Flexibel bleiben

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Flexibel bleiben

Die Podologin Gabriele Wagner sammelte durch ihre Tätigkeit in einem Krankenhaus wertvolle Erfahrungen. Von diesen profitiert sie noch heute in ihrer Praxis.

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die dem beruflichen Leben die entscheidende Richtung geben. So war es auch bei Gabriele Wagner. Täglich führte ihr Weg an einer medizinischen Fußpflegeschule vorbei. „Wenn ich an dem Schaufenster vorbeiging, fragte ich mich oft, ob das etwas für mich wäre. Irgendwann betrat ich spontan die Fußpflegeschule und kam mit der Inhaberin ins Gespräch.“ Der Frankfurterin sagte das Berufsbild der medizinischen Fußpflegerin zu.

Schritt in die Fußpflege

1994 absolvierte sie dort eine dreimonatige Ausbildung zur medizinischen Fußpflegerin. Rund zwei Jahre lang war sie darüber hinaus in der Einrichtung tätig, in der sie zusammen mit der Schulleiterin angehende Fußpflegerinnen ausbildete. Als man ihr anbot, das Unternehmen zu übernehmen, entschloss sie sich jedoch für einen anderen Weg. „Meine Kinder waren zu der Zeit noch klein. Für diesen beruflichen Schritt war die Zeit einfach noch nicht reif“, sagt Gabriele Wagner rückblickend. Mit einem mobilen Dienstleistungsangebot konnte sie sich die Zeit ihren Bedürfnissen entsprechend besser einteilen.
Als eine befreundete Friseurin ihr einen leer stehenden Raum innerhalb des Friseursalons anbot, ergriff die medizinische Fußpflegerin die Chance und richtete sich dort ihre Praxis ein. Als es dann einige Jahre später für medizinische Fußpfleger die Möglichkeit gab, durch eine Ergänzungsausbildung den Status eines Podologen zu erlangen, zögerte Gabriele Wagner nicht lange und entschloss sich zu diesem Schritt. „Das Behandeln von Wunden hat mich von Anfang an gereizt. Als Podologin konnte ich mein Wissen auf diesem Gebiet vertiefen.“ Diese Entscheidung hat die heute 56-Jährige nicht bereut.
Im Jahr 2007 eröffnete die Podologin ihre Praxis in Bornheim, einem Stadtteil von Frankfurt. Um Kunden zu gewinnen, machte sie durch Werbemaßnahmen auf sich aufmerksam. Gleichzeitig stellte sich Gabriele Wagner aber auch bei niedergelassenen Ärzten vor. So kam sie auch in Kontakt mit dem Internisten und Diabetologen Dr. Bernardo Mertes, der am Agaplesion Bethanien-Krankenhaus in Frankfurt praktizierte. „Am Ende unseres Gesprächs fragte mich Dr. Mertes, ob ich mir vorstellen könnte, in seiner Abteilung die Wundversorgung der Patienten zu übernehmen. Damit war der Grundstein für unsere Zusammenarbeit gelegt“, schildert Gabriele Wagner.

Einen Tag in der Klinik

Fortan arbeitete die Podologin einen Tag in der Woche im Krankenhaus und an den anderen Werktagen in ihrer Praxis. Ihren ersten Arbeitstag in der Klinik wird Gabriele Wagner wohl nie vergessen. „Ich war sehr aufgeregt. Natürlich kannte ich viele der Wundbilder aus der Theorie. Aber es ist dann doch noch einmal etwas anderes, diese Wunden zu behandeln. Das hat mich anfangs viel Überwindung gekostet. Als ich meinen ersten Patienten vor mir hatte und das Wundbild sah, bin ich unter einem Vorwand vor die Tür und habe erst einmal Luft geholt. Kurz darauf kehrte ich zurück und versorgte dann die Wunde.“ Durch die Arbeit im Klinikum, die Zusammenarbeit mit dem Personal und auch durch die Versorgung von schwerwiegenden Wunden konnte die Podologin wertvolle Erfahrungen sammeln.
Heute arbeitet Gabriele Wagner nur noch in ihrer Praxis. Eine Wundmanagerin hat ihren Klinikjob übernommen. Die Podologin ist gut vernetzt mit Medizinern und einem Orthopädiefachgeschäft. Diesem hat sie es letztlich auch zu verdanken, dass sie seit zwei Jahren die Fußball-Profimannschaft von Eintracht Frankfurt betreut. Alle drei Wochen ist sie vor Ort. Bei akuten Problemen kommen die Spieler zu ihr in die Praxis, um Nagelbeschwerden, Druckstellen oder Blasen behandeln zu lassen.

Der Beitrag ist erschienen in der Fachzeitschrift GUT zu FUSS 4_18.

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