Konflikte besser lösen

GUT zu FUSS |

Konflikte besser lösen

In der Fußpflegepraxis arbeiten Mitarbeiter häufig auf engstem Raum zusammen. Dass es da zu Reibereien kommen kann, ist unumgänglich. Mit ein paar Tipps lassen sich Konflikte besser lösen – oder sogar verhindern, noch bevor sie sich zum Problem verdichten.

Wo Menschen miteinander arbeiten, kommt es unweigerlich zu Meinungsverschiedenheiten. Das ist völlig normal und wenn elementare  „Spielregeln“ eingehalten werden, kann ein langes Miteinander daraus entstehen. Dennoch gibt es immer wieder nervenaufreibende Situationen, die zu Stress, Streit und Kummer führen.

Kommunikation ist alles

Ein angenehmes Betriebsklima – das wünscht sich jeder Chef, denn in schlechter Stimmung arbeitet niemand gerne, und das wirkt sich auch auf das Betriebsergebnis aus. Jeder im Team sollte seinen Beitrag zu einem guten Arbeitsklima leis­ten, auch der Chef. „Redet miteinander!“ – das ist in vielen Konflikten der Schlüssel zur Lösung.

Ritual Teambesprechung

Probleme entstehen häufig, weil Kollegen untereinander ihre Arbeiten nicht besprechen, sich nicht absprechen oder Rückmeldungen verweigern. Das birgt Konfliktpotenzial. Für den Chef ist es hilfreich, die Kommunikationsprobleme zu analysieren und den Mitarbeitern beizubringen, dass sie ihre Themen besprechen müssen. Wenn Anfragen im Raum stehen, sollten diese nach Beendigung des Konfliktes auch beantwortet werden. Wenn Mitarbeiter streiten, ist es wichtig, sie an einen „Tisch“ zu bekommen, um den Konflikt aus der Welt zu schaffen. Ein Mentor, der das Gespräch begleitet, kann dabei sehr hilfreich sein. Zudem können viele Konflikte im Vorfeld schon entschärft werden, wenn in der Praxis regelmäßige Mitarbeiterbesprechungen bzw. Dienstbesprechungen durchgeführt werden. Dort können beide Parteien konstruktiv ihre Anliegen vorbringen.

Lästern ist out

Wenn Sie als Chef mitbekommen, dass Mitarbeiter offensiv lästern, mobben oder über andere herziehen, ist es wichtig, dass Sie Stellung beziehen. Lästern ist nämlich ein No-Go und darf nicht geduldet werden. Das gilt natürlich auch für die Vorgesetzten. Hier ist es wichtig, dass der Chef das Gespräch mit den Verursachern sucht und dieses unterbindet. Kommt es trotzdem langfristig zu Wiederholungen, sollte hinterfragt werden, ob der Mitarbeiter nach mehreren Ermahnungen noch tragbar ist.

Mitarbeiter loben

Die Mitarbeiter sind loyal und bringen Ihre Praxis voran. Zusatzarbeiten werden freiwillig erledigt und die Mitarbeiter denken auch mit. Genau das ist es, was sich Chefs wünschen. Doch viel zu oft wird dieses seitens der Unternehmensleitung zu selbstverständlich vorausgesetzt bzw. erwartet. Hier muss stattdessen aber ernsthaft und ausdrücklich gelobt werden. Wenn Sie tolle Leistungen bemerken, dann sagen Sie es auch! „Keine Kritik ist ein Lob“ – das ist nicht die richtige Motivation und damit auch kein gutes Leitmotiv. Die Mitarbeiter werden es Ihnen danken, wenn Sie positiv gute Ergebnisse hervorheben. Dabei sollten Ihre Mimik und Körpersprache zu Ihren Worten passen.

Wenn Regeln nicht eingehalten werden

Ärger ist vorprogrammiert, wenn Regeln nicht wirklich eingehalten werden. Seitens der Mitarbeiter oder auch der Leitung. Beide Seiten müssen sich auf das Besprochene verlassen können. Es gibt immer mal ein „außerhalb des Regelfalles“, aber genauso muss es auch bleiben, eine Ausnahme. Haben Sie Mitarbeiter, die sich nicht an die Regeln halten, weil diese sie nicht kennen oder verstehen, sollten Sie versuchen, das Gespräch mit ihnen sachlich und konstruktiv zu führen. Finden Sie heraus, warum es für die Mitarbeiter so schwierig ist, die Regeln zu befolgen. Und helfen Sie ihnen dabei, das in der Zukunft zu tun. Liegt es vielleicht daran, dass einem Teammitglied eine Aufgabe zugeteilt wurde, in der es nicht so stark ist – und folgerichtig besser eine seinen Neigungen entsprechende andere Aufgabe lösen sollte? Dann bringen Sie das zur Sprache und verteilen die Arbeit um, damit niemand ein Problem mit den Regeln hat. Das Gespräch darüber sollte mit großer Achtsamkeit geführt werden.

Ziehen Sie Konsequenzen

Man zeigt z. B. nicht mit dem Finger auf andere Menschen und sagt dann: „Du hast …“. Wenn es um Konflikte geht, ist es immer ratsam, die strittigen Punkte aus der eigenen Wahrnehmung heraus zu formulieren: „Ich bin der Meinung, dass …“. In dem Moment, da man dem anderen ausdrücklich einen Vorwurf macht, ist ein unnötiger Streit entflammt. „Du hast, du bist, du kannst nicht, du sollst nicht …“, das sind allesamt Formulierungen, die spontan Ablehnung auslösen. Versuchen Sie, solche Vorwürfe in Konfliktgesprächen zu vermeiden.

