Billig-Produkte

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Mann Geld

Es gibt kaum jemanden, der nicht auf sie steht: Schnäppchen! Willkommen in der „Je günstiger, desto besser“-Gesellschaft – ein Paradies für Sparfüchse. Zumindest auf den ersten Blick ...

Nur wenige Branchen entwickeln sich so schnell wie momentan die Nagelbranche. Nicht nur Nagelstudios schießen förmlich wie Pilze aus dem Boden, sondern auch immer neue Produkte und Firmen überschwemmen den Markt. Für Nailstylisten eröffnen sich so auf den ersten Blick wahre Preis-Paradiese: Modellagematerialien, Pflegeprodukte und Zubehör werden zum Teil zu überraschend günstigen Preisen angeboten und nicht alle Nailstylisten hinterfragen Qualität oder Preis-/Leistungsverhältnis der angebotenen Waren. In Zeiten, in denen in der Nagelbranche Dienstleistungspreise sinken und Ausgaben steigen, ist es naheliegend, auf günstigere Produkte zurückzugreifen, um einen auf den ersten Blick höheren Gewinn zu erwirtschaften.

Fragwürdige Herkunft

Leider hat jede Medaille immer zwei Seiten. Das soll nicht bedeuten, dass jedes Schnäppchen sofort einem Fehlkauf gleichzusetzen ist. Aber trotzdem sollte man sich bei vielen Produkten die Frage stellen: Wie ist solch ein Preis überhaupt möglich? Denn dafür gibt es nur diese Antworten: Entweder werden die vermeintlichen Schnäppchen von schlechten Geschäftsleuten vertrieben, die nicht viel Ahnung von einer wirtschaftlichen und gesunden Preiskalkulation haben, oder die Produkte haben eine fragwürdige Herkunft. Zum Teil werden Waren in den Vertrieb gebracht, deren Inhaltsstoffe deutlich von den gesetzlichen Bestimmungen abweichen. Diese werden meist aus günstigsten Quellen – gerne aus Fernost – bezogen. Nur so ist es möglich, der Nachfrage nach Dumpingpreisen und der damit verbundenen Absatzmenge überhaupt gerecht zu werden.

Trotz der gültigen europäischen Kosmetikverordnung gibt es viele Produkte auf dem Markt, die einer Prüfung der Inhaltsstoffe nicht ansatzweise standhalten würden. In ihrer Euphorie über den niedrigen Preis bedenken viele Nailstylisten nicht, welche gravierenden Folgen das haben kann.

Mangelhafte Qualität

Erst auf den zweiten Blick lässt sich die oftmals mangelhafte Qualität der ergatterten Beute erkennen: Farbgele decken z. B. unzureichend oder härten schlecht aus, vermeintliche Profifeilen erweisen sich schon nach kurzer Zeit als minderwertig oder der scheinbar leistungsstarke Profifräser entpuppt sich als indiskutables Hobbygerät. Eine böse Überraschung, die bestimmt viele kennen.

Rechtliche Folgen

Ein weiterer und viel bedeutenderer Punkt beim Erwerb von Schnäppchen ist die rechtliche Grundlage, die jeder Naildesigner spätestens vor der Anwendung am Kunden und dem Inverkehrbringen von Produkten kennen sollte. Nehmen wir als Beispiel ein Modellagematerial, das sehr günstig erworben wurde – ohne dass die Inhaltsstoffe, das Herstellungsland oder die Einhaltung der Richtlinien der europäischen Kosmetikverordnung geprüft worden wäre: Erleidet ein Kunde bei der Anwendung des Produkts im Studio Schäden (z. B. nachweisbare Allergien), muss der Nageldesigner als verantwortliche Person mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Dem Institut entsteht so zudem womöglich ein wirtschaftlicher Schaden, der durch den Kauf qualitativ hochwertiger Produkte vermeidbar gewesen wäre.

Wirtschaftlich arbeiten

Sicherlich, für jedes Preissegment gibt es die passende Kundschaft, die das jeweilige Dienstleistungsangebot in Anspruch nimmt. Aber die Frage ist doch auch: Welches Kundensegment möchten Sie mit Ihrem Studio ansprechen? Die qualitätsbewusste Kundin, die bereit ist, für eine erstklassige Behandlung den gerechtfertigten Dienstleistungspreis zu bezahlen? Dann sollten Sie ihr dies auch bieten! Denn nur durch Qualität und Zufriedenheit lässt sich eine Stammkundschaft aufbauen. Jedes Studio muss für sich die passende Zielgruppe ausmachen und sein Angebot daran anpassen.

Folglich erweist sich nicht jedes Schnäppchen als Gewinn und es lohnt sich, das Preis-/Leistungsverhältnis genauestens zu prüfen. Dies verhindert nicht nur unangenehme Überraschungen, sondern spart am Ende des Tages auch noch bares Geld.

Quelle: HAND & NAILS 10/2018.

Von | Fotos: Fotolia/Dario Lo Presti

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