Stress lass' nach!

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Buegelbrett Burnout

Job, Haushalt, Freizeitstress – manchmal kommt einiges zusammen. Spätestens wenn Ihr Körper signalisiert, dass das alles zu viel wird, ist es höchste Zeit für Veränderungen.

Schon seit Langem trage ich jede Woche meine Wochenstunden in eine Tabelle ein. Selten steht da eine Zahl unter 40, meist ist sie deutlich höher. Wie ist das bei Ihnen? Schauen Sie sich Ihre wöchentlichen Arbeitsstunden an?

Es ist ja nicht nur die eigentliche Arbeit. Während wir unseren Kunden gepflegte Nägel angedeihen lassen, hören wir zu, machen Small Talk, behalten das Telefon im Auge und haben ein Ohr für die Waschmaschine, die sich meldet, wenn die Handtücher fertig sind. Mittags werden im Stehen schnell eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen inhaliert, zwei Posts auf Instagram abgesetzt und die Facebook-Anfragen erledigt. Neun Whatsapp-Gruppen haben 37 Nachrichten produziert, die wir schnell überfliegen und teilweise beantworten. Ja, es ist mit den Sprachnachrichten vermeintlich einfacher geworden, aber die kann ich nicht mal zwischendurch lesen. In der rechten Hand die Feile und links das Handy ans Ohr, das sieht nicht nur komisch aus, es wirkt auch nicht professionell.

Schnell nach Hause

Abends nach Feierabend wird die Kasse gemacht. Der Warenbestand müsste geprüft und die Steuer für das letzte Quartal erledigt werden. Auf dem Heimweg finden wir erst keinen Parkplatz beim Supermarkt, dann ist nur eine Kasse offen und genau vor uns wird die Papierrolle der Kasse leer. Ja, die Ampel war eigentlich rot, aber als wir draufgeschaut haben noch dunkelgelb. Hat ja niemand gesehen. Schließlich möchten wir so langsam nach Hause.

Essen kochen? Keine Zeit, die Pizza kommt in den Ofen. Irgendwo steht die offene Flasche Rotwein und während des Essens wird die Post geöffnet und sortiert. Hinter dem Glas blinkt das Tablet und verkündet News aus aller Welt. Um halb zehn abends dann ab auf die Couch. Der Magen drückt, die Müdigkeit kommt schlagartig. Sport sollten wir auch mal wieder machen und die Freundinnen treffen. Nur wann?

Kommt Ihnen das bekannt vor? Vielleicht nicht genauso, aber in Ansätzen ähnlich? Mal Hand aufs Herz: Wann war Ihr letzter längerer Urlaub? Und mit länger meine ich mehr als sieben Tage! Wann haben Sie sich einen Abend frei und Zeit für sich genommen?

Die App soll’s richten

Wir erleben gerade eine schnelllebige Zeit, die in einem stetigen Wandel begriffen ist. Kommunikationsmedien ändern sich, Ansprüche von Kundinnen und auch Ansprüche an uns selbst. Wir wollen up to date sein. Moderne Apps zur Motivation und Organisation – wir haben sie und glauben, dass dadurch alles besser wird. Die fünfte To-Do-Liste im Handy, in die ich doch nicht mehr hineinsehe, das alles wächst uns irgendwann über den Kopf. Und dann meldet sich auch der eigene Körper.

In meiner Praxis als Coach erlebe ich es fast wöchentlich, dass mir Menschen berichten, sie kämen mit ihrem Umfeld nicht mehr zurecht und hinterfragten vieles. Vor allem sich selbst. Was tun? Betrachten wir zunächst einmal die Warnsignale. Damit es nicht zum Zusammenbruch (körperlich oder seelisch) kommt, müssen wir wieder lernen, die Signale unseres Körpers zu erkennen und zu verstehen.

Schlaf

Für uns ist Schlaf eine der wichtigsten Gelegenheiten zur Regeneration. Starten Sie in eine angenehme Nacht, indem Sie 60 Minuten vorher Ihr Handy oder Tablet beiseite legen. Wir wissen heute, dass das blaue Licht, auch vom Fernseher, die Bildung von Melatonin hemmt, welches wir für einen guten Schlaf brauchen. Moderne Telefone haben jetzt zwar Displays, die auf warme Töne eingestellt werden können. Die letzte Phase vor dem Einschlafen handyfrei zu machen, entspannt aber auch unser Gehirn. Selbst bei einem warmen Farbbildschirm tippen wir in drei Messenger-Gesprächen gleichzeitig, lesen nebenbei E-Mails und schauen die neusten Youtube-Videos an. Ein Buch, schöne Musik oder einfach ein kleines Wellness-Ritual wirken entspannender und fördern das Einschlafen.

Husch, husch ins Bett!

Auch was die Uhrzeit angeht, sollten Sie auf Ihren Körper hören. Wenn Ihnen danach ist, sich ins Bett zu legen, tun Sie es! Ich kenne Sätze wie „Es ist doch erst 22 Uhr, du kannst doch nicht schon ins Bett gehen“ auch. Mittlerweile ist es mir egal. Hier geht es schließlich um mich. Und ein wenig Egoismus darf ruhig sein.

Nacken- oder Rückenschmerzen

Weitere Signale Ihres Körpers, die Sie nicht beiseite wischen sollten, sind Nacken- oder Rückenschmerzen – vorausgesetzt, es liegen keine organischen Erkrankungen vor. Verspannungen können ein Zeichen von Überarbeitung sein. Gönnen Sie sich regelmäßig Bewegung, gehen Sie spazieren oder machen Sie Yoga. Alles, was die Muskulatur lockert und entspannt, wirkt sich positiv aus.

Magenschmerzen

„Das schlägt mir auf den Magen“, lautet ein geflügeltes Wort. Klassiker wie Sodbrennen, Magenschmerzen oder der mittlerweile immer häufiger auftretende Reizdarm können psychosomatisch bedingt sein. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über die richtigen Therapieansätze und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung. Ich weiß es aus eigener Erfahrung: Wenn wir im Arbeitsalltag eingebunden sind, ist regelmäßiges Essen nicht immer einfach. Vor allem gesundes Essen. Nahrung ist fast immer und überall zu bekommen. Dabei verlieren wir manchmal das Gefühl für Appetit oder Durst. Doch Essen und Trinken sind für uns wie Benzin fürs Auto. Essen Sie bewusst, genießen Sie es und stopfen Sie es nicht einfach nebenbei rein. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich auch bei einer 60-Stunden-Woche gesund zu ernähren. Ihr Körper wird es Ihnen danken!
Wir alle durchleben bisweilen Phasen der Antriebslosigkeit. Augenblicke, in denen wir „keine Lust“ haben. Das ist auch absolut ok. Ich bin immer wieder erschrocken über Menschen, die unentwegt meinen, ihr Leben optimieren zu müssen. Wir funktionieren nicht immer nahe 100 Prozent, auch wenn manche Motivations-Gurus uns das als erstrebenswert verkaufen. Der Druck, den sich manche dadurch machen, löst am Ende einen noch tieferen Fall aus.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in HAND & NAILS 03/2019.

Von | Fotos: Fotolia/lulu

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