Die passende Liege

Liege

Die Behandlungsliege ist das Kernstück Ihrer Kabine. Hier müssen Sie gut arbeiten können und der Kunde, sollte sich bestens gebettet fühlen. Eine Checkliste wichtiger Aspekte.

Sie wissen schon ziemlich genau, wie Ihre neue Liege aussehen soll, oder haben bereits ein bestimmtes Modell im Blick? Dann überprüfen Sie noch einmal, ob Sie für Ihren anstehenden Kauf wirklich alles bedacht haben. Folgende Aspekte sollten Sie in Ihre Überlegungen mit einbeziehen:

  • Start in die Selbstständigkeit: Eine Neugründung kostet Geld – und es gibt noch keinen realistischen Überblick über den künftigen Umsatz. Sämtliche Ausgaben müssen sich in der Regel also im Rahmen halten. Dennoch sollten Sie vorausschauend planen und möglichst nicht bei der Qualität Ihrer Behandlungsliege geizen. Trotzdem gibt es hier Einsparpotenzial. So muss die Liege beispielsweise nicht unbedingt mit einer Sitzheizung ausgestattet sein, und der Handschalter muss nicht notwendigerweise über eine Memory-Funktion verfügen.

Je nach Erwartung des Kunden

  • Lage des Instituts: Liegt Ihr Kosmetikstudio in einem Gebiet mit eher niedrigerer Kaufkraft oder beispielsweise in einem noblen Stadtteil? Hier sind die Ansprüche erfahrungsgemäß deutlich höher, wobei die Erwartungen der Kunden in Bezug auf Treatments und Ausstattung insgesamt immer mehr steigen. Ebenso sollten Sie sich ein Bild von der Konkurrenz in Ihrer näheren Umgebung machen. Wie groß ist diese, und was wird dort in puncto Ausstattung und Treatments geboten? Überlegen Sie außerdem, ob Sie Ihr Angebotsspektrum später eventuell erweitern wollen.
  • Ihre Treatments: Liegt Ihr Schwerpunkt überwiegend auf Gesichtsbehandlungen und Maniküre, empfiehlt sich eine klassische Kosmetikliege. Stehen jedoch Rücken- und Körper-Treatments und/oder Permanent Make-up ebenfalls im Mittelpunkt Ihres Behandlungsspektrums, ist eine kosmetisch nutzbare Wellnessliege in Betracht zu ziehen. So eignen sich Wellnessliegen mit Doppelhubsäulen z. B. gut für PMU und auch für Wimpernverlängerung, da sie sich negativ neigen lassen. Das heißt, der Kunde befindet sich in schräger Position mit tiefer gelagertem Kopf. Wichtig hierbei: Das Kopfteil sollte so breit sein, dass Sie Ihre Unterarme bzw. Ellbogen für ein genaues und ruhiges Arbeiten abstützen können.
  • Qualität: Hochwertiges Material und eine erstklassige Verarbeitung sorgen für eine leichte Bedienbarkeit, hohen Liegekomfort und eine lange Haltbarkeit. So leistet eine Qualitätsliege im Schnitt rund zehn Jahre oder länger treue Dienste. Im Gegensatz dazu punkten die meist in Fernost produzierten Billigliegen lediglich mit ihrem Preis. Deshalb kann es sich empfehlen, auf Siegel zu achten, die für „Made in Germany“ stehen.

Der äußere Eindruck

  • Design: Die Liege sollte Ihre Kunden nicht nur hinsichtlich ihres Komforts, sondern auch optisch überzeugen. Denn diesen doppelt guten Eindruck verbuchen Kunden erfahrungsgemäß auf Ihrem „Professionalitätskonto“. Und nicht zuletzt ist ein hochwertiges Design zeitlos. Haben Sie sich für eine Wellnessliege entschieden, bietet der Markt auch Modelle, deren Seitenverkleidung sich aus zahlreichen Designs und Farben wählen lässt. Für einen stimmigen Gesamteindruck können Sie die Metallteile der Liege und das Polster farblich entsprechend aussuchen. Austauschbare Seitenteile ermöglichen es Ihnen auch, der Liege nach einiger Zeit einen neuen Look zu geben.

