Step by Step

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Auf dem Weg zum eigenen Unternehmen sollte man Schritt für Schritt vorgehen. Eine Trainerin zeigt, worauf es ankommt und über was Sie nachdenken sollten.

Auf Teilnehmer, die sich selbstständig machen wollen, trifft Jane Suckale in ihren Schulungen, Aus- und Weiterbildungen häufig. Als erfahrene Trainerin steht sie genau solchen mit Rat und Tat z. B. in Coachings zur Seite. „Wichtig ist als erster Schritt, dass man für sich entscheidet, in welchem Bereich man arbeiten möchte – kosmetische Fußpflege, Fachfußpflege oder doch Podologie“, erklärt sie. In diesem Bereich sollte man fundiert ausgebildet sein und weitere Fortbildungen besuchen. Im Gespräch mit den angehenden Selbstständigen muss erst einmal die Basis abgeklopft werden: „Was ist vorhanden – welche Ausbildungen, welche Räumlichkeiten? Es müssen Hygienevorschriften eingehalten und finanzielle Voraussetzungen abgeklärt werden.“

Mit viel Arbeit rechnen

Oft sind solche Entscheidungen mit Zweifeln verbunden. Ist man wirklich bereit dafür, sich selbstständig zu machen? Jane Suckale, die selbst Podologin ist, gibt Folgendes zu bedenken: „Selbstständig. Ich habe also einerseits die Freiheit, mich zu entfalten – ohne dass mir jemand sagt, was ich machen muss. Auf der anderen Seite muss ich den Ehrgeiz haben, mein Geschäft auch wirklich selbst zu führen. Das bedeutet manchmal eben zehnstündige Arbeitsstage oder die ersten ein, zwei Jahre auf Urlaub zu verzichten – bis das Unternehmen aufgebaut ist. Als Selbstständiger bin ich ein kleiner Unternehmer, der wissen muss, wo er hin möchte: Möchte er klein bleiben oder größer werden?“ Dabei muss man sich auch finanzieren können. Es sei zwar schwierig, feste Summen zu benennen, aber: „Man sollte auf jeden Fall ein Polster haben, um mit seinem Geschäft gut einsteigen zu können.

Kundenfreundliches Ambiente

Egal, ob Fußpflege oder Podologie – Anschaffungen sind teuer.“ Gut beraten sei man damit, es für den Kunden möglichst ansprechend zu machen, er soll sich wohlfühlen, eine professionelle Fußbehandlung bekommen – und natürlich wiederkommen. Die meisten starten als One-Man-Show – manche haben aber Ambitionen, sich zu vergrößern und Mitarbeiter einzustellen. „Bei einer Einstellung muss man überlegen, ob man gut ausgebildete Leute sucht oder die Ausbildung nicht vielleicht selbst finanziert. Ich finde, das ist etwas Interessantes, das oft vergessen wird. Wenn ich bereits einen zuverlässigen Mitarbeiter habe, der zur mir passt, oder jemanden kenne, der gerne in der Fußpflege arbeiten möchte und es menschlich passt, sollte ich mir überlegen, ob ich das nicht irgendwie stemmen kann.“ Um sich abzusichern, kann der Mitarbeiter z. B. zu einem Anschlussvertrag verpflichtet werden.

Finanz-Plan und Konzept

Im Normalfall kann die übernommene Aus- oder Weiterbildung auch immer steuerlich geltend gemacht werden. Nicht nur deshalb empfiehlt sich ein guter Steuerberater. „Viele stellen sich die Buchhaltung sehr einfach vor. Aber man rechnet schnell mit größeren Summen – wenn man diese investiert, sollten sie auch fruchten. Das geht nur mit einer guten Beratung an der Seite.“ Generell ist eine solche beim Aufbau des eigenen Unternehmens ein wichtiger Punkt. Das fängt schon beim Business-Plan an. Den überlässt Jane Suckale zwar am liebsten den Betriebswirtschaftlern, die Vorarbeit aber leistet sie zusammen mit den Gründern. „Man muss im Vorfeld wissen: Wie stelle ich mir meine Selbstständigkeit vor? Welche Behandlungen möchte ich anbieten? Habe ich die Kenntnisse, kann ich Behandlungen kombinieren oder benötige ich eine Weiterbildung? Dazu gehört z. B., dass man Preise kennt und weiß, welche Versicherung man benötigt oder welcher Berufsgenossenschaft man angehört.“

Kostenfreie Beratung

Damit geht’s an den Business-Plan. Meistens haben die jeweiligen Industrie- und Handelskammern kos­tenfreie Beratungsstellen. Ganz individuell erarbeitet Jane Suckale ein auf den Gründer abgestimmtes Konzept mit denen, die sich selbstständig machen wollen. Außerdem hilft sie, kreativ zu werden. „Ich arbeite viel mit kosmetischen Fußpflegern zusammen. Hier gibt es viele Behandlungen, mit denen man ein ansprechendes Angebot aufstellen kann – das ist Gründern oft nicht bewusst.“ Ob Wellness-Programme, Lackier-Systeme, Nageldesign oder  Massagen – „der Fuß bietet viele Möglichkeiten.“ Dazu muss einem bewusst sein, dass der Kunde entweder ein Fußproblem hat – dann geht er zum Podologen – oder aber sich etwas gönnen möchte. „Manche tun sich schwer, einen Kunden zu pudern, ihm etwas Gutes zu tun und schöne Füße noch schöner zu machen.“ Dafür ist ein besonderes Angebot der Schlüssel. Um das für sich und zum Studio passende zu finden, sollte man sich umfassend informieren.

Weiterbildung und Messe

„Dabei spielen der Bereich Weiterbildung und die Wahl des richtigen Anbieters eine große Rolle.“ Die Auswahl dafür, die eigenen Ideen zu verwirklichen, ist groß. In diesem Zusammenhang bieten Messen eine gute Gelegenheit. Hier kann man mit Firmen ins Gespräch kommen und Marken besser kennenlernen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in GUT zu FUSS 6/2016

Von | Fotos: Fotolia/Jakub Jirsák

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