Keimalarm?

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Keimalarm?

Bakterien und Viren sind in unserem Leben allgegenwärtig. Einige siedeln als „Dauergäste“ auf/in uns und machen nur unter bestimmten Bedingungen krank. Andere sind weniger harmlos.

Mikroorganismen sitzen auf unserer Haut und Schleimhaut, bevölkern unsere Umgebung und fliegen durch die Luft. Elektrische Handtrockner mit Luftgebläse sind etwa wahre Keimschleudern. Und niest jemand, ohne dabei die Hand vor die Nase zu halten, sausen Tausende von Erkältungsviren mit einer Geschwindigkeit von bis zu 900 Kilometern pro Stunde wie Geschosse herum. Nicht zuletzt können Pilze, Pilzsporen und Bakterien beim Fräsen infizierter Nägel mit dem Schleifstaub aufwirbeln. Aber auch alles, was durch die Hände vieler geht, ist mit zahlreichen Mik­roorganismen kontaminiert.

Ständige Begleiter

Unzählige Kleinstorganismen bewohnen als „physiologische Hautflora“ oder „Standortflora“ unseren Körper. Zu diesen „Langzeitbewohnern“ gehören Bakterien wie Staphylokokken und Corynebakterien, aber auch Hefepilze. Ihre Anzahl bleibt in der Regel stabil, da sie sich mit ihren Stoffwechselprodukten gegenseitig „in Schach halten“ und so für ein ausgeglichenes Verhältnis untereinander sorgen.

Im Normalfall können die ständigen Bewohner gesunder Haut nichts anhaben, sie wirken also nicht „pathogen“. Anders sieht es hingegen mit Bakterien, Fadenpilzen und Viren aus, die sich nur vorübergehend (transient) auf unserer äußeren Schutzhülle niederlassen und damit nicht zur physiologischen Hautflora zählen. Als „Gastkeime“ gelangen sie durch direkten Kontakt – etwa von Hand zu Hand – oder indirekt über die Berührung von Gegenständen auf die Haut. Damit sie keine Infektion hervorrufen, schützt uns die Standortflora verschiedenartig:

  • Durch die dichte Besiedelung mit Dauerbewohnern finden Anflugkeime kaum Platz.
  • Einige der residenten Keime produzieren Enzyme, die für ein saures Milieu auf der Haut sorgen – und das ist für einige Fremdkeime ungeeignet.
  • Manche Langzeitbewohner geben antibiotische Substanzen ab, die das Wachstum krankmachender Keime hemmen.
  • Die Mikroorganismen der Hautflora trainieren die Abwehrkräfte des körpereigenen Immunsystems, sodass dieses gegen Fremdkeime besonders schlagkräftig ist.

Doch ist der Säureschutzmantel gestört, das Gewebe schlecht durchblutet, das Immunsystem geschwächt und/oder die Haut verletzt – hier reichen selbst minimale Läsionen aus – können Keime leicht eine Infektion verursachen.

Auch wenn sich die einzelnen Keime grundlegend voneinander unterscheiden, haben sie eines gemeinsam: Sie sind wahre Überlebenskünstler. Manche von ihnen können ohne Nahrung, in extremer Kälte oder Hitze, unter sauren oder basischen Bedingungen und selbst ohne Sauerstoff problemlos lange Zeit überleben. Treffen sie dann auf bessere Lebensbedingungen, „entfalten“ sie sich: So verdoppeln sich z. B. manche Bakterienstämme bei guten Voraussetzungen in 20 Minuten. Doch wer bzw. was genau sind die Winzlinge, die unter Umständen unsere Gesundheit gefährden? Was unterscheidet Bakterien und Viren?

Allein vermehrungsfähig

Bakterien – diese meist einzelligen Organismen sind lediglich etwa 0,2 bis 1,0 Mikrometer (ein tausendstel Millimeter) groß und damit noch unter einem normalen Mikroskop erkennbar. Unterschieden wird in stäbchenförmige Bazillen, schraubenförmige Spirillen und rundliche Kokken.

Einige Bakterien existieren nur mit Sauerstoff, wohingegen manche nur in einer von Sauerstoff freien Umgebung überleben können. Wieder andere können mit  und auch ohne Sauerstoff überleben. Zwar besitzen diese Keime keinen Zellkern, sie haben aber dennoch einen Stoffwechsel, weshalb man sie zu den Lebewesen zählt. Ihre Vermehrung erfolgt – auch auf unbelebten Flächen – über „Zweiteilung“: Aus einer Zelle entstehen jeweils zwei neue. So verdoppeln sich alle dabei entstehenden Zellen innerhalb kurzer Zeit. Auf diese Weise entstehen bei manchen Bakterien innerhalb von 24 Stunden Milliarden neuer Zellen, die lose miteinander verbundene Kolonien in Form von Haufen oder Trauben bilden. Es gibt jedoch auch Bakterien, die sich nur einmal in rund 24 Stunden teilen. Hierzu zählen z. B. Nocardien, die Hautabszesse hervorrufen.

Um eine Infektion zu erleichtern, besitzen Bakterien spezielle „Ausrüstungen“. Das können Eiweißhärchen auf der Zelloberfläche sein, die eine bessere Anhaftung ermöglichen. Bei einigen Stäbchenbakterien sind es kleine Geißeln, fadenförmige Gebilde, die für ein besonders gutes Fortkommen sorgen. Wieder andere tarnen sich mit einer kapselförmigen Schleimschicht vor den Abwehrzellen des menschlichen Immunsystems.

Was Bakterien so gefährlich macht, sind ihre giftigen Stoffwechselprodukte. Diese Toxine geben sie entweder als lebende Erreger ab, oder sie werden bei ihrem Zerfall freigesetzt. Das Bakteriengift greift dabei nicht nur das Gewebe an, sondern auch die Abwehrzellen des Körpers, die die Infektion vor Ort bekämpfen sollen. Zudem gibt es Bakteriengifte, die dem Nervensystem gefährlich werden. So rufen die Tetanustoxine von Clostridium tetani etwa den gefährlichen Wundstarrkrampf hervor. Zu den Bakterien, die eine Infektion der Haut verursachen, zählen u. a.:

  • Escherichia coli: Eigentlich gehören diese Bakterien zur normalen Darmflora und erfüllen dort nützliche Aufgaben. Gelangen sie jedoch im Fall von mangelnder oder falscher Hygiene beim bzw. nach dem Toilettengang über die Hände oder kontaminierte Gegenstände auf die Haut, können sie krank machen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in HAND & NAILS 04/2018.

Von | Fotos: Fotolia/cassis

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