Das oberste Gebot

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Das oberste Gebot

Hygienemaßnahmen sind für alle Dienstleister im Gesundheitswesen unerlässlich. Und werden auch in Fußpflege-Praxen überwacht. Überprüfen Sie sich selbst!

Der moderne Begriff der Hygiene stellt die wissenschaftliche Lehre in den Vordergrund, die sich um die Verhütung von Erkrankungen bemüht. Fußpflege- und Podologie-Praxen sind in mindestens vierfacher Hinsicht Hygieneregelungen unterworfen: Die Praxishygiene dient in erster Linie dazu, übertragbare Erkrankungen, Infektionen und Parasitenbefall zu verhindern. Eine korrekte hygienische Arbeitsweise vermeidet die Entstehung von Infektionsketten, sorgt für den Schutz von Patient und Behandler selbst. Sie reicht von der hygienegerechten Einrichtung der Praxisräume über die Verwendung von Medizinprodukten sowie entsprechenden kosmetischen Geräten und eine antiseptische Arbeitsweise bis hin zur Arbeitsorganisation in der Praxis. Die Umwelthygiene regelt unterschiedliche Aspekte der praktischen Tätigkeit. Sie beschäftigt sich z. B. mit der Abfallbeseitigung, der Abdampfung von Oberflächendesinfektionsmitteln, ozonfreisetzenden Geräten oder der erforderlichen Belüftung der Räumlichkeiten. Bei der Arbeits- und Sozialhygiene geht es darum, Beschäftigte vor ungünstigen Einflüssen zu schützen: Welche gesundheitlichen und sozialen Aspekte müssen z. B. Ruheräume erfüllen? Dienstleister im Bereich der ambulanten Fußpflege (etwa in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen) müssen sich bei den Regeln der Krankenhaus- und Anstaltshygiene auskennen, um zur Vermeidung von Nosokomial (Krankenhaus)-Infektionen beizutragen, die Entstehung von Problemkeimen und deren Infektionsketten zu verhindern. Korrekt geführte Praxen und Institute zeichnen sich durch folgende Merkmale aus: Fußauftritte und -auflagen, Behandlungsstühle und Stützen bzw. alle Gegenstände, die mit nackter Patientenhaut in Berührung kommen, sind textil oder mit einer Papierauflage abgedeckt. Diese Auflageschicht wird nach jedem Patienten gewechselt, die darunter liegende Fläche desinfiziert. Die Räume sind direkt zu belüften und auch tatsächlich frisch gelüftet, gut beheizt und machen einen sauberen Eindruck. Das gilt auch für die Patiententoilette und Fußböden in allen Räumen. Hygienische Beanstandungen bieten am häufigsten den Grund für amtsärztliche, gesundheitsamtlich verordnete und teilweise unangekündigte Überprüfungen von Praxen, deren Betreiber und Bedienstete. Die Arbeit der Hygiene-Inspektoren ist mit der Begehung der Räume und der Mitarbeiter-Befragung nicht getan. Man ist z. B. auch berechtigt, Terminpläne einzusehen – und die Anzahl der ermittelten Hausbesuche auf die Zahl der mitgeführten Bestecke und Instrumente zu beziehen. Wie immer gilt: Unkenntnis schützt nicht vor Strafe! Es lohnt sich also, sich regelmäßig neu über die gesetzliche Lage (Verordnungen) sowie Produkte und deren systematische Anwendung zu informieren. Hilfreich sind hierbei die Empfehlungen der Berufsverbände und die Richtlinien des RKI (Robert Koch-Institut in Berlin) zur Beratung der niedergelassenen Praxen.

Frage der Kontaktnähe

Über die gesunde, intakte Haut ist die Besiedlungsgefahr mit Keimen am niedrigsten, über natürliche Körperöffnungen wie Mund oder Nase schon erkennbar höher und über die invasiv eröffnete Haut oder offene Gefäße am größten. Der Zugang der Keime kann durch eine unsachgemäße Arbeitstechnik erleichtert werden, z. B. durch Besprühen mit kontaminierter Kühlflüssigkeit oder die Verwendung verunreinigter Schleifaufsätze, Sonden oder Tupfer. Zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gehören die Einhaltung der Asepsis, indem z. B. sterile Instrumente im Zustand der völligen Keimfreiheit verwendet werden, und die Einhaltung der Antisepsis: die Keimzahlreduktion zur Hemmung von Infektionserregern – z. B. durch die Haut-/Wunddesinfektion und den Einsatz von Desinfektionsmitteln und Antiseptika. Im medizinisch-kosmetischen Bereich ist das Händewaschen Grundvoraussetzung. Die hygienische Händedesinfektion nach jedem Kundenkontakt leistet eine zuverlässige Reduktion der übertragbaren Keimzahl. Nach Hautkontakt mit Eiter oder verspritzten Wundsekreten ist eine chirurgische Händedesinfektion vorgeschrieben! Während der Arbeit Einweg-Handschuhe zu tragen, vermag viele Anflug- und Prob­lemkeime fernzuhalten und Chemikalienkontakte zu reduzieren. Im Bereich der medizinisch-podologischen Fußpflege ist es unerlässlich, dass die Fingernägel des Behandlers kurz geschnitten sind und auf aufwendige Nagellackierungen sowie künstliche Nägel verzichtet wird. Ebenso dürfen Ringe und sonstige Schmuckstücke nicht an den Arbeitshänden getragen werden. Die Arbeitsbekleidung sollte möglichst glattfaserig gewählt werden, damit Stäube und Partikel von selbst abfallen oder restlos entfernt werden können. Wiederverwendbare Instrumente sollten grundsätzlich nach jeder Behandlung dekontaminiert werden, also gereinigt und desinfiziert. Invasiv verwendete und kontaminierte Inst­rumente werden der Sterilisation unterzogen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel in GUT zu FUSS 02/2013.

Von | Fotos: Fotolia/Peter Atkins

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