Kunden locken und halten

Kunden locken und halten

Mit Bildschirmen können Sie Kunden auf aktuelle Behandlungen und Produkte in Ihrem Kosmetikinstitut aufmerksam machen. Wann sind Bildschirme sinnvoll und was sollte man beim Kauf beachten? Wir haben bei einem Experten nachgefragt.

Der Einsatz von Bildschirmen (Digital Signage) im Institut kann sinnvoll sein, vorausgesetzt man ist bereit, ein gewisses Maß an Zeit und Geld zu investieren“, sagt Jürgen Dorn, Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens Digital Signage Kompass. Die Kernaufgabe des Unternehmens ist es, zusammen mit dem Kunden auf dem Gebiet des Digital Merchandising ein Konzept zu erarbeiten, das zu den individuellen Zielen und Gegebenheiten passt. Grundlage dafür ist eine genaue Definition der Ziele, die die Kosmetikerin mit der Installation eines Bildschirms verfolgen möchte, sowie eine Überprüfung der technischen Voraussetzungen im Institut.

Schaufenster oder Innenraum

„Wenn ein Unternehmen über ein Schaufenster verfügt, birgt dieses ein großes werbliches Potenzial“, betont Jürgen Dorn. „Durch die hohe Publikumsfrequenz bietet ein Schaufenster mit Bildschirm eine bedeutende Plattform für die Kommunikation nach außen. Per Bildschirm können Passanten z. B. einen ersten Eindruck vom Team bekommen und sich über aktuelle Tagesangebote oder saisonale Aktionen informieren. Dadurch erreicht man seine Kunden, aber auch Nicht-Kunden, die möglicherweise gerade auf der Suche nach einer passenden Gutschein-Geschenkidee sind.“ Je besser die Kosmetikerin ihre Zielgruppen kennt, desto individueller und aktueller kann sie ihre Kunden per Bildschirm ansprechen. Rein technisch ist es in diesem Zusammenhang zwar möglich, Bilder und Videopräsentationen in Dauerschleife 24 Stunden am Tag zu senden. Laut Jürgen Dorn lässt sich jedoch mehr Außenwirkung erzielen, wenn man die Einspielungen gezielt abstimmt.

Publikumsstrom analysieren

„Bevor man konkrete Inhalte festlegt, die künftig via Schaufensterbildschirm präsentiert werden, sollte man sich darüber Gedanken machen, welche Zielgruppen zu welcher Tageszeit verstärkt am Schaufenster vorbeikommen. Oftmals ist es z. B. so, dass morgens eher Mütter mit Kleinkindern und ältere Menschen unterwegs sind. Gegen Mittag sind es dann mehr Geschäftsleute, die ihre Pause nutzen. Am Nachmittag kommen dann Teenager hinzu.“ Allein mit diesem Wissen könnte man Dorn zufolge bereits ein abwechslungsreiches Konzept erstellen, das dann automatisch in Form von sogenannten Loops abgerufen wird und über mehrere Wochen die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zieht.

Bildschirm im Wartebereich

Im Innenbereich des Instituts eignet sich z. B. der Wartebereich für die Installation eines Bildschirms. Dies hat Claudia Singer, Inhaberin des Babor Beauty Spa in Zwickau, und Gewinnerin bei „Gloria – Deutscher Kosmetikpreis 2018“ vor fünf Jahren erkannt. Sie nutzt den Innenraumbildschirm, um ihren Kundinnen kurze Video-Präsentationen aktueller apparativer Behandlungen ihrer Depot-Firma zu präsentieren. „Der Bildschirm verleiht dem Spa eine zusätzlich moderne Note. Meine Kundinnen sind begeistert. Es kommt öfter vor, dass ich auf den Inhalt eines Videoclips angesprochen werde. Gleichzeitig habe ich die Einspielungen auch schon genutzt, um interessierten Kundinnen eine Methode zu veranschaulichen“, schwärmt die Kosmetikerin. Ein gewisses Maß an Disziplin ist bei der Bildschirmnutzung allerdings notwendig. „Die Einspielungen sollten regelmäßig auf Aktualität überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden.“

Achtung Hitzestau!

Ob ein Bildschirm für ein Schaufenster oder den Innenbereich des Kosmetikinstituts vorgesehen ist, ist für die Anschaffung entscheidend. „Für ein gutes Ergebnis muss ein Bildschirm, der im Schaufenster platziert werden soll, gewisse Anforderungen erfüllen. Mit einem handelsüblichen Fernseher ist es hier nicht getan“, stellt Jürgen Dorn fest. Im Schaufenster können durch direkte Sonneneinstrahlung und die Eigenwärme des Bildschirms Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius entstehen. Deshalb benötigt man in diesem Fall einen Bildschirm mit entsprechend ausgerüsteter Technik. Hinzu kommt, dass der Bildschirm gegen die Helligkeit des Sonnenlichts und eventuelle Schaufensterspiegelungen ankommen muss, um wahrgenommen zu werden. Deshalb sollte der Schaufensterbildschirm mit einer hohen Leuchtkraft ausgestattet sein. „Während ein klassischer Desktop-Monitor eine durchschnittliche Lichtstärke von 300 Candela hat, sollte ein Schaufensterbildschirm etwa
2 500 Candela aufweisen. Für einen entsprechenden Bildschirm mit Software, Player-PC sowie technischem Support und Montage durch eine Fachfirma sollte man etwa
3 500 Euro einkalkulieren“, rät Dorn.

Geringer Aufwand, gute Ergebnisse

Anders liegt der Fall bei einem Bildschirm für den Institutsinnenbereich. Hier lassen sich, Dorn zufolge, bereits mit handelsüblichen Fernsehbildschirmen gute Ergebnisse erzielen. Allerdings darf dieser Gerätetyp aus technischen wie versicherungsrechtlichen Gründen maximal acht Stunden am Tag laufen. „Alternativ sind in diesem Bereich professionelle Displays mit 24-Stundenfreigabe ab 600 Euro erhältlich.“
In Deutschland sind Bildschirme in Unternehmen noch etwas Besonderes. In Frankreich und im asiatischen Bereich dagegen gehört diese Technik zum Standard und zum guten Ton. Dort ist es z. B. längst üblich, Kunden mittels Schaufensterbildschirm anzusprechen, so Dorn.
Ob für das Schaufenster oder den Innenbereich – wer sein Institut mit einem Bildschirm ausstatten möchte, sollte sich neben dem finanziellen Aspekt bewusst machen, dass das System regelmäßig mit aktuellen und abwechslungsreichen Inhalten gefüllt werden sollte. Gleichzeitig bieten Bildschirme die Chance, bereits vor der Ladentür mit Kunden oder möglichen Neukunden in Kontakt zu treten.

Der Beitrag ist erschienen in der Fachzeitschrift KOSMETIK international 3/2019.

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