Harmonie der Energien

Harmonie der Energien

Wohlbefinden für Körper, Geist und Seele – das ist ebenso das Ziel einer Tuina-Massage wie auch das einer ganzheitlich ausgerichteten Kosmetik- oder Wellnessbehandlung. Altes Wissen aus China lässt sich im modernen Institutsalltag nutzen.

Die Tuina-Massage ist eine uralte, eigenständige Behandlungsform im Rahmen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und noch älter als die Akupunktur. Sie wird dem legendä-ren chinesischen Kaiser Huangdi zugeschrieben, dem „Gelben Kaiser“, der Mitte des dritten Jahrtausends v. Chr. regiert haben soll. Da die Behandlungen der TCM und damit auch die Tuina-Massage im Prinzip für die Harmonisierung des Menschen auf allen Ebenen steht, lässt sich diese Massage-Methode vereinfacht ebenso zur Selbstbehandlung wie auch als Wohlfühlbehandlung im Bereich Wellness und Kosmetik einsetzen.

Tuina ist die älteste, manuelle Behandlungsmethode in China und eine der fünf Säulen der TCM – neben der Akupunktur, der chinesischen Kräuterheilkunde und Arzneimitteltherapie, der Ernährungslehre nach den fünf Elementen und den heilenden Bewegungslehren Qi Gong und Tai Chi. Schon um 2 700 v. Chr. wird sie in uralten Schriften erwähnt. Ab ca. 770 v. Chr. entwickelte sie sich zu einer komplexen Gesundheitsvorsorge, vor allem für Kinder. Die ersten Tuina-Kliniken gab es bereits 200 bis 400 n. Chr.

Ihr Urheber Huangdi, der „Gelbe Kaiser“, galt als Wunderkind mit einem scharfen Blick für Natur und Wissenschaft, weshalb er schon in Kindesalter zum Kaiser erwählt wurde. Bereits in sehr jungen Jahren diskutierte er mit seinen Ministern Qi Bo und Lei Gong über das Dao (= Der Weg des Lebens) und über das „Prinzip des Gleichgewichts von Yin und Yang“.

Frei von Blockaden

Die Harmonie der energetischen Kräfte Yin und Yang ist auch das Ziel der Tuina-Massage. Das Qi, die Lebensenergie, soll frei von Blockaden fließen können, damit der Mensch sich wohlfühlt. Das ist auch die grundsätzliche Absicht bei allen Behandlungen der TCM. Wohlbefinden zu vermitteln ist zugleich das Grundprinzip von heutigen Wellness-Konzepten.

Die Tuina-Massage ist direkt effizient, d. h. ihre entspannende und durchblutungsfördernde Wirkung ist sofort sichtbar und spürbar. Tuina hat in China einen hohen Stellenwert, kann bei vielen Krankheiten hilfreich sein und wird dennoch meist präventiv genutzt. Sie wird dort inzwischen auch im Bereich Kosmetik und Wellness allgemein akzeptiert und selbstverständlich eingesetzt. Auf diese Weise ist sie schließlich auch in der westlichen Welt angekommen.

Es gibt 18 Grundgriffe und mehr als 300 Spezialgriffe. Verschiedene Tuina-Massagegriffe lassen sich auch in unsere klassische Massage integrieren. Doch zunächst eine Klärung zur Begrifflichkeit, damit wir uns vorstellen können, was bei der Massage passiert – und mit welchen Methoden das Ziel erreicht wird. Tuina oder auch Tuina Anmo bedeutet:

  • tui = schieben, wirkt lockernd, besonders auf die Haut, Faszien und Muskeln                
  • na = greifen, anheben, wirkt vor allem aktivierend auf die Blutzirkulation und den Lymphfluss
  • an = drücken, wirkt entspannend, schmerzlindernd, löst energetische Blockaden
  • mo = reiben, streichen, wirkt harmonisierend, Nerven beruhigend, wärmend, aber auch abschwellend

Griffe mit Gespür und Empathie

Diese Begriffe zeigen schon einige grundlegende Vorgehensweisen auf. Weitere Grifftechniken sind:

  • gun = rollen, wirkt aktivierend auf alle Meridiane, löst Stauungen von Blut und Gewebeflüssigkeit, aktiviert vor allem die Mikrozirkulation
  • rou = kreiselndes Kneten, wirkt erwärmend, innere Kälte vertreibend, unterstützt den gesunden Fluss aller Körperflüssigkeiten und der Lebensenergie
  • kouji und pai = klatschen, klopfen, schlagen, wirkt kräftigend, durchblutungsfördernd und aktivierend auf Muskeln und Nerven, stabilisiert die Knochen und wirkt anregend auf die Meridiane
  • ba shen fa und qian yin = ziehen und strecken, wirkt dehnend und lockernd auf Muskeln, Sehnen und Nervenleitbahnen, löst Blockaden, lindert Schmerzen
  • bai dong und yin zhi chan = hin- und herschwingen, wirkt mobilisierend für die Gelenke und aktivierend auf den Qi-Fluss, ausgleichend auf die Yin- und Yangkräfte
  • zheng dong = schütteln und vibrieren, wirkt anregend auf die Lebenskräfte, lockert und löst die Muskeln, die Sehnen und die Faszien

Gearbeitet wird mit den Fingerkuppen, den Handballen, den Handflächen, mit der Faust, mit den Knöcheln, mit dem Unterarm und dem Ellbogen. Für die jeweilige Dosierung bei allen einzelnen Techniken bedarf es eines feinen Gespürs und viel Empathie. Die Massagegriffe werden entlang der Energieleitbahnen (Meridiane) durchgeführt, deshalb ist es hilfreich, sich zusätzlich einiges Wissen über Akupunktur und Akupressur anzueignen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 04/2018.

Von | Fotos: Fotolia/Antonio Gaudencio

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