Hilfe bei Akne

Frau Akne

Wenn Kunden von zu Akne neigender Haut betroffen sind, kann das die Lebensqualität erheblich schmälern. Zur rein körperlichen Beeinträchtigung kommt dann auch noch die psychische Komponente. Gut, wenn Sie Hilfe leisten können!

Akne zählt zu den häufigsten dermatologischen Erkrankungen. Ein Großteil der deutschen Bevölkerung leidet zumindest in der Pubertät unter Akne, weshalb sie auch als Volkskrankheit bezeichnet wird. In der Literatur sind Prozentzahlen von bis zu 80 Prozent angegeben. Die Akne beginnt zumeist zwischen dem zehnten und 14. Lebensjahr; eine Verbesserung der Erkrankung und somit auch des Hautbildes ist bis zum dritten Lebensjahrzehnt zu erkennen. In manchen Fällen kann die Erkrankung aber auch über das 25. Lebensjahr hinaus andauern. In diesem Fall spricht man von einer persistierenden Akne.

Multifaktorielles Geschehen

Nach heutigem Wissensstand entsteht die Akne aus einem Zusammenspiel verschiedener Einflüsse. Hierzu zählen neben einer follikulären Hyperkeratose, eine hormonell verursachte Überfunktion der Talgdrüsen, immunologische Prozesse und Entzündungen sowie die Veränderungen der mikrobiellen Oberflächenbesiedelung der Haut. Auch eine Vererbung ist Studien zufolge sehr wahrscheinlich, da Akne eine familiäre Häufung zeigt.

Von leicht bis schwer

Etwa 60 Prozent der Betroffenen leiden unter der harmlosen, sogenannten physiologischen Akne. Sie zeichnet sich durch wenige klassische Akne-Effloreszenzen wie Komedonen, Papeln und Pusteln aus und klingt meist nach ein bis zwei Jahren ab. Bei rund 40 Prozent kommt es hingegen zu einer starken Akne mit ausgeprägter Verlaufsform, die als klinische Akne bezeichnet wird. Diese Form der Akne bedarf einer medikamentösen Behandlung durch den Facharzt und ist zumeist langwierig.

Gerade bei den schweren Akneformen, aber auch bereits bei der Akne vulgaris, unter der man eine Akne papulo-pustulosa vom Schweregrad I–II nach Plewig und Kligman versteht, kommt es neben der physischen Belastung häufig zu einer sig­nifikanten psychosozialen Beeinträchtigung der Betroffenen. Bei entzündlichen Verläufen mit höheren Schweregraden bis hin zur nodulären Akne (Akne conglobata) kann das persönliche Selbstwertgefühl massiv herabgesetzt sein, sodass neben dem Dermatologen auch ein Facharzt für Psychosomatik oder ein Psychologe hinzugezogen werden sollte.

Bei der Therapie der Akne stellen gemäß europäischer S3-Leitlinien bei der Akne comedonica topisches Retinoid, Azelainsäure und Benzoylperoxid sowie bei der Akne papulo-pustolosa zusätzlich Adapalene und Clindamyzin die Mittel der Wahl dar. Bei den schweren Formen zeigt Isotretinoin die stärkste Evidenz.

Zu einer umfassenden Aknetherapie gehört auch die manuelle Ausreinigung durch eine geschulte Kosmetikerin. Sie beschleunigt die Wirkung der medizinischen Aknetherapie und kann eine Narbenbildung weitgehend verhindern.

Die geeigneten Präparate

Bei der leichten, physiologischen Akne bzw. bei zu Akne neigender Haut sollte die Kosmetikerin bereits bei der Reinigung der Haut auf Produkte zurückgreifen, die das Hautbild verbessern. Zusätzlich sollten die Produkte sehr gut hautverträglich sein, den physiologischen pH-Wert der Haut nicht beeinträchtigen und mild sein, da bei diesem Hautbild oftmals eine Störung der Barrierefunktion vorliegt. Bei der Auswahl der Galenik der Pflegeprodukte ist darauf zu achten, dass sie feuchtigkeitsspendend und nicht fettend sind. Hierzu zählen Hydrogele oder O/W-Emulsionen. Auch leicht lipidhaltige Formulierungen sind bei der Pflege der fettigen und zu Akne neigenden Haut sinnvoll, da sie helfen, die Barrierefunktion der Haut wiederherzustellen. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass die eingesetzten Wirkstoffe keinesfalls ko-medogen sind.

Verhornungen abtragen

Als effektive Inhaltsstoffe bei der Pflege der zu Akne neigenden Haut haben sich aufgrund der keratolytischen Wirkung Salizylsäure, Alphahydroxysäuren sowie Retinaldehyd bewährt. So löst Salizylsäure in einer Konzentration von ein bis drei Prozent den Zellkitt des Stratum corneum, sodass lockere Hautschüppchen gelöst und verstopfte Poren so geöffnet werden. Darüber hinaus wirkt Salizylsäure antientzündlich und ist dabei sehr gut verträglich.

Heilerde gilt als „Hausmittel“ bei Hautunreinheiten. Aber auch wissenschaftliche Untersuchungen können die Wirkung von Heilerde bestätigen. So zeigte eine Studie mit 194 Probanden, die unreine Haut mit Effloreszenzen oder Akne hatten, dass Heilerde-Gesichtsmasken mit Jojobaöl nach sechswöchiger Anwendung zu einer sichtbaren Verbesserung führen. Auch Linolsäure, die natürlich in pflanzlichen Ölen wie Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Traubenkernöl vorkommt, ist ein Wirkstoff, der sich bei fettiger und zu Akne neigender Haut eignet. Als natürliches Emolliens und Bestandteil der Hautbarriere sowie des Natural Moisturizing Factors (NMF) wirkt Linolsäure stabilisierend auf den gestörten Säureschutzmantel. Zudem weist sie starke entzündungshemmende Eigenschaften auf und wirkt so Effloreszenzen wie Pusteln entgegen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 12/2018.

Von | Fotos: Fotolia/frank29052515

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