Die technische Austattung

Danach geht es an die Detail-Planung, also an die Ausstattung Ihrer Behandlungsliege. Da diese zumeist Ihr täglicher „Arbeitsplatz“ ist, sollten Sie dabei besonderen Wert auf ergonomische Aspekte legen. Aber auch auf „Basics“ ist beim Kauf zu achten:

  • Format: Die Länge einer Kosmetikliegen sollte 180 bis 205 Zentimeter betragen, ihre Breite (inklusive Armlehnen) 80 bis 85 Zentimeter. Bei Wellnessliegen, die genauso lang sind, gibt es Modelle mit unterschiedlichen Polsterbreiten. Wichtig ist hier, die verschiedenen Größen auszuprobieren. Denn ist das Polster zu breit, lassen sich Massagen nur in einer vornübergebeugten Haltung durchführen. Das ist ebenso rückenbelastend wie anstrengend und ermüdend.
  • Elektrik: Für ein leichtes Arbeiten empfiehlt sich eine Mindestausstattung mit vier Motoren. Sie ermöglichen die rückenschonende elektrische Verstellung von Höhe, Sitzneigung, Rücken- und Beinteil. Bei einer Wellnessliege hingegen reichen drei Motoren aus (für Höhe, Sitzneigung und Beinteil). Die elektrische und dabei auch synchrone Verstellbarkeit bietet Ihren Kunden außerdem höchsten Sitzkomfort. Im Fall nicht-motorgetriebener Liegenteile ermöglichen Gasdruckfedern die Verstellung ohne unnötigen Kraftaufwand.

Kommt die Behandlungsliege vor allem für Kosmetik-Treatments zum Einsatz, reicht eine Handbedienung aus. Wird die Liege auch für die Fußpflege genutzt, empfiehlt sich zusätzlich eine Fußbedienung. Individuell speicherbare „Memory-Positionen“ erleichtern dabei die Kosmetik- und Pediküre-Behandlungen. Wenn z. B. zwei Personen an der Liege arbeiten, ist es hilfreich, wenn beide „ihre“ bevorzugten Positionen über die Memory-Funktion abrufen können. Eine Infrarot-Fernbedienung für eine Wellnessliege ist zwar angenehm beim Arbeiten. Wird sie verlegt, dann ist die Liege aber außer Betrieb gesetzt.

  • Einstellmöglichkeiten: Lässt sich das Rückenteil einer Kosmetikliege um bis zu 180 Grad neigen, ist das Kopfteil herausziehbar und können die Armlehnen abgesenkt und/oder um 180 Grad nach hinten geklappt werden, eignet sich die Liege für Rücken- und Ganzkörper-Treatments. Angenehm für Ihre Kunden sind in diesem Fall beidseitig gepolsterte Armlehnen. Zudem profitieren größere Kunden von einem herausziehbaren Kopf- und Fußteil. Für Fußbehandlungen sollte die maximale Arbeitshöhe mindestens bei 97 Zentimetern liegen. Manche Kosmetikliegen bieten hier sogar 110 bis 120 Zentimeter. Eine niedrige Einstiegshöhe von rund 53 bis 57 Zentimetern wiede­rum ermöglicht kleineren Kunden einen leichten Ein- und Ausstieg.
  • Tragkraft: Die Liege sollte mindestens 200 Kilogramm plus einen ausgewiesenen Sicherheitsfaktor heben können.
  • Polsterung und Liegenbezug: Bei einer klassischen Kosmetikliege empfiehlt sich eine Polsterstärke von mindestens sechs Zentimetern, bei einer kosmetischen Wellnessliege von zehn bis 12 Zentimetern. Besonderen Sitz- und Liegekomfort bieten außerdem z. B. extradicke und -weiche Polyurethan (PU)-Polster. Polsterbezüge aus PU werden durch ihre weiche, warme Textur von Kunden als ausgesprochen angenehm empfunden. Zudem sind sie – im Gegensatz zu Kunstlederpolstern – atmungsaktiv, wasser- und auch ölresistent.

Gehen Sie bei der Anschaffung einer Liege strategisch vor! Je umfangreicher Sie sich schon im Vorfeld informieren, desto besser. Das heißt, recherchieren Sie auf den Websites von Herstellern. Vielleicht haben Sie sich auch schon einen ersten Überblick auf Messen verschafft? Dann können Sie anschließend ganz in Ruhe und gezielt Ausstattung und Preise ihrer Favoriten vergleichen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 09/2018.

Von | Fotos: Fotolia/mikeosphoto

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