Füße waschen!

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Fuesse_Waschung

Das Fußbad wurde als Bestandteil der Hydrotherapie bereits im Altertum zelebriert. In der Badekultur der griechisch/römischen Antike hatte es auch eine reinigende/therapeutische Bedeutung.

Dort, wo Menschen viel zu Fuß unterwegs waren, wurde dem Besucher zur Begrüßung oft ein Fußbad angeboten. Fußbäder haben sich in der heutigen Zeit im Rahmen von Fußpflegeangeboten längst wieder etabliert, nur selten kommt es noch vor, dass Kunden ihre Füße zu Hause waschen, bevor sie zur Fußpflege kommen. Aber lange schon spricht man nicht mehr nur von dem klassischen Fußbad, auch Kneipp’sche Anwendungen, wie die altbekannten Wechselfußbäder, kommen immer öfter zum Einsatz. Das besondere Fußbad mit unterschiedlichen Wirksubstanzen ist sehr gefragt. Hierbei sollte auch auf Kundenwünsche eingegangen werden. Die Fußwaschung ist eine Handlung, die im Orient die Gastfreundschaft symbolisieren sollte und sogar in der Bibel Erwähnung fand.

Beweisen auch Sie Ihren Kunden mit der Fußwaschung eine besondere Ehrerbietung. Sie benötigen einen Holzbottich, nicht zu hoch, z. B. einen Saunabottich, und diese Utensilien:

  • eine Schöpfkelle
  • einen Wasserkrug
  • Naturseife
  • einen Dachshaarpinsel zum Aufschäumen
  • naturfarbene Handtücher
  • Plastikspezialtüte zur Wassersammlung

Das Entree könnte wie folgt gestaltet werden. Ihr Kunde hat sich zur Fußpflege bei Ihnen angemeldet, die immer ein Fußbad einschließt. Überraschen Sie ihn heute mal mit einem besonderen einleitenden Ritual: der Fußwaschung. Sehr schön ist es, wenn Sie dazu auch etwas „geschichtlich“ aufwarten und ihn so auf das neue Programm einstimmen. Nachdem er Platz genommen hat, hierzu eignet sich am besten ein bequemer Stuhl, rücken Sie den Holzbottich vor seine Füße. Legen Sie den Boden vorher mit einer Plastikplane aus. Auf einem kleinen Tischchen haben Sie die anderen Arbeitsmaterialien platziert. Nun bitten Sie den Kunden, seine Füße in den Bottich zu stellen und gießen lauwarmes Wasser über die Unterschenkel bis zu den Füßen. Hierzu benötigen Sie ca. zwei bis drei Krüge. Während der Kunde seine Füße im warmen Nass aufwärmt, benetzen Sie mit der Schöpfkelle auch die Unterschenkel bis hoch zum Knie und lassen warmes Wasser immer wieder über die Haut laufen.

Waschen und massieren

Dann nehmen Sie die Naturseife, feuchten sie in Ihren Händen an und streichen einige Male mit beiden Händen über den Fuß-/Beinbereich. Somit wird der erste Kontakt mit den Händen hergestellt. Danach stellen Sie die Füße wieder im Wasser ab. Nun feuchten Sie den Dachshaarpinsel kurz im Wasser an und schäumen die Naturseife mit dem Pinsel auf. In festen streichenden Bewegungen (fester zum Herzen hin, sanfter zurück) praktizieren Sie nun das Aufschäumritual, indem Sie sich kreisend entlang des Fuß-/Beinbereichs bewegen. Danach legen Sie den Pinsel zurück in die Schale und beginnen die Fußwaschung, indem Sie den rechten Fuß (Beginn immer herzfern) in die Hand nehmen und den Seifenschaum mit einer leichten Massage in die Haut, bis hoch zum Knie, einarbeiten. Genauso verfahren Sie mit den linken Fuß. Danach gießen Sie frisches, warmes Wasser aus dem Krug über die Füße und lösen die Schaumreste, bevor Sie zum nächsten Behandlungsschritt übergehen.

Trocknen und Halten

Die nassen Füße werden nun von weichen Handtüchern umfangen und bis in die kleinsten Zwischenräume sorgfältig getrocknet. Ganz wichtig: Innerhalb der Zehenzwischenräume nicht reiben, sondern nur tupfen, damit die „Schwimmhaut“ nicht verletzt wird. Abschließend legen Sie beide Füße des Kunden, platziert auf einem Handtuch, auf Ihren Oberschenkeln ab und verabschieden sich von ihm mit einer besonderen Geste. Hierzu bitten Sie den Kunden die Augen zu schließen. Legen Sie sich nun seine Füße direkt in Ihre Hände und nehmen Sie Kontakt auf. Dies hat eine besonders vertrauensvolle und schöne Symbolik. „Gib mir deine Füße und ich lege meine Seele hinein“ beendet dieses sinnliche Ritual poetisch, indem Sie sich mit einer ausstreichenden Bewegung zu den Zehenspitzen hin verabschieden.

Kalkulieren Sie zeitgemäß: Dieses Reinigungsritual hat ungefähr eine Dauer von 20 Minuten und kann mit einem Minutenpreis von 0,50 Euro veranschlagt werden. Zur Bewerbung empfiehlt es sich, eine kleine Broschüre zu entwerfen, die darüber aufklärt, warum gerade regelmäßige Fußbäder so wichtig sind und wie diese auch zu Hause vielleicht mit dem Partner praktiziert werden können. „Alles ist im Fluss“, wenn Sie in Balance sind und Ihre Kunden sich Ihren neuen Angeboten immer wieder gerne öffnen.

Als Zusatzdienstleistung

So können sich Fußwaschungen und Fußbäder nicht nur in der Fußpflege, sondern auch im Nagel- und Kosmetikbereich als lukrative Zusatzdienstleistung rechnen.

Im Winter z. B. kommen Kunden oft mit kalten oder nassen Füßen zu Ihnen, die auch während der Maniküre, Nagelmodellage oder auch Teilkosmetikbehandlung nicht richtig warm werden wollen. Bieten Sie doch während oder zum Einstieg in das anderweitige Treatment ein Fußbad an, das Sie mit wärmenden Zusätzen, z. B. Zimt, Ingwer oder Capsaicin (Capsaicin ist ein Inhaltsstoff aus den Früchten von Capsicum-Arten, z. B. Chili oder Paprika) mit lokal wärmender, durchblutungsfördernder, reizender und schmerzlindernder Wirkung anreichern. Für die Winterzeit eignen sich sinnliche Fußbäder mit Ölen, deren Reize das limbische System positiv beeinflussen. Sehr beliebt sind Vanille, Orange und Sandelholz.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in HAND & NAILS 6+7/2018.

Von | Fotos: Fotolia/Rawpixel.com

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