Eine gute Balance

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Frau Geldscheine

Mehr Umsatz, mehr Kunden, mehr Freizeit – drei Wünsche, die sich teilweise zu widersprechen scheinen. Anja Dörnke-Bartling zeigt auf, wie sie sich dennoch miteinander vereinbaren lassen.

Drei Dinge auf einmal – das geht nun wirklich nicht!“ Bestimmt kennen Sie diesen Spruch, der uns seit 1990 immer wieder mal in der Werbung für Überraschungseier begegnet. Nun geht es in diesem Beitrag natürlich nicht um Süßigkeiten, sondern um den Wunsch nach mehr Umsatz, mehr Kunden und mehr Freizeit. Also letztlich um die Frage, wie sich drei Wünsche, die teilweise konträr zueinander sind, mitei­nander vereinbaren lassen.

Viele Selbstständige kennen das: Der Monat ist vorbei und das Einkommen bleibt wieder einmal hinter den Erwartungen zurück. Dabei waren die vergangenen Wochen anstrengend. Sie haben viel gearbeitet und über Lücken in Ihrem Terminkalender können Sie nun wirklich nicht klagen. Dennoch: Von Freizeit keine Spur, Sie fühlen sich kaputt und ausgebrannt und fragen sich, wovon Sie denn nun eigentlich die Autorechnung bezahlen sollen.

Wenn Ihnen dieses Szenario bekannt vorkommt, ist es an der Zeit, Ihre Einnahmen- und Ausgaben­situation sowie Ihre Kundenstruktur einer gründlichen Prüfung zu unterziehen, um wirkungsvolle Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Wenn Ihre Einnahmen nicht ausreichen, um Ihre Ausgaben dauerhaft zu decken, sind entweder die Einnahmen zu gering oder Ihre Kosten zu hoch – oder beides.

Kostenaufstellung

Prüfen Sie Ihre festen und variablen Aufwendungen. Notieren Sie alle Kosten, die monatlich von Ihnen zu decken sind. Hierzu gehören Miete und Mietnebenkosten wie Strom, Wasser, Müll oder

Telefon, aber auch Aufwendungen für Reparaturen, Materialeinkäufe, Leasing- oder Finanzierungsraten. Weiterhin sind der Aufstellung Personalkosten für Mitarbeiter oder die Reinigungskraft sowie Aufwendungen für Werbemaßnahmen und – ganz wichtig – Ihr Gehalt hinzuzufügen, das Sie zur Deckung Ihrer privaten Lebenshaltungskosten benötigen.

Vergessen Sie bei der Analyse bitte nicht die Kosten, die viertel-, halb- oder jährlich zu entrichten sind, wie etwa Versicherungsbeiträge und Steuerzahlungen. Teilen Sie diese Beträge durch die entsprechende Anzahl der Monate, also bei einer vierteljährlichen Zahlung durch drei, und fügen Sie den Betrag der monatlichen Kostenaufstellung hinzu.

Auf diese Weise wissen Sie am Ende, wie hoch Ihre durchschnittlichen Kosten pro Monat sind, und haben gleichzeitig den Betrag, den Sie mindestens erwirtschaften müssen, um den Monat plus minus Null abschließen zu können. Hierbei haben Sie dann allerdings noch keine Rücklagen für Reparaturen, Marketing-Maßnahmen oder andere unvorhergesehene Ausgaben gebildet.

Bilanz aufstellen

Im nächsten Schritt ermitteln Sie Ihre durchschnittlichen monatlichen Einnahmen und stellen diese den Ausgaben gegenüber. Idealerweise sollte trotz Berücksichtigung aller Ausgaben ein Überschuss verbleiben, den Sie für unvorhergesehene Ereignisse als Rücklage beiseite legen können.

Sollte sich ein Negativbetrag ergeben, bedarf es einer weiteren Analyse, um zu prüfen, inwieweit Sie Ihre Kosten gegebenenfalls senken können. Hinterfragen Sie, ob das teure Frischblumen-Abonnement wirklich sein muss, prüfen Sie Ihre Versicherungsverträge, ob günstigere Tarife möglich sind oder sich ein Wechsel zu einem anderen Anbieter empfiehlt. Vielleicht lassen sich die Mietnebenkosten durch den Wechsel des Stromanbieters, den Einbau von Zeitschaltuhren oder die rigorose Umstellung auf verbrauchsarme LEDs senken.

Vielleicht können Sie auch bei der Reinigungskraft sparen, indem Sie nicht länger eine Reinigungsfirma beauftragen, sondern sich eine Kraft auf 450-Euro-Basis mit geringerem Stundenlohn suchen. Natürlich können Sie auch ganz rigoros sein und sich günstigere Studioräume suchen – diese Entscheidung sollten Sie allerdings erst nach Einleitung der vorgenannten Maßnahmen treffen. Prüfen Sie jede Position Ihrer Kostenaufstellung und ergreifen Sie alle Maßnahmen, die zu einer Kostensenkung beitragen – auch wenn diese durch Kündigungsfristen eventuell nicht sofort greifen.

Gut ausbalanciert

Eine Reduzierung der Kosten ist allerdings nur eine Möglichkeit, das Ungleichgewicht auszubalancieren. Genauso wichtig ist die Konzentration auf die Einnahmensituation. Obwohl Ihr Terminkalender gut gefüllt ist, ist der durchschnittliche Umsatz pro Kunde zu gering? Dies könnte sowohl an Ihrer Preisgestaltung als auch an Ihrem Behandlungsangebot sowie an der durchschnittlichen Behandlungsdauer pro Kunde liegen. Je länger Sie für die Behandlung eines Kunden brauchen, umso weniger Kunden können Sie pro Arbeitstag behandeln und umso geringer fällt Ihr durchschnittlicher Stundenlohn aus.

Um schneller zu werden, bedarf es neben Übung oftmals nur einer anderen Technik oder der Verwendung anderer Produkte, und schon werden aus 90 Minuten für ein Refill lediglich 60. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Lieferanten nach entsprechenden Schulungen bzw. anderen Produkten, die eine schnellere Behandlung möglich machen könnten.

Preise vergleichen

Auch Ihre Preise sollten Sie kritisch unter die Lupe nehmen. Hier hilft es, über den Tellerrand zu gucken und sich über die Preisgestaltung anderer Studios zu informieren. Preise werden oftmals auf den Internetseiten, über Flyer oder Aushänge kommuniziert. Sie können natürlich auch einfach in anderen Studios anrufen und sich nach deren Preisen erkundigen. Erfragen Sie in diesem Fall immer auch die ungefähre Behandlungsdauer, denn nur so bekommen Sie ein Gespür für den durchschnittlichen Stundenlohn der jeweiligen Naildesignerin und können diesen mit Ihrem vergleichen.

Sollten Sie feststellen, dass Sie im Vergleich zu anderen Studios bei ähnlichen Behandlungen deutlich günstiger sind, sollten Sie unbedingt eine Preiserhöhung vornehmen. Diese sollte moderat sein und Ihre Kunden frühzeitig mit einbeziehen. Informieren Sie sie rechtzeitig und begründen Sie den notwendigen Schritt, weil z. B. Kosten gestiegen sind, die Gestaltung aufwendiger Nail Art nicht länger mit dem gleichen Betrag wie ein vollflächiger Farbüberzug abgerechnet werden kann oder Sie sich besondere Leistungen aus Gründen der Fairness gegenüber den anderen Kunden künftig extra bezahlen lassen müssen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in HAND & NAILS 02/2019.

Von | Fotos: Fotolia/nicoletaionecsu

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