Anti-Pollution

Abgase_Auto

Großstädter leiden oft unter der durch Abgase von Indust­rie und Autos schlechten Luftqualität. Das zeigt sich auch in ihrem Hautbild. Anti-Pollution-Kosmetika sollen mit speziellen Radikalfängern den oxidativen Stress der Haut eindämmen.

Die Umwelt beeinflusst unsere Gesundheit und somit auch unser größtes Organ – die Haut. Wie stellen sich die modernen Kosmetikhersteller der neuen Herausforderung? „Anti-Aging“ und „Moisturizing“ waren gestern, heutzutage positionieren sich Kosmetika im Abwehrkampf gegen aggressive Umwelteinflüsse mit Auslobungen wie „Anti-Pollution“, „Blue Light“ und dem Schlagwort „Mikrobiom“. Das Gesicht ist zu jeder Tageszeit, in jeder Jahreszeit, immer und überall mit der Umwelt (Licht, Luft, Temperatur) in Kontakt. Also versuchen wir besonders die Gesichtshaut wirkungsvoll zu schützen. Tagespflege-, BB-Cremes, Foundation-Produkte & Co. stellen neben Gesichtsreinigungspräparaten den Kernbereich dieses Marktsegmetes dar. 

Es ist vor allem oxidativer Stress, der unsere Haut attackiert und ihr richtig zu schaffen macht – besonders in den großen Ballungsräumen mit viel Verkehr und Industrie. Es gab bereits im Jahre 2010 Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen verkehrsabhängigem Feinstaub und Hautalterung herstellen konnten. Eine erhöhte Luftschadstoffkonzentration führt demnach langfristig zu mehr Pigmentflecken (Altersflecken). Wir wissen auch schon lange, dass die Sonne mit ihrer UV-Strahlung einen starken Einfluss auf die vorzeitige Hautalterung hat.

Schwermetalle im Feinstaub

Doch nun ist die Umweltbelastung in Form von Feinstaub und Abgasen noch hinzugekommen. Hautschädigungen und vorzeitige Hautalterung werden u. a. auch begünstigt, weil an den winzigen Feinstaubpartikeln Schwermetalle anhaften können, die sich dann mit geballter Kraft an der Hautbarriere zu schaffen machen. Eine überempfindliche oder juckende Kopfhaut kann ebenfalls ein Zeichen sein, dass die Hautflora oder die Sebumproduktion aus dem Gleichgewicht geraten sind. Die Reaktionen der Haut sind teilweise auch sehr unterschiedlich: Festgestellt wurden sowohl transepidermale Feuchtigkeitsverluste und verstopfte Poren, die Schädigung der schützenden Hautlipide und -proteine als auch das vermehrte Auftreten entzündlicher Prozesse.

Gegen oxidativen Stess

Das erklärte Ziel der neueren Anti-Pollution-Kosmetik ist somit in erster Linie, den oxidativen Stress auf der Haut einzudämmen oder am besten gleich ganz zu verhindern. Als Wirkstoffe kommen dafür besonders wirksame Radikalfänger in Frage, damit den aggressiven Molekülen der Garaus gemacht werden kann. Darüber hinaus kommen Inhaltsstoffe zum Einsatz, die beruhigend und entzündungshemmend wirken, wie z. B. Bisabolol oder Öle, die einen hohen Anteil essenzieller Fettsäuren enthalten.

Leider gibt es noch keine genaue Definition für die Wirkung, die Anti-Pollution-Kosmetik erfüllen muss. Viele Firmen haben ihre eigenen Messmethoden und Wirkstoffe, sodass es auch schwierig für den Kunden ist objektiv zu vergleichen. Doch der Wirksamkeitsnachweis des Schutzeffektes ist einer der wichtigsten Faktoren, denn alle Auslobungen für ein Produkt müssen auch mit Daten belegt sein – und das natürlich am besten mit wissenschaftlich belastbaren, fundierten Studienergebnissen.

Für Kosmetika, die den Blaulichtanteil (Blue Light, HEV-Licht) wirksam abfangen sollen, sind bestätigende Spektralmessungen leicht durchführbar, ähnlich wie es für Sonnenschutzprodukte üblich ist. Das HEV-Licht ist hochenergetisches sichtbares Licht, das im Lichtspektrum direkt neben der UV-Strahlung liegt und, ganz ähnlich wie die UVA-Strahlung, in die unteren Schichten der Dermis eindringt und dort die Zellen schädigt. Der Blaulichtanteil steht im Verdacht, durch die Bildung freier Radikale (Sauerstoffmoleküle) vorzeitige Hautalterung, polymorphe Lichtdermatosen und Hyperpigmentierungen zu begünstigen. Wir schützen unsere Haut vor zu viel Sonneneinstrahlung, doch noch nicht ausreichend vor der energiereichen HEV-Strahlung. Um also auf breiter Front dem oxidativen Stress den Kampf anzusagen, werden Antioxidanzien eingesetzt, denn diese können freie Radikale neutralisieren und unschädlich machen.

Doch damit nicht genug. Um die Haut in ihrem Abwehrmodus zu unterstützen, kommt ihr Mikrobiom ins Spiel. Die Erkenntnisse über die Immunabwehr der Darmflora sind auf die Haut übertragen und auch in diesem Bereich als Thema definiert worden.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 04/2019.

Von | Fotos: Fotolia/fotohansel

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