Kein Risiko eingehen

Nacken Ergonomie

Ergonomie ist auch für Kosmetikerinnen ein wichtiges Thema. Wer sich mit der Wissenschaft von der Optimierung der Arbeitsbedingungen beschäftigt, kann negative Einflüsse reduzieren und somit gesundheitlichen Beschwerden vorbeugen.

Wer sitzt, entlastet seinen Kreislauf und entspannt. Diesen Vorteilen stehen allerdings auch gewisse Nachteile gegenüber. So führt das lang­andauernde Sitzen zu einer Erschlaffung der Bauchmuskulatur (Sitzbauch) und zur Entwicklung des Rundrückens. Das nach vorn gebeugte Sitzen ist außerdem für die inneren Organe ungünstig, insbesondere für die Verdauungs- und Atmungsorgane. Das größte Problem haben Kosmetikerinnen aber mit ihrer Wirbelsäule und der Rückenmuskulatur, die beim Sitzen nicht entlastet, sondern sogar in besonderer Weise belastet wird. Ein ergonomisch richtiger Stuhl bringt wenig, wenn man falsch darauf sitzt oder die Verstell-Möglichkeiten nicht nutzt.

Gesunde Sitzhaltung

Nach längerem Stehen empfindet man die Behandlung im Sitzen dennoch als angenehm. Beim ergonomischen Sitzen müssen die Oberschenkel im rechten Winkel zu den Unterschenkeln sein, die Füße gehören also nicht unter die Sitzfläche. Sie sollten dabei 30 bis 50 Zentimeter auseinander stehen und keinesfalls überkreuzt werden. Eine Sitzhaltung auf der Vorderkante der Sitzfläche muss vermieden werden. Die aufrechte Sitzhaltung ist zwar anstrengend, sollte aber zur festen Gewohnheit werden: also ganz bewusst den Rücken aufrichten und die Schultern zurücknehmen. Nach wenigen Minuten gerader Haltung fällt man schnell wieder zurück in die alte, ungesunde Sitzhaltung. Anfangs muss man sich darauf konzentrieren, bis das alles zur festen Gewohnheit wird.

Auf die eigene Haltung achten

Optimal sind höhenverstellbare Hocker; diese variablen Möglichkeiten müssen allerdings genutzt werden. Bei Stühlen mit verstellbarer Rückenlehne sollte die Rückenstütze so eingestellt werden, dass sie auch bei vorgeneigtem Rumpf den unteren Teil des Rückens abstützt. Ideal ist der häufige Wechsel zwischen rechter und linker Verlagerung der Sitzhaltung: das dynamische Sitzen. Auch bei einer vornüber gebeugten Haltung während der Arbeit kann man den Rücken gerade machen, egal wo man sitzt. Die aufrechte Sitzhaltung muss zur festen Gewohnheit werden: ganz bewusst den Rücken aufrichten, den Blick gerade nach vorne, die Schultern zurück und den Oberkörper nach vorne nehmen. 

Durch die häufig wechselnde Gewichtsverlagerung wird vor allem die Belastung der Wirbelsäule erheblich reduziert. Das beugt leidigen Rückenproblemen aktiv vor. Ein häufiger Wechsel zwischen stehender und sitzender Arbeitshaltung ist für die Ergonomie am Arbeitsplatz optimal. Ermüdungserscheinungen durch das Sitzen werden dann durch die stehende Arbeit weitgehend ausgeglichen. Im Stehen und im Sitzen werden ganz unterschiedliche Muskeln beansprucht, sodass jeder Haltungswechsel mit einer Entlastung bestimmter Muskelgruppen  und einer Beanspruchung anderer Muskelgruppen verbunden ist. Früher hat man die Pflegeprodukte in Reichweite gestellt, damit man sie nicht während der Behandlung holen muss. Inzwischen weiß man, dass das kurze Aufstehen zwischendrin sinnvoll ist.

Überall daran denken

Das Wichtigste ist, seine Sitzgewohnheiten zu verändern: nicht auf die Sitz-Kante vorrutschen und nicht mit krummem Rücken über den Tisch beugen. Seine Art zu sitzen kann man überall ändern – im Bus, im Auto oder zu Hause. Wer die aufrechte Sitzhaltung überall übt, wird den angenehmen Effekt schnell feststellen können. Daheim auf dem weichen Sofa zu „lümmeln“ ist kurzzeitig in Ordnung.  Aber auf Dauer mag der Rücken das überhaupt nicht. Gesundheitsprävention findet auch beim Sitzen vor dem Fernseher statt. Auch bei der kurzen Büroarbeit heißt es gerade zu sitzen. Beim Lesen sollte der Kopf ebenso aufrecht bleiben.

Die Sitzfläche des Stuhls ist idealerweise hinten etwas erhöht oder hat einen Wulst. Dadurch wird die Lendenwirbelsäule aufgerichtet, weil das Becken die Lage verändert. Mit einem zusammengefalteten Sitzkissen erreicht man eine nach hinten erhöhte Fläche. Mühelos richtet sich der ganze Rücken auf, der Bauch hat mehr Raum zum Atmen.

Das dynamische Sitzen

Wenn man die Sitzhaltung immer wieder von rechts nach links und wieder zurück verlagert, reduziert das die Belastung der Wirbelsäule erheblich. Aufrecht zu sitzen ist dabei auch auf Bürostühlen mit einer verstellbaren Höhe möglich. Sitzbälle können einen ergonomischen Stuhl auf keinen Fall ersetzen, sondern allenfalls als zeitlich befristete Alternative im Sinne eines „Trainingsgerätes“ gebraucht werden. Es ist zwar umständlich, aber sinnvoll, wenn der Bürostuhl je nach Kör­pergröße auf den Nutzer eingestellt ist.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in KOSMETIK international 11/2018.

Von | Fotos: Fotolia/sebra

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