Hilfe bei Krisen

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Luftballon Traurig

Jeder von uns macht im Laufe seines Lebens irgendwann einmal schwere Zeiten durch. Wichtig ist dann, sich nicht aufzugeben, sondern sich den Problemen zu stellen und aktiv zu werden.

Rückschläge, persönliche oder berufliche Krisen – davor ist niemand sicher. Ein großer Unterschied besteht allerdings in der Art und Weise, wie wir mit solchen Widrigkeiten umgehen: am Boden liegenbleiben oder aufstehen, Krone zurechtrücken und weitermachen?

Früher wurde über Lebenskrisen, Sinnkrisen oder berufliche Krisen verschämt geschwiegen. Die eigene Verletzlichkeit zu zeigen galt als nicht schicklich. Erinnern Sie sich an den Spruch: „Indianerherz kennt keinen Schmerz“? Man funktionierte, leistete seinen Beitrag zum beruflichen, familiären und sozialen Leben, doch – um mit den Worten einer Operette zu sprechen – „wie’s da drin aussieht, geht niemand was an“. Augen zu und durch, nicht wahr?!

Machen wir uns aber nichts vor: Wir alle sind verletzlich – an Körper und Seele. Die Verletzungen des Körpers sind meist schlecht zu verheimlichen. Blaue Flecken, Abschürfungen oder ein gebrochener Arm fallen sofort ins Auge. Diese Verletzungen heilen jedoch nach einer Weile ab, und im besten Fall bleibt kein Schaden zurück (es sei denn, die blauen Flecken stammen aus häuslicher Gewalt).

Wenn die Seele leidet

Anders dagegen bei Verletzungen der Seele. Der Verlust eines geliebten Menschen, die Trennung oder Scheidung vom Partner, die private oder berufliche Insolvenz, die Geringschätzung durch wichtige Personen – dies alles sind Krisen, um die unser Umfeld nicht unbedingt wissen kann und von denen die Seele (auch nach Beendigung der Krise) nicht notwendigerweise „geheilt“ ist.

Wir alle erleben solche Krisen und Verletzungen im Laufe unseres Lebens. Die Art und Weise, wie wir damit umgehen, macht den großen Unterschied aus. Die Psychologen sprechen hier von unterschiedlicher Resilienz. Gemeint ist die Fähigkeit des Menschen, mit Belastungen und Verletzungen so umgehen zu können, dass man nicht daran zugrunde geht, sondern diese Krisen physisch und vor allem psychisch unbeschadet übersteht. Im besten Fall können wir aus einer Krise sogar gestärkt hervorgehen!

Das Wort „Krise“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „trennen“ oder „entscheiden“. Wenn wir in einer Krise stecken, müssen wir also etwas loslassen, was nicht mehr zu uns passt oder nicht mehr da ist. Wir müssen für uns selbst Entscheidungen treffen und uns etwa von überholten Meinungen oder überzogenen Erwartungen (an uns selbst?) trennen. Jede Trennung ist schmerzhaft. In einer solchen Krise erleben wir in unterschiedlicher Reihenfolge und Intensität Wut, Trauer, Verzweiflung, aber irgendwann auch Hoffnung und Mut.

Vorboten wahrnehmen

Sie sehen, in der Krise findet in uns eine Entwicklung statt. Wir verändern uns. Das müssen wir auch, sonst finden wir keinen Weg heraus. Krisen kündigen sich oft durch kleine Vorboten an:

  • Wenn uns immer häufiger ein Gefühl beschleicht, dass es uns nicht gut geht, wir aber nichts daran ändern können (Ohnmacht).
  • Wenn wir ohne Alkohol, Medikamente oder sinnlosen Aktionismus den Abend nicht mehr aushalten (Flucht).
  • Wenn wir immer öfter spüren, dass wir uns ständig auf unsere übliche, gewohnte „Rolle“ berufen und nicht wahrhaben wollen, dass sich gerade etwas Entscheidendes in unserem Leben ändert (Rigidität).
  • Wenn wir uns immer häufiger in unser Schneckenhaus zurückziehen, schweigen oder Probleme einfach verdrängen (Mauern).
  • Wenn wir immer öfter das Gefühl haben, weniger wert zu sein als andere Menschen (Verlust der Augenhöhe).

Verzweiflung zulassen

Je stärker wir die belastenden Ereignisse verdrängen, also nicht wahrhaben wollen und verneinen, desto heftiger holen diese uns ein. Die Psychotherapeutin Dr. Mirriam Prieß betont, dass es sehr wichtig sei, Verzweiflung zuzulassen. Denn der erste Schritt in Richtung „Besserung“ sei die Akzeptanz einer Situation, die uns bis ins Mark erschüttert. Eine Krise zeige immer, dass wir an den Grenzen unserer Bewältigungsfähigkeit angekommen seien. Oft zeigt uns das in diesem Stadium sogar unser Körper – durch Streik. Wir fühlen uns hilflos, das Gefühls­chaos droht uns zu erdrücken und wir wissen nicht weiter.

Dabei erlebt, wie gesagt, jeder ein solches Trauma ganz unterschiedlich. Unsere Welt kann durch den Seitensprung unseres Partners zusammenbrechen oder durch das Weglaufen der Katze, durch den Tod eines geliebten Menschen oder durch die Saure-Gurken-Zeit in unserem Nagelstudio.

Wenn wir uns nun gegen eine solche Krise zur Wehr setzen oder sie ignorieren wollen, kostet das eine Unmenge an Kraft. Und das Schlimmste ist, dass uns das keinen Meter weiter bringt. Wir bringen uns damit an den Rand der Erschöpfung – wo wir doch alle Kraft bräuchten, um diese Krise angemessen zu bewältigen.

Im Sog der Gefühle

Auch wenn wir während des Akzeptierens der Krise weinen oder schreien, ist dieser Energieeinsatz doch produktiv. Wenn wir dem

Sog unserer Gefühle und Gedanken folgen, kommen wir so zu einem Punkt, an dem wir

ruhiger werden und wieder klare Gedanken fassen können. Wehren wir uns also nicht gegen die Verzweiflung.

Resilienz kann man bis zu einem gewissen Grad lernen. Hier einige Eckpfeiler, die die seelische Widerstandskraft stärken:

  • Akzeptieren wir die Krise!
  • Übernehmen wir Verantwortung für unsere Rolle und unser Handeln!
  • Setzen wir uns ganz persönliche Ziele!
  • Stärken wir unseren Optimismus!
  • Erarbeiten wir uns eine positive Sicht auf uns selbst!
  • Erkennen und nutzen wir unsere Handlungsspielräume!
  • Nehmen wir Hilfe an!

Den vollständigen Artikel lesen Sie in HAND & NAILS 02/2019.

Von | Fotos: Fotolia/nito

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