Ätherische Öle

Aetherisches Oel Lavendel

Wie lassen sich Warnhinweise zu Nebenwirkungen ätherischer Öle bewerten, wenn synthetisch hergestellte Isolate getestet wurden – nicht die pflanzlichen Vielstoffgemische? Ruth von Braunschweigs Credo: Aromapflege mit geringen Dosierungen ätherischer Öle ist hautverträglich!

Fast jeder, der mit ätherischen Ölen gearbeitet hat, ist fasziniert und begeistert von den leicht flüchtigen „Liebesboten“ mit ihren vielfältigen, wohltuenden Eigenschaften. Aber da ist ein Wermutstropfen: Wenn man einen Blick in die Fachliteratur wirft, fallen zum Stichwort „Ätherische Öle“ zahlreiche Warnhinweise zu Gefahren und Nebenwirkungen auf. Wie aber sind diese ermittelt worden, wie ist es zu Merkmalen gekommen wie z. B. allergisierend, hautreizend, Blutdruck erhöhend oder gar zur Kennzeichnung von toxischen Eigenschaften wie hepatotoxisch (= lebertoxisch), neurotoxisch (= giftig für das Nervensystem) oder krebserregend?

Nebenwirkung inklusive

Ursprünglich verstand man unter einer Nebenwirkung eine Wirkung, die zusätzlich zur gewünschten oder erwarteten Wirkung auftritt. Diese kann negativ oder positiv sein. Erst mit der Entwicklung der modernen Medizin und künstlich hergestellter Medikamente wird mit einer „Nebenwirkung“ ausschließlich etwas Negatives verbunden. Aber viele pflanzliche Produkte wie z. B. Lavendelöl haben tatsächlich auch positive „Nebenwirkungen“. So ist das Öl schmerzlindernd, entspannend, wundheilend, seelisch aufhellend – um nur einiges zu nennen. Für den Schmerzspezialisten ist die schmerzlindernde Eigenschaft des Lavendelöls die Hauptwirkung, während die anderen Eigenschaften für ihn Nebenwirkungen sind.

Studien mit Isolaten

Beim Einsatz ätherischer Öle in der Hautpflege (Aromapflege, Aromakosmetik) ist die Allergie-Problematik besonders interessant. So enthalten viele ätherische Öle Inhaltsstoffe, die allergisierend wirken sollen – wie im Lavendelöl z. B. Linalool, im Rosenöl Citronellol oder im Rosengeraniumöl Geraniol. Dass diese Ingredienzen Allergien auslösen sollen, wenn sie in der Aromakosmetik verwendet werden, ist befremdlich, weil ätherische Öle mit diesen Inhaltsstoffen gleichzeitig als besonders hautpflegend gelten. Trotzdem kommt es verstärkt zu Einschränkungen oder Verboten von ätherischen Ölen in der Hautpflege. Dabei beruft man sich auf Erkenntnisse wissenschaftlicher Versuche. Nur industriell hergestellte synthetische und hoch dosierte Einzelstoffe wie z. B. Linalool, Geraniol, Citronellol werden dabei untersucht. Die Eigenschaften des synthetischen Duftstoffs (= Isolat) werden auf pflanzliche Vielstoffgemische übertragen. So hat Rosenöl über 400 verschiedene Inhaltsstoffe. Das heißt: Wenn sich ein Einzelstoff im Laborversuch als allergisierend (Citronellol) herausstellt, wird daraus geschlossen, dass das komplexe Rosenöl die gleichen Eigenschaften hat wie das Isolat. Die Ergebnisse werden dann auf die Anwendung ätherischer Öle in niederen Dosierungen in Hautpflegeprodukten übertragen. Diese Schlussfolgerung sollte kritisch hinterfragt werden. Denn ätherische Öle sind dynamische, pflanzliche Vielstoffgemische, die sich gegenseitig abpuffern und ergänzen, sodass negative Nebenwirkungen einzelner Inhaltsstoffe nicht zum Tragen kommen sollten. Zunächst muss deutlich zwischen Aromapflege bzw. Aromakosmetik und medizinischen Anwendungen (Aromamedizin) unterschieden werden.

Die Dosierung macht‘s

Ob aus der „reizvollen“ Begegnung mit ätherischen Ölen eine hautreizende Herausforderung wird, liegt hauptsächlich  an der Dosierung in den Pflegeprodukten. Zur Erinnerung: Ätherische Öle sind Konzent­rate! Sie sollten daher immer verdünnt, z. B. mit Pflanzenölen, angewendet werden. Ob man zum gewünschten (Pflege-)Ergebnis kommt, hängt von der angemessenen Dosierung ab. Bei Aromapflege und Aromakosmetik werden grundsätzlich geringe Dosierungen äußerlich verwendet, d. h. durchschnittlich ca. ein halbes bis eineinhalb Prozent, das sind etwa zehn bis 30 Tropfen auf knapp 100 Milliliter Pflanzenöl. Bei der Aromakosmetik sind die Dosierungen – auch die der einzelnen Öle – genau vorgeschrieben. Diese Anwendungen gelten als gut verträglich.

Bei der Aromamedizin (Aromatherapie) werden ätherische Öle äußerlich in hohen, ja viel höheren Dosierungen von ca. fünf bis 45 Prozent verwendet. Zehn Prozent entsprechen ca. 200 Tropfen auf 90 Milliliter Basisöl.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 10/2018.

Von | Fotos: Fotolia/travelbook

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