Alpen-Wellness

Alpen Edelweiss

Je rauer das Klima in den Bergen, desto widerstandsfähiger muss die Vegetation – z. B. Edelweiß – sein. Diese Kraft nutzen auch Kosmetikhersteller für ihre Produkte. Lesen Sie, welche Spezial-Behandlungen Sie dazu passend anbieten können.

Das Leben im Gebirge verlangt von Menschen, Tieren und Pflanzen eine besondere Überlebenskraft. Deshalb stammen viele Heilkundige sowie auch viel Wissen über Heilkräuter und Heilverfahren aus dieser Region. Die alten Gesundheitsanwendungen aus dem Voralpenland (z. B. dem Allgäu) wie Kneipp- und Schroth-Kuren sind nach wie vor aktuell, vor allem als Prophylaxe. Für unsere Alpen-Wellness stehen zusätzlich noch viele weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Alpen-Wellness ist eng verbunden mit der Vielfalt alpiner Heilpflanzen und ihrer Anwendbarkeit. Die zahlreichen Kräuter und Pflanzen der Bergwelt sind an heilsamen Inhaltsstoffen kaum zu übertreffen. Bekannt sind mehr als 4 500 Pflanzenarten, die an ext­reme Klimaverhältnisse angepasst Urzeiten überlebt haben, manche sogar die letzte Eiszeit.

Alpine Wirkstoffe in Produkten

Seit Jahrhunderten nutzen die Alpenbewohner diese Heilpflanzen als Arzneimittel gegen eine Vielzahl von Krankheiten. Im Trend der wiederentdeckten Phytotherapie werden die entsprechenden Extrakte heute professionell zu Heilmitteln verarbeitet. Inzwischen sind die kostbaren Inhaltsstoffe der Alpenpflanzen auch für die Kosmetikindustrie interessant. Diese bietet eine große Auswahl von Produkten mit alpinen Wirkstoffen an, die eine Basis für besondere Alpen-Wellness bilden können. Allerdings stehen einige Alpenpflanzen unter strengem Naturschutz. Deshalb werden inzwischen zahlreiche Arten in Pflanzenkulturen unter alpinen Wachstumsbedingungen gezüchtet, um die Inhaltsstoffe für die Kosmetik-Herstellung zu nutzen. Zu den geschützten Pflanzen gehören vor allem das Edelweiß (Leontopodium) und die verschiedenen Enzianarten. Interessant ist vor allem die Wurzel des gelben Enzians (Gentiana lutea). Mit den Wirkstoffen beider Pflanzen werden Körpercremes und -lotionen, Duschgele, Badezusätze und Shampoos hergestellt, aus Edelweißwirkstoff auch Gesichtspräparate.

Im Folgenden lesen Sie, welche Inhaltsstoffe von Alpenblumen und -kräutern in welche Kosmetika eingearbeitet werden.

  • Cremes und Lotionen mit Arnika/Bergwohlverleih (Arnica montana), Beinwell (Symphytum officinale), Edelweiß, Enzian, Frauenmantel (Alchemilla vulgaris), Heidekraut (Calluna), Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), Königskerze (Verbascum thapsus), Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), Wegerich (Plantago);
  • Emulsionen mit Arnika, Melisse (Melissa officinalis), Ringelblume (Calendula), schwarzer Hollunder (Sambucus nigra), echtem Speik (Latifolia);
  • Massage-Balsam und Tinkturen mit Latschenkiefer (Pinus pinaster), wildem Stiefmütterchen (Viola tricolor), Tanne (Abies), Kiefern (Pinaceae), Bergsalbei (Salvia);
  • Anti-Cellulite-Präparate mit Birke (Betula), Bockshornklee (Trigonella foenum-graecum), Efeu (Hedera helix), Habichtskraut (Hieracium pilosella), Zinnkraut (Equisetum arvense);
  • Anti-Akne-Cremes mit Beinwell, Ringelblume, Schafgarbe (Achillea millefolium), Schlüsselblume (Primula veris);
  • Anti-Couperose-Präparate mit Huflattich (Tussilago farfara), Mädesüß (Filipendula ulmaria);
  • Fuß- und Handcremes mit Fichte (Picea abies), Latschenkiefer, Zirbe (Pinus cembra);
  • Alpen-Kräuter-Massage-Stempel mit gemischten Heublumen oder Koniferen-nadeln sowie Wellness-Aromakissen mit gemischten Alpen-Heilkräutern für Warm- und Kaltanwendungen.

Jede Pflanze ist wie ein kleines, lebendiges Laboratorium, das auf natürliches Überleben programmiert ist. Die Inhalts- bzw. Wirkstoffe sind geprägt von der Bodenbeschaffenheit, der Umgebung und dem Klima. Kalkgesteine mit Silikaten sind eine gute Basis für die Vielfalt der heilsamen Alpenkräuter. Daraus ergeben sich viele Möglichkeiten für die Kosmetik-Produktion.

Für individuelle Exklusivbehandlungen gibt es einige Rezepte für selbst herzustellende Kosmetika aus Alpenpflanzen (siehe Kasten links). Das kann ein besonders attraktives Angebot sein, erfordert aber spezielles Wissen und viel Arbeit. Allerdings sind diese Präparate, weil leicht verderblich, nur zum sofortigen Gebrauch bestimmt.

Bäder und Packungen

Wenn eine Badewanne vorhanden ist, dann gibt es ein reichhaltiges Angebot geeigneter Ölbäder mit verschiedenen Koniferen, Wildrosen, Arnika, Zinnkraut oder auch Heublumen und anderen alpinen Kräutermischungen. Ohne Badewanne lässt sich ein alpines Well-Feeling mit Arm- oder Fußbädern, mit Ganzkörperwaschungen und anschließender Packung mit den entsprechenden Wirkstoffen von Alpenpflanzen herstellen. Die Wirkung kann mit Quell-, Thermal- oder Gletscherwasser und alpinen Düften aufgewertet werden. All diese Hydro-Anwendungen sollten immer mit einer angemessenen Nachruhe kombiniert werden, die auch für eine wohltuende Meditation zusammen mit alpiner Raum­beduftung genutzt werden kann.

Die wohlduftenden Alpenblumen bieten sich für Aroma-Treatments an. Alpine Düfte erinnern die Kunden an einen Sommerurlaub in den Bergen. So ist der Erholungserfolg garantiert. Dazu gibt es auch im kleinen Institut einige Möglichkeiten, z. B.:

  • Aufstellen von Duftlämpchen mit Koniferenöl
  • Vernebeln von alpinen Düften über den Bedampfer
  • Alpine Aromabäder und Waschungen mit entsprechenden Aromaölen
  • Wärmepackungen mit alpinen Aromaölen
  • Alpine Aroma- und Kräuterstempel-Massagen

Daraus lässt sich zusammen mit einem alpinen Face-Treatment ein schönes Alpen-Tagesprogramm konzipieren.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 02/2019.

Von | Fotos: Fotolia/by paul

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