Probleme aussitzen?

Ignorantes und unsoziales Verhalten kann in einem Betrieb nicht von Dauer sein. Wenn Sie Kollegen oder Mitarbeiter haben, die sich durch solche Eigenschaften auszeichnen, haben Sie es schwer. Niemand kann Arbeitsverweigerer leicht ertragen. Und Sie als Chef sollten sich überlegen, ob Sie das Problem aussitzen – und die Arbeit damit schlussendlich selbst übernehmen. In einigen Fällen hilft es weiter, das Gespräch zu suchen und zu definieren, warum es zu diesem Verhalten kommt. Wenn alle Versuche scheitern, sollte eine dauerhafte Konsequenz in Betracht gezogen werden: die Trennung von diesen Mitarbeitern, damit der Unfrieden unter den verbleibenden Mitarbeitern nicht noch mehr wächst.

An Absprachen halten

Hier spreche ich den Chef einmal selbst an. Gerne wird von Mitarbeitern verlangt, heute hier und morgen da noch ein bisschen Zeit anzuhängen. Gerade in den Praxen, in denen permanenter Termindruck und Mangel an frei verfügbaren Terminen vorherrschen, wird gerne darauf zurückgegriffen, nämlich auf das Wohlwollen der Kollegen. Dann wird selbstverständlich vorausgesetzt, dass die Mitarbeiterin noch einen Kunden hinten dranhängen kann, nur einen! Aber morgen passiert das wieder und übermorgen sollte sie bitte 30 Minuten früher anfangen. Das geht so nicht. Dass dort die Mitarbeiter irgendwann rebellieren, ist kein Wunder. Konfliktpotenzial zu 100 Prozent. Halten Sie sich an die Absprachen, erwarten Sie nicht selbstverständlich Entgegenkommen – und wenn doch einmal, dann muss es vorher abgesprochen werden, nur so klappt es auch mit gelegentlicher Mehrarbeit.
Das Wichtigste im Umgang mit Konflikten ist das Gespräch. Das sachliche Gespräch ohne Vorwürfe und Ermahnungen. Gespräche sollten in ruhiger Umgebung ohne Zeitdruck und Stress erfolgen.

Schaffen Sie Vertrauen

In einigen Fällen hilft ein neutraler Mentor, der das Gespräch leitet. Lob und Anerkennung lassen ein Team zusammenwachsen, das dadurch als solches gestärkt wird. Ein Chef sollte sich genauso an die Regeln halten, wie er es von seinen Mitarbeitern erwartet. Manchmal, im äußersten Notfall und nach dem Scheitern aller „Friedensversuche“, muss man sich von einzelnen Kollegen trennen, um nicht das gesamte Team zu verlieren – und damit das Wohl und Wehe des eigenen Unternehmens zu gefährden. Hören Sie auf Ihre Mitarbeiter, hören Sie gut zu, was diese sagen, und schaffen Sie lange vorher eine gute Vertrauensbasis und ein respektvolles Klima im Team, sodass diese sich überhaupt äußern. Wird das nicht getan, sollte Ihnen das zu denken geben. Dann läuft etwas falsch. Denn eigentlich sprechen Menschen gern über ihre Arbeit und tauschen sich aus. Beziehen Sie also die Ideen Ihres Teams mit in Ihre Planung ein. Ein Mitarbeiter, der ernst genommen wird und der sich im Betrieb „wiederfindet“, bleibt gerne lange im Team.

Von

Ebenfalls für Sie interessant

Violette Vielseitigkeit
GUT zu FUSS 25.02.2019
Spiral-Prinzip
GUT zu FUSS 11.02.2019
Flexibel bleiben
GUT zu FUSS 28.01.2019
Weg mit alten Zöpfen
GUT zu FUSS 20.12.2018

Unsere Fachmagazine

KOSMETIK international - Fachzeitschrift über Kosmetik und Beauty für Kosmetik-Profis

KOSMETIK international

KOSMETIK international informiert monatlich über den Bereich der angewandten Kosmetik (inkl. Aus- und Weiterbildung), Hand- und Nagelpflege sowie Naildesign, Fußpflege, Permanent Make-up, Wellness und Visagismus. Auch Bereiche wie Marketing und Verkauf kommen nicht zu kurz. 

HAND & NAILS - Fachzeitschrift über Hand- und Nagelpflege sowie Naildesign

HAND & NAILS

ist die renommierte Fachzeitschrift für den Nagelprofi. Zehn Ausgaben im Jahr informieren umfassend über alle Bereiche der Hand- und Nagelpflege sowie über Naildesign. Auch angrenzende Bereiche wie Beauty, Fußpflege, Wellness und Gesundheit werden behandelt. 

KOSMETIK international Suisse - Fachzeitschrift Kosmetik-Profis aus der Schweiz

KOSMETIK international Suisse

zeigt 6-mal im Jahr, was die Schweizer Branche der professionellen Kosmetik bewegt. Von Anti-Aging bis Zahnbleaching, von Augenbrauenstyling bis Zehennagelkorrektur. Außerdem in jeder Ausgabe: Aktuelles aus den Fachbereichen ästhetisch-plastische Chirurgie, Dermatologie und Medizin. 

GUT zu FUSS - Fachzeitschrift für Fußpfleger und Podologen über medizinische sowie kosmetische Fußpflege

GUT zu FUSS

Alle zwei Monate beschäftigt sich die GUT zu FUSS mit den Gebieten medizinische sowie kosmetische Fußpflege. Die Themen reichen von wellness-bezogenen Anwendungen über Möglichkeiten der Prävention bis hin zur akuten Behandlung von Problemen.