Eingriffe rund ums Auge

Gesicht Auge

Nirgends im Gesicht ist die Haut so dünn und sensibel wie an der Augenpartie. Hier werden Ermüdungsanzeichen meist auch zuerst sichtbar und sollen oft kaschiert werden – mit medizinischen und kosmetischen Mitteln.

Die Haut um die Augen stellt die Kosmetik vor eine besondere Herausforderung. Mit nur 0,02 Millimetern ist die Epidermis hier besonders dünn. Trockenheitsverlust und erste Hautalterungszeichen werden hier als erstes sichtbar. Im Laufe der Zeit verliert die Haut an Elastizität und Festigkeit, u. a. durch den Abbau von Matrixbestandteilen wie Kollagen, Elastin und Hyaluronsäure. Die Folge sind störende Lidveränderungen wie Augenfältchen oder auch ein Schlupflid (Blepharochalasis). Beim Schlupflid kommt es zu einem Hautüberschuss des Oberlids, das dann über den Lidrand hängt. Straffende Augencremes oder spezielle Make-up-Tricks helfen hier nur bedingt.

Auch das Unterlid kann betroffen sein. Sichtbare Tränensäcke sind in diesem Bereich häufig der Auslöser für eine Blepharoplastik – eine operative Lidkorrektur. Dabei ist die Ursache stark ausgeprägter Tränensäcke vielfältig.

Durch Alterung und Vererbung

Zum einen kommt es bedingt durch die Hautalterung zu einem Elastizitätsverlust und einer Atrophie der Haut sowie zu einem Absetzen von Fett. Dadurch entstehen die unschönen Tränensäcke. Zum anderen kann eine Dermatochalasis (auch als Cutis-laxa-Syndrom bezeichnet) als Ursache genannt werden. Sie wird vererbt und ist Folge entzündlicher Hautkrankheiten. Typisches Kennzeichen ist eine unelastische und in Falten herunterhängende Haut. 

Eine Auswärtswendung des Unterlids, in der Medizin spricht man von Ektropikum, kann ebenfalls mit der Hautalterung einhergehen. Neben der ästhetischen Beeinträchtigung leiden Betroffene unter stark tränenden Augen, da die Tränenflüssigkeit nicht über die Tränenpünktchen abfließen kann. Mittels operativer Lidkorrekturen, die unter dem Begriff Blepharoplastik zusammengefasst werden, kann dem Gesicht wieder ein frischerer und jugendlicher Ausdruck verliehen werden. Die Operation findet je nach Umfang in lokaler Betäubung oder unter Vollnarkose statt. Anstelle eines Skalpells kommt heute zumeist der CO2-Laser als Schneideinstrument zum Einsatz. Da kleinste Blutgefäße beim Schneiden so zumeist verschweißt werden, gelingen Straffungen heute fast ohne Blutungen. Das hat zur Folge, dass Nebenwirkungen wie Hämatome oder Schwellungen deutlich minimiert werden. Zudem wird die Heilungsphase und somit die Ausfallzeit für den Patienten verkürzt. Auf diese Weise bleibt bei der schonenden laserassistierten Oberlidstraffung meist nur eine extrem feine Narbe zurück, die fast gänzlich in der Lidfalte verschwindet.

Blepharoplasma-Methode

Ferner kann bei der Lidstraffung atmosphärisches Plasma eingesetzt werden. Dabei wird die Energie als Plasmastrahl, ähnlich wie bei einem Gewitterblitz, auf die Hautoberfläche übertragen. Mittels dieser Technik kann insbesondere überschüssige Haut reduziert werden. Darüber hinaus werden mittels des Plasmas Heilungsprozesse in der Haut angeregt, sodass Augenlider innerhalb weniger Tage gestrafft werden. Diese sogenannte Blepharoplasma-Methode geht mit wenigen Risiken und so gut wie keiner Ausfallzeit einher. Sie ist jedoch vom Einsatz limitiert, da sie nur für leichte Befunde geeignet ist.

Die moderne Unterlidstraffung erfolgt ebenfalls zumeist laserassistiert – unter örtlicher Betäubung. Überschüssige Fettpolster werden durch die Bindehaut entfernt. Vorteil bei diesem Verfahren ist eine unsichtbare Narbe. Zudem wird der Hautüberschuss durch das Laser-Resurfacing gestrafft. Darüber hinaus kommt es zu einer zeitgleichen Glättung der Falten – und die Haut wird durch den Laser angeregt, wieder eigenständig neues Kollagen zu bilden. Die Effekte sind in der Regel acht bis 15 Jahre sichtbar.

Die anschließende Versorgung

Nach einem operativen Eingriff mit Skalpell oder CO2-Laser sollte der Kopf die ersten Tage auch nachts leicht erhöht sein. Gegen eventuelle Schwellungen helfen kalte Kompressen. Auch kann ein Antibiotikum ratsam sein, um möglichen Infektionen entgegenzuwirken. Nach ein bis zwei Wochen sollten jegliche Schwellungen und Blutergüsse abgeklungen sein. Starker Tränenfluss sowie Lichtempfindlichkeit zählen zu den häufigeren Nebenwirkungen und können in den ersten Wochen auftreten. Bei intensivem Sonnenlicht ist daher eine Sonnenbrille empfehlenswert. Auch von körperlichen Anstrengungen sollte in den ersten Wochen abgesehen werden. Nach ca. zwei bis drei Monaten ist der Heilungsprozess endgültig abgeschlossen und das Ergebnis sollte vom ästhetischen Mediziner kontrolliert werden.

Die kosmetische Unterstützung

Danach kann die Kosmetikerin auch im Augenbereich wieder Behandlungen vornehmen. Wirkstoffe, die das Ergebnis optimieren, sind gefragt. Hierzu zählen insbesondere Feuchtigkeitsspender, damit die dünne Augenhaut nachhaltig mit Feuchtigkeit durchtränkt wird. Hyaluronsäure bringt neben seiner feuchtigkeitsspendenden Eigenschaft auch ein hohes Maß an Verträglichkeit mit, was für eine Pflege um die Augen von besonderer Bedeutung ist. Sie kommt natürlich in unserem Körper vor: Hyaluronsäure findet sich u. a. in der Synovia (Gelenkflüssigkeit) und ist Hauptbestandteil der natürlichen Matrix von Dermis und Epidermis, in der Wachstum, Migration, Differenzierung und Proliferation der Zellen ablaufen. Zudem unterstützt Hyaluronsäure den Heilungsprozess.

Ferner eignen sich Peptide für die Behandlung der Augenpartie. Polypeptide und Oligopeptide sind kleine Eiweißmoleküle und natürliche Bestandteile unserer Haut. Sie fungieren im Körper als Hormone, Enzyme und vor allem als Botenstoffe. Sogenannte Signalpeptide werden in der Kosmetik eingesetzt, da sie den Fibroblasten das Zeichen geben können, mehr Kollagen und Elastin zu produzieren, was u. a. zu einer Festigung der Haut führt. In einer 12-wöchigen Anwendungsbeobachtung des Polypeptid Palmitylpentapeptid-3 konnte eine Stimulation des kollagenen Bindegewebes nachgewiesen werden, was sich in einer Zunahme der Hautdichte und -dicke zeigte. Ferner konnte eine Zunahme der Hautglätte und eine signifikante Abnahme der Hautrauigkeit dokumentiert werden. Auch Oligopeptide sind wissenschaftlich sehr gut dokumentiert und weisen eine Stimulation der Kollagenneosynthese auf, was eine Verbesserung der Hautstruktur mit sich bringt.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 11/2018.

Von | Fotos: Fotolia/rico287

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