Ayurveda-Massage

Garshan Massagehandschuh

Mit ayurvedischen Massagen verbinden wohl die meisten in erster Linie Anwendungen mit Öl. Dabei kann auch trocken gearbeitet werden – und in Kombination mit Kräuterpulvern.

Ayurveda auch mal ohne Öl? Ja, das gibt es durchaus! Im Ayurveda ist die Trockenmassage sogar eine weit verbreitete Massageart. Dabei wird weitgehend auf ölige und feuchte Massagesubstanzen verzichtet. Zum Einsatz kommen stattdessen Handschuhe aus Rohseide und Kräuterpulver. Trockenmassagen werden im Ayurveda u. a. zur Unterstützung bei der Gewichtsabnahme, zur Entgiftung oder bei vorherrschendem Kapha Dosha empfohlen.

Für anregende Effekte

Die durch die Trockenmassagen erzeugte Stimulierung des Bindegewebes regt den Stoffwechsel und den Kreislauf an. Durch den sanften Peeling-Effekt werden zudem Hautschüppchen schonend entfernt und das Hautbild wird verfeinert. Als Garshan bezeichnet man eine anregende Trockenmassage mit Handschuhen aus Rohseide. Die Garshan-Massage ist eine besondere Kombinationsanwendung aus der traditionellen Abhyanga und einer speziellen Stimulationsmassage. Sie belebt den Körper auf leichte Weise, entfernt Hautschüppchen, kräftigt das Bindegewebe, verbessert die Durchblutung und aktiviert dadurch auch den Stoffwechsel der Haut. Ähnlich wie bei einer Lymphdrainage wird der ganze Körper in seiner Ausleitung unterstützt. So kann die Anwendung Einfluss auf das Lymphsystem, das Gewebe und das Blut-Kreislaufsystem nehmen. Wichtig ist in der Ayurveda-Lehre außerdem der Ama (Schlackenbildung) reduzierende Aspekt.

Im klassischen Ayurveda werden zwei verschiedene Arten von Garshan praktiziert: die anregende und die ausgleichende Form. Bei der anregenden Form wird mit schnellen Bewegungen gearbeitet. Diese Behandlungsweise eignet sich besonders bei Cellulite, Übergewicht und niedrigem Blutdruck. Die ruhige, ausgleichende Form der Garshan-Massage besteht aus sanften, großflächigen Ausstreichungen am ganzen Körper. Sie ist weniger (Vata) aktivierend und wirkt leicht erquickend.

Individuell zugeschnitten

Die Garshan-Massage wird prinzipiell immer nach einem bestimmten Massageablauf durchgeführt. Dennoch kann die Massage-Intensität dem jeweiligen Konstitutionstypen und Befinden anpasst werden. Alle Gelenke werden dabei kreisend, alle flächigen Körperteile werden mit Längsstrichen, immer in Richtung zum Herzen hin massiert. Dabei sollte der Aufwärtsstrich etwas stärker betont werden. Die Garshan-Massage beginnt in Rückenlage am rechten Fuß. Vom Fuß aus wird mit großen Ausstreichungen bis zur Hüfte massiert. Die Fußgelenke und das Kniegelenk werden mehrmals umkreist. Das Hüftgelenk wird in Form einer liegenden Acht massiert. Dann folgt das linke Bein in gleicher Abfolge. Beginnend an der rechten Hand werden im Anschluss die Arme ausgestrichen; Handgelenke, Ellenbogen und Schultern werden umkreist. Danach werden Brustkorb und Bauch in großflächigen Kreisen massiert (Bauch im Uhrzeigersinn). Nach der Bauchmassage folgt eine sanfte Gesichtsmassage. Je nach Konstitution und Empfinden kann dazu auch ein weicherer Massagehandschuh gewählt werden. Bevor die Massage in Bauchlage folgt, wird der gesamte Körper nochmals mit den Seidenhandschuhen ausgestrichen. Die Massage erfolgt nun nach denselben Abfolgen wie in der Rückenlage: Beine, Arme und Rücken werden ausgestrichen, die Gelenke werden umkreist. Außerdem können für Trockenmassagen auch Kräuterpulver zum Einsatz kommen. Mehr über die möglichen Varianten und den genauen Ablauf lesen Sie im Kasten links. Nach den erquickenden Trocken-Behandlungen wird die Haut mit warmen Kompressen gereinigt und anschließend zur Beruhigung mit einer Mischung aus Aloe vera und Rosenwasser eingesprüht. Das Ergebnis sind eine samtweiche Haut und ein wunderbares Körpergefühl.

Eine Anregung für die Heimpflege

Die Seidenhandschuh-Massage eignet sich – neben der professionellen Anwendung im Institut – auch für eine tägliche Selbstmassage daheim. Mit dieser Maßnahme können Kunden zu Hause etwas dafür tun, den Kreislauf anzuregen und die Haut jung sowie straff zu erhalten. Eine kurze Massage morgens nach dem Aufstehen (drei bis fünf Minuten) wirkt äußerst belebend und stärkt das Gewebe. Begonnen wird mit Ausstreichungen im Gesicht, dann am Hals und an den Schultern. An den Händen beginnend werden die Arme anschließend bis zu den Schultern ausgestrichen. Dabei sollte der Aufwärtsstrich etwas stärker betont werden. Danach massiert man Brustkorb und Bauch mit kreisenden Bewegungen, den Rücken in Längsstrichen und das Gesäß mit großen, kräftigen Kreisungen. Zum Schluss werden die Füße und Beine in langen Streichungen bis zur Hüfte massiert. Nach der Massage fühlt sich die Haut samtweich an und ist nach dem Duschen besonders aufnahmefähig für pflegende Öle, Cremes oder Lotionen. Wer sich öfter einer Trockenmassage unterzieht, wird feststellen, dass die Silhouette schlanker und das Gewebe gestrafft und fester wird. Ein guter Tipp also, den Sie – zusammen mit den passenden Produkten – an Ihre Kunden weitergeben können.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 05/2019.

Von | Fotos: Fotolia/Nejron Photo

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