Hygiene muss sein

Desinfektion Spender

Bei professionellen Beauty-Dienstleistungen geht es nicht nur um ein persönliches Sauberkeitsempfinden: Hygienemaßnahmen sind gesetzlich vorgeschrieben, damit der Kunde gesund bleibt und auch Sie sich schützen.

Die genauen Vorgaben für Kosmetik-, Nagel- und Fußpflegestudios werden durch das Infektionsschutzgesetz des Bundes und die Hygieneverordnungen der einzelnen Bundesländer definiert. Diese orientieren sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, sind einzuhalten und werden auch durch die örtlichen Gesundheitsämter kontrolliert. Daher kann es sinnvoll sein, sich bei Detailfragen an sein zuständiges Gesundheitsamt zu wenden.

Die meisten Bundesländer fordern mittlerweile einen Hygieneplan für Institute. In diesem müssen alle Hygienemaßnahmen beschrieben werden:

  •  Was soll gereinigt/desinfiziert/sterilisiert werden?
  •  Die Art der Reinigung/Desinfektion/Sterilisation.
  •  Das verwendete Reinigungs-/Desinfektionsmittel inklusive Endkonzentration und Einwirkzeit.
  •  Zeitpunkt und Rhythmus der Hygienemaßnahme.
  •  Die zuständige Person, die die Maßnahme durchführt.

Zugelassene Präparate

Alle Desinfektionsmittel, die Sie einsetzen, müssen beim Verband für angewandte Hygiene gelistet sein (VAH). Andere Produkte sind nicht für den gewerblichen Gebrauch zugelassen. Falls dies nicht auf dem Etikett gekennzeichnet ist, erkundigen Sie sich entsprechend beim Hersteller. Desinfektionsmittel enthalten neben Alkohol weitere aggressive Chemikalien. Achten Sie daher bei der Flächen- und Instrumentenhygiene auf Ihre persönliche Schutzausrüstung (PSA): Tragen Sie geeignete Handschuhe, Schutzkittel und Schutzbrille.

Ein Desinfektionsplan mit einer Zusammenfassung der Maßnahmen muss zudem ausgehängt werden. Weitere wichtige Dokumente wie die Sicherheitsdatenblätter der Desinfektionsmittel müssen für die Einsicht ebenfalls vorliegen. Zur Hygiene gehört neben der Durchführung einer Maßnahme auch immer die Dokumentation. Nur dokumentierte Tätigkeiten sind später nachvollziehbar und gelten als durchgeführt. Hier genügt eine Liste mit Datum und Unterschrift mit dem Verweis auf den entsprechenden Abschnitt des Hygienehandbuchs.

Waschen und desinfizieren Sie vor der Arbeit Ihre Hände. Denken Sie daran, auch nach der Arbeit Ihre Hände zu desinfizieren. Achten Sie dabei darauf, dass Ihre Hände trocken sind – und auf die vorgeschriebene Einwirkzeit des Produktes. Desinfektionen müssen zudem zwischen den Behandlungen der einzelnen Kunden erfolgen, auch wenn Sie bei der Behandlung Handschuhe tragen. Verzichten Sie auf Ringe oder Armbänder, um den Desinfektionsmitteln keine Barrieren in den Weg zu legen. Nägel sollten kurz geschnitten und auf Nagellack oder -gel sollte verzichtet werden – auch wenn die eigenen Nägel für die Inhaber von Nagelstudios die beste Werbefläche sind.

Im Zweifelsfall desinfizieren

Die Hände und Füße Ihrer Kunden sollten Sie vor der Behandlung ebenfalls desinfizieren. Übrigens beanspruchen Desinfektionsmittel Ihre Haut weniger als das Waschen, daher lieber auf die Waschung verzichten, nicht aber auf die Desinfektion. Zum Schutz und zur Pflege der Haut sollten Sie vor Arbeitsbeginn eine spezielle Hautschutzcreme auftragen. Diese Creme schützt die Hände vor wasserlöslichen Substanzen sowie den negativen Einflüssen durch lange Handschuhtragezeiten. Eine Pflegecreme kann mehrfach am Tag je nach Bedarf angewandt werden.

Tipp: Haut- und Händedesinfektionsmittel dürfen nur unter sterilen Bedingungen in einer dafür vorgesehenen Sterilbank in kleinere Gefäße abgefüllt werden. Kaufen Sie daher besser praktische kleine Gebindegrößen. Haut- und Händedesinfektionsmittel sind laut Gesetzgeber nach Anbruch sechs Monate haltbar.

Die Flächenhygiene

Alle Flächen, mit denen der Kunde in Kontakt kommt, müssen nach jeder Behandlung desinfiziert werden. Außerdem müssen arbeitstäglich alle Flächen und der Fußboden des Instituts mit einem Flächendesinfektionsmittel behandelt werden. Achten Sie auf die Materialverträglichkeit des verwendeten Produkts. Alkoholhaltige Desinfektionsmittel sind nicht für Kunststoffe oder Kunstleder geeignet.

Tipp: Besonders praktisch für die schnelle Flächendesinfektion sind getränkte Tücher. Selbstgetränkte Tücher in Tuchspendern sind innerhalb von 28 Tagen aufzubrauchen.

Alle Instrumente zur mehrfachen Benutzung müssen nach der Anwendung aufbereitet werden. Die vorgeschriebene Aufbereitung richtet sich nach der Anwendung des Instruments. Zunächst müssen alle Instrumente gereinigt werden, danach folgen eine Desinfektion, ein Spülvorgang – bestenfalls mit entsalztem Wasser, die Trocknung, Pflege und Lagerung. Kam das Instrument in Kontakt mit Körperflüssigkeiten, ist eine Sterilisation in einem Autoklaven vorgeschrieben.

Die Reinigung von Instrumenten

Die Reinigung kann manuell mit einer Bürste unterhalb des Flüssigkeitsspiegels oder in einem Ultraschallbad erfolgen. Instrumente mit schwer zugänglichen Oberflächen wie Fräser lassen sich in einem Ultraschallbad einfacher und gründlicher reinigen. Die Reinigung von Fräsern mittels Ultraschall ist in manchen Bundesländern vorgeschrieben. Für die Reinigung und Desinfektion gibt es Kombiprodukte, die beides in einem Schritt erledigen. Die meisten dieser Produkte sind begrenzt viruzid. Daher müssen die Instrumente anschließend einer abschließenden Desinfektion durch ein voll-viruzides Desinfektionsmittel oder einer Heißluft-Desinfektion unterzogen werden. Kosmetikpinsel, die nicht mit Heißluft desinfiziert werden können und auch nicht desinfektionsmittelbeständig sind, sollten zumindest mit einer desinfizierenden Seife gewaschen werden. Instrumente, die nicht für die Aufbereitung geeignet sind, z. B. Nagelfeilen, dürfen nur für einen Kunden verwendet werden. Benutzen Sie Einmalprodukte bzw. schenken dem Kunden die Feilen nach der Behandlung. Dies freut ihn nicht nur, sondern unterstützt auch die Kundenbindung; treue Stammkunden bringen ihre Feilen zur nächsten Sitzung wieder mit.

Die Abfälle eines Kosmetikinstituts können mit dem Restmüll entsorgt werden. Leeren Sie arbeitstäglich alle Mülleimer. Scharfe und spitze Gegenstände müssen separat in einem verschließbaren und durchstichsicheren Behälter gesammelt werden. Wenden Sie sich bei Fragen an Ihren kommunalen Abfalldienstleister.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 12/2018.

Von | Fotos: Fotolia/Kirill Gorlov

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