken auf der Nagelplatte. Diese sind scharf abgegrenzt wie kleine Sternchen und wachsen mit der Nagelplatte mit. Dabei handelt es meist um Lufteinschlüsse zwischen den Keratinplättchen. Ursache sind mechanische Verletzungen der Matrix bei der Nagelbildung, z. B. zu vehementes Zurückschieben der Nagelhaut mit spitzen Werkzeugen. Dies ist nicht schlimm, die Flecken wachsen langsam zum Fingerende aus.

Einblutungen an den Zehennägeln

Mechanische Ursachen liegen auch vielen dunklen Stellen an den Zehennägeln zugrunde. Insbesondere, wenn sich diese mit dem Nagelwachstum bewegen, kann es sich hierbei um Einblutungen handeln. Sportler kennen diese Verfärbungen, wenn sie in den Schuhen vorne wiederholt anstoßen, etwa bei  bewegungsintensiven Sportarten wie Tennis. Hier können weitere Schuhe mit mehr Platz oder eine andere Schnürtechnik Abhilfe schaffen. Ist der komplette Nagel dunkel verfärbt und dies über längere Zeit, kann das auf eine Nierenschwäche hindeuten. Zu helle milchige Nägel können ein Zeichen für eine Herz- oder Lebererkrankung sein. Eine Herzinsuffizienz mit Sauerstoffmangel im Gewebe führt zu bläulichen Nägeln. Sie ist auch ursächlich für die sogenannten Uhrglasnägel. Der Nagel ist dabei stark in Richtung des Nagelfalzes und zum freien Ende hin gebogen, fast kugelig. Wölbt er sich nach innen, liegt dies oft an Eisenmangel oder auch an Kontakt zu Chemikalien.

Nagelpilz und Rillen

Eisenmangel führt in Kombination mit Vitamin A-Mangel zudem zu brüchigen Nägeln. Die Nägel reißen am freien Rand sehr leicht ein und splittern ab. Die einzelnen Keratinplättchen haften nicht gut aneinander. Dies kann auch an einer Schilddrüsenüberfunktion liegen. Ein Splittern in die einzelnen Keratinschichten kann auch durch wiederholten Kontakt mit Seife und Alkohol hervorgerufen werden, also häufiges Waschen und Desinfizieren. Hier sollte mehrfach täglich ein Pflegeprodukt verwendet werden, um das Entfetten und anschließende Austrocknen der Nägel zu verhindern. Durch regelmäßige Pflege können auch Längsrillen vermindert werden, die meist nur eine Alterserscheinung sind und ab dem 30. Lebensjahr auftreten können. Wen sie stören, der kann sie auspolieren oder durch einen Rillenfüller ausgleichen. Querrillen können nach schweren Erkrankungen auftreten und wachsen meist wieder aus. An Zehennägeln sieht man oft gelbliche Verfärbungen, die am Rand beginnen und sich zum Körper ausbreiten. Ist der Nagel zudem verdickt, kann es sich um eine Pilzinfektion handeln. Die Diagnose kann nur der Arzt stellen, aber es gibt viele rezeptfreie Medikamente dagegen. Die Behandlung ist jedoch langwierig und erfordert Disziplin. Nicht jeder Verfärbung muss aber eine Erkrankung zugrunde liegen. Sie kann auch durch Kontakt mit Chemikalien oder Nikotin entstanden sein. Bei langsam wachsenden, ungleichmäßigen Nägeln kann Kieselerde helfen, die Nagelbildung zu verbessern.

Lesen Sie den vollständigen Artikel in KOSMETIK international 9/2022.

Von | Fotos: stock.adobe.com/Nadya So