Gut vorbereiten!

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Mandarine Schaelen

Dass sich Gel ablöst wie die Schale einer Mandarine, kommt zum Glück nicht vor. Liftings, in Form von kleinen Luftbläschen, gibt es hingegen schon. Naildesignerin Stephanie Oppermann weiß warum.

Wir alle kennen das, die Kundin kommt nach drei bis vier Wochen zum Termin und beim Abtragen der Modellage tun sich Liftings auf! Die kleinen Luftblasen können der Nagelgesundheit schaden und bieten im schlimmsten Fall eine Brutstätte für Bakterien und Keime. An dieser Stelle ist es wichtig, diese genau unter die Lupe zu nehmen! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nur eine genaue Nagelanalyse dabei hilft, den Nagel perfekt vorzubereiten und den Kunststoff auf seine Bedürfnisse abzustimmen!

Mangelnde Vorbereitung

In den allermeisten Fällen entstehen Liftings, wenn die Nagelplatte nicht ausreichend vorbereitet wurde und Hautschüppchen auf dem Nagel zurückgeblieben sind! Gerade die Bereiche zu Nagelhaut/Nagelfalz und den lateralen Seiten werden oft vernachlässigt und unzureichend vorbereitet! Auch beobachte ich oft, dass die Grit-Zahl der Feile oder des Buffers zu grob gewählt wurde, um die oberste dorsale Schicht des Nagels anzumattieren. Eine Analyse des Nagels meiner Kundin ist also der erste richtige Schritt in Richtung „liftingfrei“ zu arbeiten! Bitte redet mit euren Kundinnen auch über mögliche Erkrankungen gerade im hormonellen Bereich und eventuelle Medikamenteneinnahmen. Dies ist nämlich auch entscheidend dafür, wie man in der Vorbereitung weiterverfährt.

Fett- und staubfrei

Welche Vorbereitungsflüssigkeiten sollten zum Einsatz kommen? Oberstes Gebot sollte immer sein staub-, fettfrei und dehydrierend zu arbeiten. Daher haben diverse Vorbereitungsflüssigkeiten durchaus ihren Sinn, im Prinzip ist dies wie ein Abwaschen des Nagels. Fettfrei im Sinne von Berührungen auf dem Nagel, die oft unbewusst passieren, wenn die Kundinnen ihre Hände nicht auf der Arm­ablage liegen lassen! Ein weiteres Thema, dem man Beachtung schenken sollte, ist der Einsatz von haftvermittelnden Produkten, einem Primer. Diesen gibt es in zwei Varianten – mit Säure und ohne Säure. Wobei man beachten sollte, dass auch in einem säurefreien Primer immer ein minimaler Anteil Methacrylsäure zu finden ist. Verwirrend für viele Nageldesigner ist es, dass so viele verschiedene Namen dafür benutzt werden und die Produktinformationen oft unzureichend von Firmen und Trainern weitergegeben werden! In der Hoffnung, die bestmögliche Anhaftung meines gewählten Materials an den Kundennagel zu gewährleisten, wird oft immer noch zu säurelastig gearbeitet, was genau das Gegenteil bewirkt.

Die Wahl des Primers

In meinem Studioalltag setze ich auf säurefreie Primer, die eine gute zusätzliche Adhäsion bieten. Man kann sich diese wie doppelseitiges Klebeband vorstellen. Im Geruch unterscheiden sich die beiden Primer auch sehr. Es sollte mit höchster Vorsicht mit der ätzenden Variante umgegangen werden! Hautkontakt sollte, wie bei allen anderen Produkten auch, strengstens vermieden werden. Eine Möglichkeit sogenannte Frontliftings auszuschließen ist es, die vorbereiteten Nägel auch unter dem freien Nagelrand mit einem Nail-Prep zu säubern, zu entfetten und zu entfeuchten. Gebt euren Kundinnen den Tipp, sich am Tag des Termins nicht mehr die Hände einzucremen oder zu ölen. Bei Haftungsproblemen an der freien Nagelkante ist es sinnvoll, zusätzlich einen säurefreien Primer auch unter der Nagelkante aufzutragen. Eine weitere Ursache, die Liftings hervorrufen kann, ist natürlich auch die Wahl meines Modellage-Materials. Auch hier hilft die Naturnagel-Analyse weiter. Welche Beschaffenheit weist mein Kundennagel auf und welche Systeme habe ich zur Wahl, mit denen ich arbeiten kann?

Man kann den Naturnagel grob in drei Haupttypen unterteilen: Der harte Nagel hat meist einen ausgeglichenen Feuchtigkeitshaushalt und bedarf nur einer leichten Verstärkung. Er bringt eine gute Stabilität mit sich. Ein brüchiger und splittender Nagel hingegen ist feuchtigkeitsarm. Seine Nagelstruktur hat eine gute Kompatibilität mit allen Kunststoffen. Er benötigt immer viel Pflege.

Nagel dehydrieren

Bleibt noch der dünne und weiche Nagel. Hier sind wir erst recht gefragt, in unserer täglichen Arbeit, eine gute Anhaftung und das passende Material zu wählen. Kunden mit diesem Nageltyp neigen zu verschwitzten Händen und feuchten Nägeln. Wichtig ist hier, den vorbereiteten Nagel gut zu dehydrieren, z. B. mit medizinischem Aceton. Wenn überhaupt ein säurehaltiger Primer zu Einsatz kommen sollte, dann bei diesem Nageltyp und auch nur dann, wenn die Kundin wiederholt zu Liftings neigt. Ich wähle hier gern das Pulver-Flüssigkeitssystem!

Aber egal, für welches Material ihr euch entscheidet: Passt die Menge an Material der Statik und Länge eures Kundennagels an. Ist dies nicht gewährleistet, haben wir die nächste Lifting-Ursache – die Hebelwirkung, die auf den Naturnagel einwirkt. Beachtet beim Modellieren die Mengenverteilung eures Materials im Apex und Stress­zonen-Bereich! Ich ermutige alle Nagel-Designer, sich mit den verschiedenen Kunststoffsystemen am Markt auseinanderzusetzen. Jedes hat seine Berechtigung und seine Vor- und Nachteile.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in HAND & NAILS 03/2019.

Von | Fotos: Fotolia/okolaa

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